Ein Job ohne Alltag: RUB-Studentin leitet Bochumer Videofestival

Schon nach einer Woche an der Uni wusste Dorija Petrick: Sie will beim Internationalem Videofestival Bochum mitmachen. Noch immer leuchten die Augen der Medienwissenschaftlerin, wenn sie von dem dreitägigen Event erzählt.

Von Natallia Navato

Dorija Petrick leitet das Internationale Videofestival Bochum. Foto: Natallia Navato

Dorija Petrick leitet das Internationale Videofestival Bochum. Foto: Natallia Navato

Besonders die Disziplin VJ-Contest, die heute zu „Contest für Audiovisuelle Performances“ umbenannt wurde, ist Dorija ans Herz gewachsen. Diesen Wettbewerb, bei dem VJs aus der ganzen Welt ihre Videoperformance-Kunst präsentieren, betreut Dorija auch beim 20. Videofestival, das vom 10. bis 12. Juni 2010 im Musischen Zentrum der RUB stattfindet. Außerdem hilft sie ihren Kollegen, wo sie nur kann. Ihr Können und ihre Erfahrung, die sie über sechs Jahre der Mitarbeit beim Festival gesammelt hat, teilt sie gerne.

Dorija kam 2004 aus ihrem Heimatland Litauen zum Studieren nach Deutschland. Schon immer hatte sie den großen Wunsch, bei einem Filmfestival mitzuwirken. Dass sie eines Tages selbst ein Festival leiten kann, daran hat sie früher kaum geglaubt. „Das war wie eine Traumerfüllung“, schwärmt Dorija, wenn sie an ihre erste Zeit denkt. Zwei Semester lang hat sie zugeschaut, zugehört, sich eingearbeitet, bis sie 2008 für das 18. Videofestival als Leitung vorgeschlagen und gewählt wurde. Seitdem sichtet Dorija jedes Jahr die eingesendeten Videos, organisiert die Wettbewerbe und das Festival selbst.

Ihre ehrenamtliche Zeit als Leiterin, in der das Studium etwas in den Hintergrund rückte, bereut sie nicht: „Ich finde es super, was ich gemacht habe. Das machte Spaß und ich lernte jedesmal was Neues dazu. Das Festival ist wie ein kleines Kind für mich geworden!“ Das muss sie nach sechs Jahren aufgeben, weil sie in diesem Jahr zum Auslandsstudium nach Lissabon fährt, wo schon das nächste Festival auf sie wartet. Und wer weiß, vielleicht wird sie eines Tages ein großes Festival leiten, denn wie sie selbst sagt: „Das wäre ein schöner zukünftiger Beruf – es gibt keinen Alltag.“