Apps im Test

Von Christina Hahn und Sarah Zoche

Es gibt ja bekanntlich für alles eine App. Doch das mobile Internet ist nicht nur ein Spielplatz – es bietet auch Apps, die wissenschaftlich arbeiten oder im Alltag einfach nützlich sind. Spaß bringen sie trotzdem. Wir haben für euch ein paar Apps getestet.

Dank Flugmodus strahlt das Handy nicht.
Dank Flugmodus strahlt das Handy nicht. Foto:S.Zoche

Frisch am Morgen mit „Sleep Cycle“

Nie wieder müde dank „Sleep Cycle“ – so lautet jedenfalls die Idee der Erfinder. Mit dem Schlafphasen-Wecker sollen auch Morgenmuffel frisch aus dem Bett kommen und sich fit fühlen.

So funktioniert’s:
Das Handy wird vor dem Einschlafen neben das Kopfkissen gelegt. Während des Schlafs zeichnet „Sleep Cycle“ Bewegungen auf und analysiert, in welcher Schlafphase man sich gerade befindet. In einem Zeitfenster von 30 Minuten ermittelt der Wecker den optimalen Zeitpunkt, um aufzustehen. Muss man beispielsweise um 7 Uhr am Morgen aufstehen, klingelt der Wecker frühestens um 6.30 Uhr. Die App ermittelt die leichte Schlafphase und weckt dann mit einer sanften Melodie, um den Schlafenden nicht aus den Träumen zu reißen.

"Sleep Cycle" zeichnet jede unruhige Nacht auf. Foto: S.Zoche

"Sleep Cycle" zeichnet jede unruhige Nacht auf. Foto: S.Zoche

Hält es, was es verspricht?
Nach einer Woche Testschlafen steht fest: Die Anwendung funktioniert, jedenfalls solange man dran glaubt. Man fühlt sich tatsächlich ausgeschlafener, aber ob es wirklich etwas bringt – oder ob es nur die sanfte Melodie gekoppelt an einen Placebo-Effekt wirkt – sei dahingestellt. Ein nettes Extra: Der Schlafverlauf wird als Grafik dargestellt. So sieht man genau, wann man intensiv geträumt hat und wie (un)ruhig die letzte Nacht war. Während unserer Testwoche stimmte das Wohlbefinden am Morgen mit den Aufzeichnungen von „Sleep Cycle“ überein. Die Antwort auf die Frage „Warum fühle ich mich so gerädert?“, kommt bei dieser App sofort. Ein Nachteil von „Sleep Cycle“ ist, dass die App zwangsläufig die ganze Nacht laufen muss und dementsprechend viel Akku verbraucht. Dafür sendet das Handy dank Flugmodus keine Strahlen aus.

Unser Fazit: Für 0,79 Euro einen Versuch wert. Dass es funktioniert, ist allerdings nicht wissenschaftlich erwiesen.

Bewusstes Einkaufen mit „Codecheck“ (kostenlos)

„Codecheck“ soll schnelle und zuverlässige Informationen zu Produkten mittels des Strichcodes auf dem Etikett liefern. Kein Grübeln und Raten von Inhaltsstoffen, sondern leichtes und bewusstes Einkaufen.

So funktioniert’s:
Mit der Kamera des Handys fotografiert man den Barcode auf dem Etikett, die App durchsucht dann die Datenbank von „Codecheck“. Die in dem Produkt enthaltenen Inhaltsstoffe sind in dieser Datenbank gespeichert und werden übersetzt: Was ist Tocopherol? Antwort: Vitamin E, Wirkstoff: Antioxidant, Nutzen: hautschützend. Bei Lebensmitteln gibt es die Nährstoff-Ampel, die den Fettanteil sowie den  Zuckergehalt anzeigt.

"Codecheck" ist im Supermarkt eine gute Hilfe.  Foto:S.Zoche

"Codecheck" ist im Supermarkt eine gute Hilfe. Foto:S.Zoc

Hält es, was es verspricht?
Die Datenbank von „Codecheck“ kennt noch lange nicht alle Produkte. Bei unserem Test wurde nur knapp die Hälfte aller Barcodes erkannt. Dabei waren es nicht gerade No-Name-Produkte, die Codecheck nicht zuordnen konnte: neben diversen Kosmetika, wurde auch „Milchschnitte“ als unbekannt angezeigt. Da die Datenbank von Usern vervollständigt wird, ist aber zu erwarten, dass die Auswahl mit der Zeit größer wird.  Hinzu kommt, dass nicht alle Inhaltsstoffe analysiert werden, sodass die Auskunft bei manchen Produkten nicht ausreichend ist. Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Isobutan werden als nicht empfehlenswert angezeigt. Isobutan ist aber ein Treibgas und wird in nahezu jedem Sprühdeo verwendet. Der Laie bekommt zwar gesagt, welcher Inhaltsstoff nicht empfehlenswert ist, aber leider keine Auskunft darüber, wie relevant diese Information ist.

