3D-Erlebnis im Hoesch-Stahlwerk

Im Zuge der „Local Hero“-Woche lockt das Dortmunder Hoesch-Museum zum interaktiven 3D-Erlebnis in Sachen Industriegeschichte.

Endstation Westfalenhütte. Die U-Bahn spuckt ihre wenigen Fahrgäste aus und wartet geduldig auf die Weiterfahrt in die entgegengesetzte Richtung. Vor einem schmiedeeisernen Tor stehend, kann ich die Größe des dahinterliegenden Grundstücks hinter verfallenen Werkshallen und riesigen Bäumen nur erahnen. Hoesch.

Der 3 D-Raum im Herzen des Dortmunder Hoesch-Museums

Das Joystick-Pult im 3 D-Raum im Herzen des Dortmunder Hoesch-Museums

Bis 2001 hat kein anderer Betrieb den Industriestandort Dortmund so geprägt wie die von 1871 von Leopold Hoesch gegründete Stahlschmiede. Seitdem wird hier unter der Fahne von Thyssen Krupp gewerkelt, jedoch längst nicht mehr in dem Ausmaß wie zur Hochzeit des Dortmunder Stahls.

Im ehemaligen Portierhaus der Westfalenhütte wurde 2005 eine umfassende Sammlung Dortmunder Industriegeschichte zusammengetragen: Das Hoesch-Museum.

Bier bei der Arbeit

Schon in der Eingangshalle beginnt der Informationsfluss, auf mich einzuwirken. Wer hätte vermutet, dass es früher direkt neben dem Haupttor eine Ausnüchterungszelle gab? Damals galt Bier als Nahrungsmittel und war während der Arbeitszeit genauso erlaubt wie Tee oder Wasser. Es passierte also durchaus, dass der ein oder andere Stahlarbeiter zur Zwangspause verdonnert wurde, bevor er wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren durfte.

Doch nicht nur die wirklich interessanten Fakten um Dortmunds Vergangenheit im Schatten der Hochöfen machen das Hoesch-Museum zu einem Geheimtipp.

Durch 3D in die Welt der Stahlarbeiter

Das Runde muss ins Eckige: Im "3D Erlebnis Stahlwerk" kann der Besucher Kranführer spielen. Foto: more 3D/Hoesch-Museum

Das Runde muss ins Eckige: Im "3D Erlebnis Stahlwerk" kann der Besucher Kranführer spielen. Foto: more 3D/Hoesch-Museum

Neben den üblichen Ausstellungsstücken findet man seit dem 26. April einen interaktiven Bereich, der eine realitätsnahe Arbeitssituation im Stahlwerk vermittelt. Per Stahlwerkerhelm mit integrierter 3D-Brille fühlt man sich in die dreidimensionale Situation eines Stahlwerks versetzt. Die eigens im Oxygen-Stahlwerk in Duisburg aufgenommene Geräuschkulisse sowie entsprechende Lichteffekte unterstreichen die Atmosphäre. Ein wenig Geschick vorausgesetzt, kann der geneigte Besucher auch per Joystick zum Kranführer werden und tonnenweise virtuellen Schrott in den Hochofen einfüllen.

Wer mit etwas weniger Spieltrieb ausgestattet ist, kann sich den Querschnitt eines Porsches anschauen oder den Weg vom Klumpen Erz zum schmelz- und verarbeitefähigen Stahl.

Zur „Local Hero“-Woche gibt es eine kostenlose Führung: Am 10. Mai um 18 Uhr. An allen anderen Tagen kostet der Eintritt 1,50€, ermäßigt 0,75€. In diesem Preis ist allerdings keine Führung durch die Ausstellung enthalten, die gibt’s sonntags um 14.40 Uhr und kostet noch mal 2,50€. Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs von 13 bis 17 Uhr, donnerstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr.

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