RUB: Nazi-Forscher präsentiert Ergebnisse

Bochum. Nichts mehr mit Springerstiefel, Glatze und Lonsdale-Pulli: Neonazis sehen mittlerweile eher links aus – sagt zumindest Jan Schedler, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum (RUB). Er erforscht die Kultur der rechten Szene und hat zusammen mit Alexander Häusler das Buch „Autonome Nationalisten. Neonazismus in Bewegung“ publiziert. Das Wissenschaftsmagazin „Rubin“ der RUB berichtet nun über weitere Forschungsergebnisse.

Sie tragen Che-Guevara-Shirts, Palästinensertücher und Irokesenschnitt statt Springerstiefel und Bomberjacke: Laut Jan Schedler adaptieren die Autonomen Nationalisten, Mitglieder der lose organisierten „Freien Kameradschaft“, die Symbole und Kleidungskultur der radikalen Linken nicht ohne Grund. „Über dieses trendige Äußere ist es für sie leichter, gezielt Jugendliche anzusprechen“, heißt es in der Pressemitteilung der RUB.

In seinem Buch geht es vor allem darum, inwiefern die Autonomen Nationalisten die gesamte rechte Szene beeinflussen und verändern. Jan Schedler ist Politik-Dozent an der Ruhr-Uni Bochum. Derzeit gibt er ein Seminar zu „Rechtsextremismus in Schule und sozialwissenschaftlichem Unterricht“ und forscht unter anderem weiter im Bereich „extrem rechte Parteien und Europapolitik“.