Unser Fazit:
Wenn das Produkt in der Datenbank von Codecheck komplett erfasst ist, ist diese Anwendung empfehlenswert. Vor allem für Allergiker oder Menschen, die auf ihre Ernährung achten, ist dieses Mini-Programm eine gute Sache. Kaum einer kennt die chemischen Bezeichnungen auf dem Etikett, das ist jetzt aber auch nicht mehr nötig.  Aber die Anwendung von Codecheck ist noch nicht ausgereift und deswegen wenig zuverlässig.

Der Personal-Trainer „Runtastic“ (kostenlos)

"Runtastic" verspricht effizientes Training. Foto:  S.Zoche

"Runtastic" verspricht effizientes Training. Foto: S.Zoche

Die Pizza von gestern Abend schnell verbrennen und währenddessen von einem digitalen Personal-Trainer betreut werden. Die Trainings- und Wettkampfleistung nahezu jeder Ausdauersportart wird gemessen und analysiert. Nicht nur zum Laufen ist „Runtastic“ geeignet, sondern auch als Begleiter beim Radfahren, Mountain-Biking oder Nordic Walking.

So funktioniert’s:
Diese App nutzt für die Aufzeichnung den GPS-Chip, einen digitalen Kompass und die Stoppuhr des Smartphones. Sobald die Software aktiviert wird, startet die Zeitmessung. Eine Stimme gibt einem zwischen-durch immer wieder Feedback über die zurückgelegte Strecke und Zeit, sodass man nicht permanent die Uhr im Auge behalten muss. Die Strecke wird mit aufgezeichnet, und kann im Nachhinein auf einer Karte nachverfolgt werden.

Hält es, was esverspricht?
Endlich kann praktisch jeder schwer erkämpfte Schweißtropfen in Zahlen, Diagrammen und Statistiken gespeichert und analysiert werden. Die Messungen gehen aber über das hinaus, was von üblichen Sportmessgeräten aufgezeichnet wird.

Die App macht auf jeden Fall das Training unterhaltsamer, doch Runtastic arbeitet teilweise ungenau und zeigt zum Beispiel die Route falsch an. So ist bei unserem Test das GPS-Signal mehrmals verloren gegangen oder wir liefen laut „Runtastic“ durch den Wald und nicht die Straße entlang. Der Clou bei „Runtastic“: Der User kann Work-Outs und Challenges selbst zusammenstellen und genau die Kalorien abtrainieren, die er möchte.

Unser Fazit: Die kostenlose Version ist für Gelegenheitssportler sehr gut, für Profis eher mau. Doch dafür gibt es „runtastic PRO“ für 4,99 Euro.

iXpenselt listet alle Ausgaben übersichtlich auf. Foto:S.Zoche

iXpenselt listet alle Ausgaben übersichtlich auf. Foto:S.Zoche

Nie mehr pleite mit „iXpenselt“ (Testversion kostenlos, Vollversion 3,99 Euro)

Endlich Überblick über seine Finanzen bekommen und auch behalten – wohl der Traum eines jeden Studenten. Mit „iXpenselt“ soll das nun ganz einfach sein. Grafiken zeigen übersichtlich, wofür man wie viel Geld ausgibt.

So funktioniert´s:
Bei unserem Test mussten wir jede Ausgabe akribisch notieren und nach Kategorien ordnen. Neben dem Betrag kann man auch zwischen einigen Kategorien wählen – ob die Ausgabe zu Beispiel geschäftlich oder privat war. Auch die Art der Zahlung – also Bar oder EC-Karte – kann notiert werden, Kassenbons und Belege werden abfotografiert und gespeichert.

Hält es, was es verspricht?
Das Prinzip ist denkbar einfach und funktioniert. Wer schon mal versucht hat, sich einen Überblick über wirklich alle Ausgaben zu verschaffen, wird „iXpenselt“ lieben. Denn der Vorteil ist: Das Handy hat man immer dabei und es macht einfach mehr Spaß, als in Notizbücher zu schreiben. So können zum Beispiel die fünf Minuten Busfahrt für etwas Sinnvolles genutzt werden. Kassenbelege werden als Bilddatei gespeichert, sodass das Chaos im Geldbeutel der Vergangenheit angehört. „iXpenselt“ ist ein einfaches Programm, das seine Wirkung wohl erst am Monatsende zeigt.

Unser Fazit: Die kostenlose Lite-Version erlaubt 50 Einträge und ist damit wirklich nur zum Testen geeignet. Die Vollversion ist mit 3,99 Euro kein Schnäppchen, zahlt sich aber auf die Dauer aus, wenn man konsequent alles notiert. Sieht man, dass die Ausgaben fürs Shoppen die Miete übersteigen, sollte man vielleicht doch mal auf den Einkaufsbummel verzichten.

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