Duell: Cannabis legalisieren?

Unsere Autorinnen Lisa Posorske (links) und Carla Sommer streiten um die Legalisierung von Cannabis.

 

Sich ab und zu ein Tütchen rauchen – nebenan bei den Niederländern erlaubt, bei uns verboten. Doch ob auch bei uns legal gekifft werden darf, wird immer wieder rauchend heiß diskutiert. Und das nicht nur in der Politik bei den Grünen, sondern auch bei unseren Reportern Carla Sommer und Lisa Posorske.

Wir sollten uns an anderen Ländern orientieren

findet Lisa Posorske

In zahlreichen Songs besungen, aus den Zeiten der Hippies und den wilden 60ern nicht wegzudenken, von den Massen verehrt – der gute alte Joint. Aber die Zeiten der freien Liebe sind vorbei, die Tage der berauschenden Grünen Naturschönheit gezählt, zumindest hier bei uns. Besitzen, anbauen, verkaufen – alles illegal. Selbst die Medizin macht da kaum Ausnahmen.

„Hasse mal ne Tüte?“

In Deutschland hört man solche Phrasen inzwischen höchstens an der Kasse, vielleicht in Verbindung mit einem Einkauf beim Discounter. Aber natürlich würde man eine „Tüte“ unter keinen Umständen mit einem Joint in Verbindung bringen.

Barack-Yes-You-Cannabis-Obama geht uns mit gutem Beispiel voran. In den USA wird zunehmend das Hanf freigegeben. Ob Colorado oder Washington, dort stört es niemanden, wenn aus jedem zweiten Schornstein eben grüner Rauch emporsteigt statt weißer. Dort schmücken eben nicht kleine Veilchen Omas Fensterbank, sondern riesige grüne Pflanzen mit großen Blättern.

Gesundheitsförderndes Vergnügen

Warum auch nicht? Kiffen ist gesund, die grüne Wunderpflanze kann sogar heilen. Nicht umsonst wird Cannabis in anderen Ländern in der Krebsforschung eingesetzt und in der Hirnforschung und bei Parkinson und Schlaganfällen… Da wirkt es nicht nur schmerzlindernd, sondern auch entzündungshemmend und nervenschützend.

Mit den zusätzlichen Steuereinnahmen bei einer Legalisierung hätte man das aber mit Sicherheit locker wieder raus. Und garantiert auch einen gesunden finanziellen Überschuss, den man fein in die Forschung investieren könnte oder eben in die Bekämpfung der wirklich harten Drogen.

Cannabis, die Einstiegsdroge!?

„Reingezogen“ wird sich momentan nicht nur reines Cannabis, sondern auch alles, was man auf dem Schwarzmarkt mit einem gestreckten Joint dazubekommt: Schwermetalle, Sand, Haarspray, Glas. Eine Legalisierung könnte an dieser Stelle dem Schwarzmarkt einen entscheidenden Stoß versetzen. Der wäre dadurch nämlich mehr oder minder überflüssig, eine Kontrolle der Marktsituation um ein Vielfaches vereinfacht.

Dann wären auch der Kontakt und der Zugang zu den härteren Drogen erschwert, denn den bekommen die meisten Konsumenten gerade erst durch den Einkauf von Cannabis auf dem Schwarzmarkt. Das liegt also nicht an der Droge an sich, sondern daran, wie mit dem Schwarzmarkt-Problem umgegangen wird.

Für den Joint nach Amsterdam

Die Niederlande gehen uns da mit gutem Beispiel voran. Dort sind auch die harten Drogen weniger populär. Die deutsche Politik will zumindest in Teilen nachziehen – Grüne, Linke und Piraten fordern die Legalisierung. Nicht umsonst hat sich Grünenpolitiker Cem Özdemir bereits solidarisch mit der Wunderpflanze gezeigt und damit munter auf Fotos posiert.

Cannabis macht eben nicht nur schön „high“, sondern sieht obendrauf auch noch schön aus. Und das nicht nur auf Fotos, sondern auch im Garten daheim, neben den Tomaten im Gewächshaus, oder wie bereits erwähnt, bei Omi auf der Fensterbank.

 

Cannabis sollte verboten bleiben

findet Carla Sommer

Kiffen ist cool, kiffen entspannt und die Amis machen es auch – Cannabis legalisieren.

„Legalize it!“ – das lässt sich in Reggae-Songs so schön mitschmettern an einem Sommertag am See. Und wenn mal ein oder zwei Joints die Runde machen, kann das doch nicht so schlimm sein, oder? Doch!

Droge kann Verhaltensstörungen auslösen

Das Problem: Aus Gelegenheitskiffen wird schnell „Smoke Weed everyday“ Ein Argument der Cannabis-Verfechter: Die Droge sei ungefährlicher und gesünder als Alkohol. Das macht es jedoch nicht besser: Cannabis macht zwar nicht aggressiv, wie es die legale Droge Alkohol bei manch einem tut, es macht aber extrem schnell abhängig.

Hinzu kommt, dass viele Kiffer durch den regelmäßigen Konsum teilnahmslos und vergesslich werden. Bei manchen löst die grüne Droge sogar Verhaltensstörungen wie Schizophrenie oder Angststörungen aus.

