Legale Wände für Graffiti in Essen

Essen. Seit dem Wochenende gibt es in Essen 12 neue Standorte, an denen offiziell Wände mit Graffiti besprüht werden dürfen. Diese hat das Jugendamt zusammen mit Vertretern aus der Sprayerszene ausgewählt.

Am letzten Samstag startete das Projekt „Hall of Fame“ an einer Autobahnwand am Weiglehaus nahe der Essener Innenstadt. Ziel des Projektes ist es, illegale Schmierereien an Häuserwänden zukünftig zu vermindern. An den 12 neuen Standorten sollen sich die Sprayer dann ganz legal austoben können. Gerd Dubiel vom Jugendamt Essen erklärt: „Erfahrungen in anderen Ruhrgebietsstädten wie Bochum oder Hagen haben gezeigt, dass das Angebot von legalen Flächen die illegalen Graffiti reduziert.“ In Essen gab es bisher kaum vergleichbare Projekte.

Graffiti seien keine Graffiti, wenn sie nicht illegal sind, sagte ein Sprayer bei einer Podiumsdiskussion im Essener Café Zentral. Das Projekt soll allerdings vor allem die Sprayer ansprechen, die ihre Graffities als Kunst sehen. Eine der neuen Flächen gibt es zum Beispiel im Bereich der Zoll- und Helenenstraße, die die Firma Thyssen-Krupp zur Verfügung gestellt hat. Nur an wenigen Standorten darf allerdings wild gesprüht werden. Meistens muss man vorher mit den Betreuern der jeweiligen Flächen sprechen. Dies sind teilweise Eigentümer, aber auch ältere Sprayer aus der Szene.