Tischkickern – Nicht nur Kneipensport

Jens Uhlemann ist Student und Präsident. Der großgewachsene 29-Jährige ist Präsident des Nordrhein-Westfälischen Tischfußballverbandes (NWTFV), den er nebenbei auch selbst gegründet hat. Da es bis dato an einem organisierten Spielbetrieb mangelte, entschloss er sich kurzerhand die Initiative zu ergreifen und einen eigenen Tischfußballverband zu gründen. Tischfußball und Jens Uhlemann – das war allerdings keine Liebe auf den ersten Blick. Er hegte zunächst sogar eine Abneigung gegen die Sportart.

Mittlerweile spielt er für zwei NRW-Teams: Für den Foos Club Köln in der 2. Bundesliga und für das Team Foosvolk Dortmund in der Verbandsliga. Die Spiele in der Bundesliga werden an nur zwei Blockterminen ausgetragen, deswegen tritt Uhlemann noch in einer zweiten Mannschaft an. Seinem Spieltrieb kann er auch zuhause am eigenen Kickertisch nachgehen. „Da kann ich immer einen Trick trainieren, wenn mir spontan einer einfällt“, sagt Uhlemann.

Anfangs wenig angetan vom Tischfußball

„Ich wurde zum Kickern gezwungen“, erzählt er. Als er in einer Freistunde in der Schule eine herbe Klatsche einstecken musste, packte ihn der Ehrgeiz und mit viel Training entwickelte er sich innerhalb weniger Jahre zum routinierten Kicker-Crack. Kickern ist eine hohe koordinative Herausforderung, die Bälle werden bis zu 60 km/h schnell. Auf spezielle Übungen verzichtet Uhlemann jedoch. „Mittlerweile mache ich viel mit meiner Erfahrung“, so der 29-Jährige.

Die weiteste Auswärtsfahrt führte ihn zu einem Turnier nach Zürich. Auch mehrere Preisgelder konnte der Dortmunder bereits einheimsen. Bei der Deutschen Meisterschaft vergangenen Monat erreichte Uhlemann den 4.Platz, im Jahr 2011 steht er in NRW auf dem 1.Platz in der Turnierrangliste der Herren und ist Ranglistenerster in der Doppeldisziplin der Verbandsliga B geworden.

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Viel Potenzial

Für die Zukunft sieht Uhlemann noch einiges an Potenzial für die Randsportart Tischfußball. Der Sportsender Eurosport und ein großer Sponsor setzen auf Tischfußball, erste Turniere wurden bereits im Fernsehen übertragen. Beispiele wie Dart oder Snooker zeigen, dass sich auch vermeintliche Randsportarten medial aufbereiten lassen und eine solide Fanbasis etablieren können.

Und wer weiß, vielleicht sieht man dann auch in naher Zukunft Jens Uhlemann im Fernsehen kickern, weit weg von einer Kneipe. „Das hoffe ich natürlich“, stimmt Uhlemann zu.

Von Emmanuel Schneider und Thomas Borgböhmer