„Du hast mein Gehirn zerstört“

Three 6 Mafia besingen genau das in ihrem Song „Stay High“: „Mary Jane, since I have met you girl, you ruined my brain“

You ruined my brain, du hast mein Gehirn zerstört – genau das habe ich auch schon in meinem eigenen Umfeld beobachten können: als ich kürzlich auf einer Party zwei Mitschüler, die schon in der Abizeit „hin und wieder einen durchgezogen hatten“, wiedertraf, erkannte ich sie kaum wieder. Beide hatten ihr Studium abgebrochen und beschwörten mit müden Augen den Niedergang der Gesellschaft innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Cannabis als Einstiegsdroge

Aktuell ist der Besitz von sechs Gramm Marihuana für den Eigenbedarf in Deutschland gesetzlich erlaubt. Doch Forderungen nach einer Hochsetzung der Grenze und nach einem „selbstbestimmten Konsum“ werden immer lauter. „Selbstbestimmter Konsum“ – das mag nach „young, wild and free“ klingen. Die Flucht in den Drogenrausch ist aber das genaue Gegenteil von einem hippen, selbstbestimmten Leben.

Denn Kiffen kann nicht nur die Persönlichkeit verändern. Häufig ist Cannabis auch eine Einstiegsdroge und setzt die Hemmschwelle herab, auch mal „‘was Härteres“ ausprobieren zu wollen. Außerdem brechen viele Kiffer ihre Ausbildung oder ihr Studium ab und fangen an, zu dealen, um sich ihre Sucht zu finanzieren.

„Dont legalize it“

In Afromans berühmten Lied „Because I Got High“ heißt es:

„I was gonna go to work but then I got high,
I just got a new promotion but I got high,
Now I’m selling dope and I know why yea-hey,
‚Cause I got high because I got high because I got high“

Mal an einem Joint zu ziehen, mag kein Problem sein. Doch die Legalisierung kann gerade für Jugendliche den Einstieg in die Sucht und das Drogenmilieu sein. Darum: „Don’t legalize it, yeah yeah, that’s the worst thing you can do!“

das-duell-feederFoto: stockxchng/bizior, S. Hofschlaeger/pixelio.de, Montage: Brinkmann/Schweigmann 
Teaserfoto: flickr.com/Remi Noyon (cc-by-2.0)

1 Comment

  • Endless Mike sagt:

    Selten so viel Blödsinn gelesen. Ich weiß, der Artikel ist schon vier Jahre alt, aber ich muss es trotzdem loswerden.
    Zum Pro-Teil:
    Hier wird gerade so getan, als wäre Marihuana in den 60ern legal gewesen und heute zu einem seltenen Phänomen geworden. Dabei beweisen doch Fotos, z.B. von Özdemir, das Marihuana sehr wohl auch in der Mitte der Gesellschaft präsent ist. Störend sind außerdem Formulierung von „grünem Rauch“ und „riesigen Pflanzen“. Ich weiß, es soll ansprechend wirken, eine lockere, Schreibweise, grüner Rauch weil Marihuana grün ist – aber Marihuanarauch ist weiß und die Pflanzen „normal groß“, wenn es sowas gibt.
    Nun zum Contra-Teil, an Blödsinnigkeit kaum zu übertreffen:
    1. Wie schnell Marihuana abhängig macht, ist extrem subjektiv. Auch die Auswirkungen der Droge auf die Psyche übrigens. Wenn man wirklich soweit gehen will, das Muster von Abhängigkeiten und des Entzuges zweier Drogen, hier Alkohol und Marihuana, zu vergleichen, muss man aber feststellen, dass Alkoholentzug schwerste, körperliche Symptome hervorruft. Auch der regelmäßige Konsum von Alkohol ist deutlich schädlicher.
    2. Die annekdotische Evidenz bezüglich irgendwelcher alten Schulfreunde, die ihr Studium abgebrochen haben, ist ja sehr niedlich, aber auch genauso bescheuert. Dem kann ich dann entgegen halten, dass einige meiner Schulfreunde, die früher extrem viel gekifft haben und bis heute nicht komplett damit aufgehört haben, ihr Leben durchaus im Griff haben. Einer ist mittlerweile Doktor der Physik, ein zweiter ist Altenpfleger, ein dritter Lehrer am Gymnasium. Keiner von denen hat übrigens sein Studium oder die Ausbildung abgebrochen und angefangen zu dealen um den Konsum zu finanzieren. Welche Statistiken belegen, dass dies „viele Kiffer“ tun, würde ich doch gerne mal wissen.
    3. Interessieren würde mich auch, welches Gesetz den Besitz von sechs Gramm Marihuana erlaubt. Marihuanabesitz, Anbau, Im- wie Export, Weitergabe und Verkauf sind verboten. Beim Besitz von geringen Mengen, die von Bundesland zu Bundesland variieren, kann mit Blick auf entsprechende Richtlinien von einer Strafverfolgung abgesehen werden. Gesetzlich verankert ist das aber nicht und liegt damit einzig und allein im Ermessen der jeweiligen Staatsanwaltschaft.
    4. Marihuana als Einstiegsdroge ist ein weiteres Nonsens-Argument. Denn keiner der Konsumenten dürfte mit Marihuana die „Drogenkarierre“ begonnen haben. Vor dem ersten Joint steht das erste Bier. Nach dieser Logik sollte dann Alkohol verboten werden, weil es die Hemmschwelle für ein Rauscherlebnis herabgesetzt.
    5. Das eine Legalisierung gerade Jugendliche gefährdet, ist hirnrissig. Denn Jugendliche beziehen die Droge aus unregulierten Quellen ohne jeden Jugendschutz. Der legale Verkauf würde natürlich nur an Personen über 18 Jahren erfolgen. Die Folge wäre eine schlechtere Verfügbarkeit der Droge für Jugendliche durch den zu erwartenden Einbruch des illegalen Marktes. Lässt sich garantieren, dass nicht irgendjemand legal erworbenes Marihuana mal an Jugendliche weitergibt? Natürlich nicht, genauso wenig wie beim Alkohol. Aber auf jeden Fall würde es den Konsum unter Jugendlichen eindämmen.

    Aber ansonsten war es gut.

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