Mehr Sicherheit auf dem Campus der TU Dortmund

Wenn es draußen dunkel wird, kommt das Unbehagen. Verlassene und dunkle Wege erzeugen Angst. Damit die Studenten sich auf dem Dortmunder Campus auch bei Dunkelheit ohne Furcht bewegen können, forderte Martina Stackelbeck, Gleichstellungsbeauftragte der TU Dortmund, alle Studenten per Mail auf, diese „Gefahrenstellen“ zu melden.

Nicht überall sind die Wege an der TU ausreichend beleuchtet. Foto: Mareike Maack

Nicht überall sind die Wege an der TU ausreichend beleuchtet. Foto: Mareike Maack

Dem folgten viele Studenten. „Bis jetzt habe ich schon über 100 E-Mails erhalten und die Frist geht noch bis zum 14. Januar“, sagt Stackelbeck, die sehr erfreut über die große Resonanz ist. Sogar ein paar Männer hätten Mails mit Hinweisen auf Gefahrenstellen geschickt, wobei die Prozentzahl der Frauen deutlich höher war: „Frauen sind bei so einem Thema wahrscheinlich einfach sensibler“, so die Gleichstellungsbeauftragte.

Parkplatz ohne Licht

In den Mails kristallisierten sich bereits einige Stellen am Campus heraus, die von mehreren Studenten genannt wurden. Ein Problem scheint beispielsweise der nicht ausreichend beleuchtete Weg zum Bereich Sport oder der gar nicht beleuchtete Parkplatz hinter dem Gebäude der Emil-Figge 50 zu sein. Auf diese Stellen wiesen sowohl Frauen als auch Männer hin. So sieht das auch die 22-jährige Lehramtsstudentin Melanie Salge: „Einige Parkplätze hier an der Uni sind schlecht beleuchtet, aber am schlimmsten ist der Parkplatz hinter der Emil-Figge 50, dort fühle ich mich sehr unwohl,“ sagt sie und fügt hinzu, dass es sehr gut sei, dass die Studenten per Mail aufgefordert werden auf diese Stellen hinzuweisen. So sieht das auch die 21-jährigen Studentin Sarah Deziura: „Ich finde gut, dass das Thema Gefahrenstellen angesprochen wird.“

Melanie und Sarah finden gut, dass die Studenten aufgefordert sind Gefahrenstellen zu melden. Foto; Mareike Maack

Melanie und Sarah finden gut, dass die Studenten aufgefordert sind Gefahrenstellen zu melden. Foto; Mareike Maack

Damit das Thema nicht nur angesprochen, sondern auch etwas dagegen unternommen wird, werden alle eingegangen E-Mails von Martina Stackelbeck und dem Team des Gleichstellungsbüros systematisch ausgewertet. Dabei wird besonders auf Mehrfachnennungen geachtet. Bei der Gefahrstellenbegehung Ende Januar, die regelmäßig alle zwei Jahre stattfindet, werden dann die von den Studenten genannten Stellen abgelaufen und überprüft. Dabei wird in einem Protokoll festgehalten, welche Gefahren an welchen Stellen bestehen. Das Protokoll soll dann laut der Gleichstellungsbeauftragten nach und nach abgearbeitet werden. Diese Aufgabe liegt beim Dezernat 6, das u.a. für Bauangelegenheiten, Neubau-, Sanierungs-, Umbaumaßnahmen verantwortlich ist. Das Dezernat muss im Zweifelsfall mit großer Sorgfalt zwischen Kosten und möglichem Risiko abwägen.

Begleitservice für Studenten

Der Parkplatz hinter der EF 50 ist nicht beleuchtet. Foto: Mareike Maack

Der Parkplatz hinter der EF 50 ist nicht beleuchtet. Foto: Mareike Maack

Damit sich die Studierenden auf dem Campus sicher fühlen können, wurde bereits in der Vergangenheit einiges getan. Wer beispielsweise spät abends oder nachts den Weg von der Bibliothek bis zu seinem Auto durch die dunkle Nacht nicht alleine gehen möchte, dem steht ein Begleitservice zur Verfügung. „Ein Anruf genügt, und die in den meisten Fällen weiblichen Studierenden werden zum Auto begleitet“, erklärt  Martina Stackelbeck. Aber auch kleinere Dinge können bei der Sicherheit schon einiges bewirken, wie die Gleichstellungsbeauftragte erklärt: „Wir haben bereits dafür gesorgt, dass die normale Beleuchtung auf dem Campus bis 23 Uhr eingeschaltet ist. Erst danach schaltet sich die Sparbeleuchtung ein, bei der nicht mehr alle Lampen brennen“, so Stackelbeck. Auch die Bäume und Sträucher werden regelmäßig beschnitten, damit sich niemand dahinter verstecken kann. „Teilweise würde es auch einfach schon reichen die stark verdreckten Lampen auf dem Campus zu reinigen, dann hätte man direkt mehr Licht,“ sagt die Gleichstellungsbeauftragte.

Ohne Angst auf dem Campus

Nach der Gefahrenstellenbegehung Ende Januar werden hoffentlich bald auch die Bereiche, die von vielen Studenten als Gefahrenstellen genannt wurden, sicherer gemacht. Dass die Studenten einbezogen werden, war der Gleichstellungsbeauftragten Martina Stackelbeck wichtig: „Die Studierenden bewegen sich hier auf dem Campus und können am besten auf solche Stellen hinweisen.“ So kann jeder einen Beitrag dazu leisten, den Campus noch ein bisschen sicherer zu machen.

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