Migration und Armut: FH Dortmund plant neuen Studiengang

Wenn Migranten nach Deutschland kommen stellen sich ihnen erst einmal viele Fragen. Wie läuft das mit der Krankenversicherung? Wie finde ich einen Job? Wo können die Kinder betreut werden? Ein neuer Studiengang an der FH in Dortmund soll jetzt Sozialarbeiter ausbilden, die sich speziell um Migranten kümmern. Ab dem Wintersemester 2014/15 startet der neue Bachelorstudiengang „Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Armut und (Flüchtlings-)Migration“. 

Ziel ist es, Migranten besser in unsere Gesellschaft zu integrieren. „Großstädte wie Dortmund und Duisburg sind zu Brennpunkten mit bestimmten sozialen Problemen durch den starken Zulauf geworden, auf die noch nicht angemessen reagiert wird “, sagt Sozialwissenschaftlerin Ester Klees, die den neuen Bachelor mitaufbaut. Überall fehlen qualifizierte Sozialarbeiter, die sich um die Anliegen der Zuwanderer nachhaltig kümmern. Hier will der neue Studiengang ansetzen.

Vertretungsprofessorin Esther Klees plant den neuen Bachelorstudiengang mit Schwerpunkt Migration an der FH (Bild: FH Dortmund)

Vertretungsprofessorin Esther Klees plant den neuen Bachelorstudiengang mit Schwerpunkt Migration an der FH (Bild: FH Dortmund) Teaserfoto: Christian Teichmann

Duales Studium 

Die FH macht einen Vorstoß in der Hochschul-Landschaft: Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Migration kann man bis jetzt an keiner deutschen Uni studieren. Der neue Bachelor ist zulassungsbeschränkt und dauert insgesamt acht Semester. Ausgelegt ist er als duales Studium: Bewerber müssen deshalb einen Ausbildungsvertrag bei einem sozialen Träger wie städtischen Beratungsstellen oder Integrationsagenturen bereits vor einem möglichen Studienbeginn organisieren, um zugelassen werden zu können.  Kern des Studiums ist es, die Studenten gezielt darin zu qualifizieren, Zuwanderer bei den ersten Schritten im neuen Land fachlich und rechtlich zu begleiten. 

„Großes Interesse an Sozialarbeitern mit migrations-pädagogischen Wissen“

„Da gibt es verschiedene Berufsmöglichkeiten“, sagt Wissenschaftlerin Klees von der FH. Zum Beispiel beim Gesundheitsamt. „Da gibt es eine Stelle, die Menschen aus Bulgarien und Rumänien, die keine Krankenversicherung haben, beraten und Kinder gesundheitlich versorgen“, sagt Klees. Möglich ist unter anderem auch die Arbeit in einer Kita, Prostitutionsberatung oder der Obdachlosenhilfe. Gefragt ist qualifiziertes Personal auf jeden Fall. „Der Bedarf ist extrem hoch. Die Träger in unserer Stadt haben großes Interesse an Sozialarbeitern mit migrations-pädagogischen Wissen“, sagt Klees.

Der Studiengang wird zurzeit in Kooperation mit der Stadt Dortmund etabliert. Auch wenn der Bedarf da ist, den städtischen Trägern fehlt es an Geld und Mitteln, neue Stellen zu schaffen. Die FH hofft auf eine finanzielle Unterstützung durch den Europäischen Sozialfond. Die Stadt hat das bestätigt und koordiniert die Förderung durch die EU. Wer sich für das Studium interessiert, kann sich an die Studienfachberaterin, Prof. Dr. Betina Finke, wenden.

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