Dortmunder Journalist von Neonazis angegriffen

Der Dortmunder Journalist Marcus Arndt soll am Montagabend in der Nähe der U-Bahn Station „Reinoldikirche“ von mutmaßlichen Rechtsextremisten angegriffen worden sein. Das berichten die Blogger der Webseite ruhrbarone.de. Maskierte Angreifer hätten Arndt mit Steinen beworfen und ihm mit dem Tod gedroht.

Die Polizei spricht nicht offiziell von einem Journalisten – laut ihren Angaben wurde ein 43-jähriger Mann an Oberkörper und Kopf getroffen. Er konnte die Angreifer nach eigenen Angaben aber mit einer Schreckschusswaffe vertreiben, die er zu seinem Schutz dabei gehabt habe. Der 43-Jährige sei anschließend mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden, habe dieses aber noch am selben Abend verlassen können.

Morddrohungen aus der rechten Szene

Arndt sagte den Ruhrbaronen gegenüber, er sei bereits in der U-Bahn auf eine Gruppe mehrerer Personen „im typischen Outfit der rechten Szene“ aufmerksam geworden. Trotz der Maskierung habe er sie beim Angriff an der Kleidung wiedererkannt. Arndt schreibt seit Jahren über die Neonazi-Szene in Dortmund und erhielt zuletzt Morddrohungen aus der rechten Szene.

Die „Sonderkommission Rechts“ der Polizei Dortmund hat die Ermittlungen zu dem Überfall aufgenommen.  „Das ist ein weiterer Baustein, der zeigt, dass sich die rechte Szene in Dortmund radikalisiert“, erklärte Oliver Peiler von der Pressestelle der Dortmunder Polizei gegenüber der pflichtlektüre. Gewalttaten gegenüber Journalisten, wie vermutlich auch in diesem Fall, nähmen immer mehr zu. „Es ist nicht jeder Journalist bedroht. Im Einzelfall kam es aber schon zu Schutzmaßnahmen, diese wird es auch in Zukunft geben“, so Peiler.