50000 Tickethüllen sorgten für lange Debatte

Es war der kleinste Antrag, den der Dortmunder Allgemeine Studierenden-Ausschuss (AStA) auf der letzten Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) der TU Dortmund gestellt hat – doch über ihn wurde mehr als 45 Minuten diskutiert: Der AStA-Ticketreferent Johannes Blömeke hatte rückwirkend 3094 Euro für den Kauf von 50.000 Tickethüllen für die Studierenden beantragt. Allerdings liegt laut Blömeke der Bedarf bei nur etwa 5000 bis 8000 Hüllen pro Jahr.

Grund für den Ärger im StuPa: In Hülle und Fülle Tickethüllen. Foto Steffen Meyer

Grund für den Ärger im StuPa: In Hülle und Fülle Tickethüllen. Foto: Steffen Meyer

Ein Fehler, wie der AStA auf der Versammlung am Dienstag, 7. Dezember, selbst zugab. Man hätte höchstens die Hälfte benötigt. Der Antrag wurde am Ende mit 21 Ja- und 13 Nein-Stimmen sowie 2 Enthaltungen angenommen. Zuvor jedoch entbrannte im Sitzungssaal – dem AStA-Seminarraum – eine Debatte, die teils recht persönlich wurde. Besonders sauer stieß den meisten Parlamentariern auf, dass weder der Haushaltsausschuss noch das Parlament zu dieser Anschaffung angehört wurden. AStA-Referent Blömeke entschuldigte sich im Namen des Studierendenausschusses für diesen Faux-Pas.

So seien dem AStA während der Orientierungsphase die Plastikhüllen für die NRW-Tickets ausgegangen, die kostenlos an die Studierenden verteilt werden. Auf einem großen Paket habe zwar „Tickethüllen“ gestanden, so der AStA-Finanzreferent Ingo Manfraß, doch da „war viel Kram drin, nur keine Tickethüllen.“ Laufend seien Studierende angekommen und hätten nach den Hüllen gefragt und mussten ein ums andere Mal vertröstet werden. Der AStA beschloss, so schnell wie möglich neue Hüllen zu bestellen – in der Hektik bestellte er dann zu viele. „Wir brauchen pro Jahr etwa 5000 bis 8000 Tickethüllen“, erklärte Blömeke, „aber wir hätten ohnehin auf Vorrat gekauft, aber eben nicht 50.000, sondern nur etwa 25.000.“ Statt der beantragten 3094 Euro hätte der AStA dann nur etwa 2000 Euro ausgeben müssen – eine Differenz von etwa 1000 Euro.

Für einige Parlamentarier war das zu viel. „Die Tickethüllen sind nicht so wichtig, sie sind eine nette Zugabe“ sagte Kristina Rosenthal von der Linken Liste. Der übereilte Kauf sei daher nicht zu rechtfertigen. „Die Leute, die dafür verantwortlich sind, sollten daraus die Konsequenzen ziehen.“ Alexander Piranishvili von den Christlichen Demokraten forderte gar den Rücktritt der oder des Verantwortlichen. Einige Parlamentariar – hauptsächlich von der Linken Liste und den Christlichen Demokraten – verlangten zudem, dass der AStA der oder die Schuldige(n) namentlich nennt. Der AStA lavierte sich aber darum herum und gab auch keine offizielle Stellungnahme ab. Man wolle niemanden bloßstellen, so Blömeke.

Menschen machen Fehler“

Nina Wolf von den Grünen erklärte, dass ein Fehler gemacht wurde und dass es dem AStA wohl kein zweites Mal passieren würde. „Menschen machen Fehler“, sagte die Parlamentarierin und erntete zustimmendes Klopfen. Weitere Wortmeldungen zielten ebenfalls in diese Richtung: So soll sich der AStA schämen, den Haushaltsausschuss und das StuPa übergangen zu haben, aber wegen 1000 Euro wolle man keinen verurteilen.

Hätte das Parlament die Zahlung verweigert, wäre wahrscheinlich der AStA-Finanzreferent Manfraß auf der Rechnung sitzen geblieben. Der AStA versucht nun, die überschüssigen Tickethüllen weiterzuverkaufen, etwa an die Fachhochschule in Dortmund oder an die anderen Ruhr-Unis. Die Gespräche dazu liefen bereits, so AStA-Referent Blömeke.

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