Formula Student: Hier geht’s nicht um die schnellste Runde

Das Team der niederländischen TU Delft hat die Formula Student Germany 2010 gewonnen. Die Sieger von 2008 setzten sich auch in diesem Jahr gegen 74 Konkurrenten aus aller Welt durch. Race-ING, die Mannschaft der FH Dortmund, belegte in der Gesamtwertung Rang 48.

Die TU Delft konnte ihren Sieg von 2008 wiederholen  Foto: Sebastian Schaal

Die TU Delft konnte ihren Sieg von 2008 wiederholen Foto: Sebastian Schaal

Vom 4. bis zum 8. August waren über 2.000 Studenten nach Hockenheim gekommen, um an der diesjährigen Ausgabe der Formula Student Germany teilzunehmen. Insgesamt waren Teilnehmer aus 21 Ländern am Start, darunter auch Mannschaften aus Kanada, Ägypten und dem Iran.

Für die deutschen Teams lief es dieses Jahr nicht optimal. Die Vorjahressieger und Weltmeister 2008, das Rennteam der Uni Stuttgart, kamen wegen eines Defekts am Gaspedal im abschließenden Endurance-Rennen über 22 Kilometer nicht ins Ziel. Damit kamen sie in der Summe nur auf Platz 15. Das Team der TU München, das im Juli die englische Ausgabe der Formula Student in Silverstone noch knapp vor den Stuttgartern gewonnen hatte, belegte am Ende Rang 7. Auch beide Teams aus Aachen kamen nicht ins Ziel. An dem Auto der FH brach die Radaufhängung, bei dem der RWTH ging der Motor in Flammen auf. Für eine Überraschung aus deutscher Sicht sorgte die Mannschaft der FH Zwickau. Im Vorjahr noch auf Platz 27, schafften es die Sachsen aufs Podium: Rang 3.

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FH Dortmund landet auf Platz 48

Am Ende waren die Dortmunder mit Platz 48 zufrieden  Foto: Sebastian Schaal

Am Ende waren die Dortmunder mit Platz 48 zufrieden Foto: Sebastian Schaal

Aus dem Ruhrgebiet war nur ein Auto in Hockenheim: Mit der Startnummer 114 ging das Team der FH Dortmund ins Rennen. Allerdings hatten sie großes Glück, überhaupt in Hockenheim dabei zu sein. „Wir haben erst in der Nacht von Sonntag auf Montag erfahren, dass wir nachrücken können. Dann sind wir sofort nach Hockenheim gefahren, um uns zu registrieren und ab Mittwoch teilnehmen zu können“, sagt Daniel Langner, Teamchef bei Race-ING. Eine Mannschaft aus Griechenland hatte kurzfristig abgesagt und damit einen der begehrten Startplätze freigemacht. Mit dem Verlauf des Wochenendes war  Langner sehr zufrieden: „Durch die technische Abnahme sind wir ohne Probleme durchgekommen. Bei dem Autocross-Rennen am Samstag hat zwar das Getriebe nicht ganz mitgespielt, aber wir haben das über Nacht hinbekommen.“

Somit konnte der schwarz-goldene Renner aus Dortmund auch am Sonntag zu dem Endurance-Lauf starten. Dort hatten die Dortmunder aber mit dem wechselhaften Wetter zu kämpfen. Immer wieder setzte Nieselregen ein, der dann stärker wurde.  „Zum Schluss war es richtig kritisch, denn es hat ordentlich geschüttet“, sagt Sebastian Meier, einer der Fahrer des Teams. „Gerade die letzte Runde war ein Hasentanz, ich wollte das Auto nur noch ins Ziel bringen.“ Und das ist gelungen, am Ende belegten die Dortmunder Platz 48. Eigentlich waren auch GETracing von der TU Dortmund und RUB-Motorsport aus Bochum gemeldet. Beide Mannschaften konnten aber wegen Problemen mit ihren Fahrzeugen nicht an den Wettbewerben teilnehmen.

Das Team der DHBW Stuttgart hatte Pech mit dem Wetter  Foto: Sebastian Schaal

Das Team der DHBW Stuttgart hatte Pech mit dem Wetter. Foto: Sebastian Schaal

Andere Teams hatten mit dem Wetter weniger Glück. Direkt nachdem das Auto von Race-ING ins Ziel gekommen war, brach die Rennleitung den Lauf ab und gab den nachfolgenden Mannschaften die Möglichkeit, von Trocken- auf Regenreifen zu wechseln. Doch trotz der passenden Reifen hatten die Teams keine Chance auf gute Zeiten. Während im Trockenen die besten Autos für eine Runde auf dem abgesteckten Kurs teilweise nur 49 Sekunden benötigten, konnten die Autos im Nassen nicht einmal die Marke von einer Minute unterbieten. So verlor unter anderem Das Team der DHBW Stuttgart viele Plätze in der Gesamtwertung, weil die direkten Konkurrenten teilweise im Trockenen fahren und so deutlich bessere Zeiten erzielen konnten.

Auch Elektro-Autos am Start

Das schnellste Elektro-Auto im Feld kam aus Stuttgart  Foto: Sebastian Schaal

Das schnellste Elektro-Auto im Feld kam aus Stuttgart. Foto: Sebastian Schaal

Erstmals fand auch ein Wettbewerb für Elektro-Autos statt. Hier konnten die Studenten von 15 Universitäten unter Beweis stellen, was der Antrieb der Zukunft heute schon alles leisten kann. So erzielte beispielsweise kein Auto mit Verbrennungsmotor die Bestzeit beim 75-Meter-Sprint. Das GreenTeam Stuttgart legte eine Zeit von 3,894 Sekunden und eine Endgeschwindigkeit von 115 Stundenkilometern vor. Das konnte aus das beste Auto mit Verbrennungsmotor aus Ann Arbor, Michigan, nicht mehr einholen (3,975 Sekunden). Auch am Ende hatten die Stuttgarter die Nase bei den E-Autos ganz vorne. Mit sechs Siegen in acht Teildisziplinen gewannen sie mit großem Vorsprung vor den Technischen Universitäten aus Eindhoven und Graz.

Am Ende Rang 7: "TU Fast" aus München  Foto: Sebastian Schaal

Am Ende Rang 7: "TU Fast" aus München. Foto: Sebastian Schaal

Auf das Thema Sicherheit wird bei den Elektro-Wagen besonders geachtet. „Wir haben gesellschaftlich gesehen kein weit verbreitetes Bewusstsein für die Gefahren im Umgang mit Hochvoltanlagen. Im Gegensatz dazu weiß fast jeder, dass man kein brennendes Streichholz in einen Benzintank werfen sollte“, sagt Lukas Folie, Verantwortlicher für die Formula Student Electric. „Die meisten der Regeln und Bestimmungen betreffen daher die Sicherheit bei Bau, Wartung und Betrieb.“

So müssen unter anderem die Batterien in einem crash-geeigneten und gepolsterten Container verstaut sein. Dieser Container wiederum muss so am Fahrzeug befestigt sein , dass er vor einem Aufprall geschützt ist und nicht in die Fahrerzelle eindringen kann. Tim Hannig, Gesamtverantwortlicher der Formula Student Germany fügt hinzu: „Wir haben dieses Jahr gute Standards gesetzt. Wir werden die Ergebnisse und Erkenntnisse von diesem Jahr sehr genau analysieren und dann in das Reglement für 2011 einarbeiten.“

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