Städteranking: Dortmund und Bochum abgeschlagen

In einem Ranking der 71 größten deutschen Städte schneidet das Ruhrgebiet nur durchwachsen ab. Wirtschaftswoche, Immobilienscout24 und IW Consult hatten die Städte auf 89 Indikatoren überprüft und auf ihre Attraktivität hin bewertet. Alarmierende Zahlen für das Ruhrgebiet – allein die letzten vier Städte stellt der Pott. Die Stadt Dortmund bleibt trotzdem gelassen.

Dortmunder Wahrzeichen / Quelle: Stadt Dortmund

Dortmunder Wahrzeichen (Teaserbild und Foto: Stadt Dortmund).

Klar, Kohle und Bier – das war einmal. Aber heißt es nicht immer öfter, das Ruhrgebiet sei wieder im Aufwind? IT-Technologien, Logistik-Unternehmen, ein enges Netz an Infrastruktur, Identifikationsmarken wie der BVB und Schalke 04? Im Faktencheck der Wirtschaftswoche, eines Internet-Immobilienportals und des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln scheint das keine Rolle zu spielen: von 71 untersuchten Städten belegt Bochum den 56., Dortmund den 59. Platz. Oberhausen, Bottrop, Herne und Gelsenkirchen bilden sogar die Schlusslichter.

Das Ranking hat Deutschlands kreisfreie Städte mit mindestens 100.000 Einwohnern miteinander verglichen. Ausschlaggebend für die jeweilige Platzierung war ein Punktesystem, das die Forscher anhand von 89 vergleichenden Indikatoren entwickelt haben. Dabei spielten nicht nur wirtschaftliche Aspekte, sondern auch soziale und demographische Indikatoren eine Rolle. Neben Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, Beschäftigungs- und Verschuldungsquote wurden daher auch Faktoren wie die durchschnittliche Lebenserwartung, die Straftaten-Aufklärungsrate oder Kita-Ressourcen für Drei- bis Sechsjährige berücksichtigt.

Dortmund, Platz 59

In der größten Stadt des Ruhrgebiets sticht eine Problematik besonders hervor: Die Beschäftigungsquote der jungen Erwerbstätigen und der über 55-Jährigen. Bei den über 55-Jährigen sind im vergangenen Jahr knapp 37 Prozent einer geregelten Beschäftigung nachgekommen. Durchschnittlich sind es aber bundesweit rund fünf Prozentpunkte mehr.

Noch deutlicher wird das Problem bei der Jugendarbeitslosigkeit. Verglichen mit anderen Städten ist diese in Dortmund auffallend hoch. Im deutschen Mittel sind ca. 7 Prozent der Jugendlichen arbeitssuchend – in Dortmund sind es 12 Prozent. In beiden Rubriken – Arbeitslosigkeit in Jugend und Alter – reicht es für Dortmund nur für den 67. Platz im Ranking.

Dortmunder Innenstadt / Quelle: Stadt Dortmund

Dortmunder Innenstadt (Foto: Stadt Dortmund).

Großen Einfluss auf die Arbeitsweise der Stadt hat das Ranking aber nicht, die Verantwortlichen bleiben gelassen: „Intern gibt es bei uns gar keine Diskussion darüber,“ so Udo Bullerdieck von der Stadt Dortmund, „die Rankings gehen ja immer mal rauf, mal runter – je nach Kriterien. Aber solche Zahlen kennen wir sowieso, sie gehören zum täglichen Arbeitsportfolio der Stadt. Die Rankings sollen vor allem den Verkauf der jeweiligen Zeitung ankurbeln“, sagt der Sprecher der Stadt Dortmund.

Ein weiteres Defizit sehen die Forscher in der Kriminalitätsstatistik Dortmunds. Im Jahr 2012 wurden pro 100.000 Einwohner insgesamt rund 14.000 Straftaten registriert – knapp 4.000 mehr als im Bundesdurchschnitt.