Problemfall Campus-Bushaltestelle

Ein viel zu schmaler Bürgersteig, unkontrolliertes Hin- und Herrennen zwischen Straßenseiten und ein Betonpfosten direkt vor der Bustür. Die Bushaltestelle am Campus der TU Dortmund ist laut Fahrgastverband Pro Bahn und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) längst nicht mehr zeitgemäß und sollte dringend ausgebaut werden.

Oft müssen die Fahrgäste für den richtigen von einer Straßenseite zur anderen rennen. Ein Zebrastreifen fehlt. (Foto: Julian Pfahl)

Oft müssen die Fahrgäste für den richtigen Bus von einer Straßenseite zur anderen rennen. Ein Zebrastreifen fehlt. Foto: Julian Pfahl

Ist es derzeitig gefährlich an der Uni den Bus zu nehmen? „Nein“, sagt Oliver Stieglitz von Pro Bahn, „gefährlich nicht, aber unglaublich unattraktiv.“ Sein Verband sieht an der Dortmunder Campushaltestelle gleich mehrere Probleme. Wer schon einmal mit dem Bus Richtung U-Bahnhof Palmweide gefahren ist, dem dürfte es aufgefallen sein: Sowohl von der West- als auch von der Osthaltestelle wird das beliebte Busreiseziel angefahren. Fährt an einer der beiden Haltestellen der Bus ein, hasten dutzende Studenten von der gegenüberliegenden Straßenseite herüber, um einen der begehrten Stehplätze im Bus zu erwischen.

Sowohl Ampel als auch Zebrastreifen fehlen hier ersatzlos, weshalb der Weg der Studenten zwangsweise durch fahrende Autos führt. Auch für Autofahrer ein Ärgernis. „Da sollte auf jeden Fall etwas getan werden, täglich rennen da Leute her. Ich möchte doch niemanden umbringen“, sagt eine Studentin. Pro Bahn und der VCD möchten etwas tun. „Ein Zebrastreifen sollte her, gerade jetzt. Durch den neuen Autobahnanschluss an die B1 kommt noch viel mehr Verkehr über den Vogelpothsweg“, erklärt Oliver Stieglitz.

Bürgersteig ist viel zu schmal

Aber das ist bei weitem nicht das einzige Problem, das die Initiative entdeckt hat. Steigt ein Fahrgast auf der schmalen Westseite aus dem Bus, steht er nicht der Uni, sondern einem dicken Betonpfeiler gegenüber, der ihm den Ausstieg erschwert. „Entweder man hat die Säule oder einen Mülleimer am Ausgang stehen“, sagt ein verärgerter Student. Daher möchte die Initiative einen wesentlich breiteren – und auch längeren – Bürgersteig. Denn halten zwei Busse zeitgleich am Vogelpothsweg, gibt es für die Gäste im hinteren Bus schon garkein Pflaster mehr. Stattdessen steigen sie ins Gestrüpp.

Zwischen der Betonsäule und dem Bus sei viel zu wenig Platz, so Pro Bahn. (Foto: Julian Pfahl)

Zwischen der Betonsäule und dem Bus sei viel zu wenig Platz, bemängelt Pro Bahn. Foto: Julian Pfahl

Behinderte haben keine Chance

Solche Verhältnisse sind nicht behindertengerecht und auch ein Aufgang für Rollstuhlfahrer fehlt. Zusammengefasst wollen Pro Bahn und der VCD also einen ausgebauten, barrierefreien Bürgersteig, einen Zebrastreifen und eine Radwegmarkierung. „Das alles wäre gar nicht teuer. Und gerade jetzt, wo die H-Bahn für viel mehr Geld ausgebaut wird, sollte man auch an die Busfahrgäste denken“, sagt Stieglitz.

Uni für Finanzierung nicht zuständig

Für eine Finanzierung wäre die TU allerdings nicht zuständig. „Wir haben erst damit zu tun, wenn Parkplätze von unserem Grundstück für einen Ausbau genutzt werden“, erklärt TU-Pressesprecher Ole Lünnemann. Nicht die Uni, sondern das Stadtplanungsamt kümmert sich um einen Ausbau – und weiß bereits Bescheid. „Das Thema Universitätshaltestelle wird auf jeden Fall diskutiert und ist in unserem Nahverkehrsplan enthalten“, sagt Lothar Michaelis, Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes. Der Nahverkehrsplan erscheint im Frühjahr 2011. „Dann wird geprüft, ob und wie ein Ausbau am Besten zu packen ist.“

Studenten sind geteilter Meinung

Doch nicht alle Studenten sehen ein Problem bei der Bushaltestelle: „Also für mich ist das größte Problem hier eher, dass die Busse viel zu klein sind“, sagt einer der Wartenden. Eine Studentin findet ebenfalls nichts, was ihr nicht passt: „Also ich find das okay hier.“ Rollstuhlfahrer waren allerdings beide nicht.

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