Pauken statt Party

Der Countdown läuft: In knapp vier Wochen ist das Wintersemester schon wieder vorbei. Für die Studenten heißt das: Lernen, Lernen, Lernen! Denn mit dem Ende des Semesters startet für viele ein regelrechter Prüfungsmarathon. Wer jetzt erst mit dem Lernen anfängt, gerät schnell in Panik. Es gilt: Ruhe bewahren, kontinuierlich arbeiten und vor allem – immer wieder kleine Pausen machen.

Viele Studenten sind mit dem Lernstress überfordert. Die psychologische Studienberatung kann ihnen weiterhelfen. Foto: Hanna Zimmermann

Viele Studenten sind mit dem Lernstress überfordert. Die psychologische Studienberatung kann ihnen weiterhelfen. Foto: Hanna Zimmermann

Die ruhige Weihnachtszeit ist endgültig vorbei. Und mit ihr, all die guten Vorsätze, in den Ferien wenigstens etwas für die Universität gelernt haben zu wollen. Viele Studenten stehen jetzt vor einem riesigen Bücherberg voll Arbeit. Pauken statt Party lautet in diesen Tagen die Devise in den Studenten-WG`s – oder auch einfach nur, Stress pur. Grund für die Verzweiflung: Einige Studenten fangen jetzt erst mit dem Lernen an und wissen nicht, wie sie die ganze Arbeit bewältigen sollen. Gerade Stress ist aber Gift für gute Leistungen, weiß Bozena Fitzek-Toepsch, Psychotherapeutin bei der psychologischen Studienberatung der TU Dortmund: „Wer jetzt erst anfängt zu lernen, sollte auf jeden Fall Ruhe bewahren. Denn nur wenn man ruhig ist, kann man in einer Prüfung seine beste Leistung abrufen. Wer stressgeladen in eine Prüfung geht, ist in jedem Fall weniger leistungsfähig.“

Zum Bestehen ist es noch nicht zu spät

Fakt ist auch: Wer jetzt erst mit dem Lernen anfängt, fängt definitiv zu spät an. „Ich würde jedem Studenten empfehlen, vor Prüfungen strukturiert und geplant zu arbeiten – und vor allem langfristig“, rät Fitzek-Toepsch. Sollte man diese Chance verpasst haben, gilt es jetzt mehr denn je kontinuierlich jeden Tag etwas zu lernen. „Wichtig ist dabei aber, dass die Studenten die Ansprüche an ihr eigenes Leistungsniveau auf Bestehen herunterschrauben. Bestehen ist erst einmal gut. Das beim Lernen Lücken auftauchen, ist völlig normal. Die Studenten sollen sich von den Lücken möglichst aber nicht in Stress versetzen lassen, sondern sie erwarten“, sagt die Psychotherapeutin. Es sei zwar spät zum Lernen, aber noch nicht zu spät. „Man sollte jetzt ruhig mutig zu dem Grundsatz stehen: Mut zur Lücke. Und zur Not gilt es abzuwägen: Ist es die erste, zweite oder dritte Prüfung? Gegebenenfalls schiebt man dann lieber eine.“

Prüfungscoaching an der Uni

Für alle Studenten, die mit dem Prüfungsdruck nicht mehr umzugehen wissen, bietet die psychologische Studienberatung jedes Jahr neben Einzelgesprächen auch Workshops an – darunter ab diesem Januar „Prüfungscoaching“ und „Anfangen statt aufgeben“. Schwerpunkte dieser Angebote sind neben Motivationsübungen auch die genaue Besprechung von Zeit- und Arbeitsplänen. „Die richtige Zeiteinteilung spielt bei der Prüfungsvorbereitung eine ganz wesentliche Rolle. Doch auch hier gilt: Die Kurse machen in erster Linie für diejenigen Sinn, die sich langfristig auf ihre Prüfung vorbereiten – weniger für Studenten, die jetzt erst anfangen zu lernen“, sagt Bozena Fitzek-Toepsch. Beide Kurse sind bereits vollständig ausgebucht. Der Bedarf ist immer da. „Für Einzelgespräche stehen wir daneben aber immer bereit. Derzeit kann es allerdings aufgrund der Nachfrage bis zu zwei Wochen dauern. Wer vor seinen Prüfungen ein Gespräch möchte, sollte sich also möglichst beeilen“, betont Ellen Wiese, ebenfalls Psychotherapeutin an der TU. Nach Angaben der Beratungsstelle sei es zum jetzigen Zeitpunkt zwar zu spät, inhaltliche Weichen zu stellen. Doch gerade für die Studenten, die einfach mal ein offenes Ohr brauchen, seien die Einzelgespräche immer sehr sinnvoll.

Wie sieht die Lage bei den Studenten aus?

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Erdal Tanrikulu (27) studiert im 8. Semester Betriebswirtschaftslehre. Fotos: Christian Kleber

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„Ich habe jetzt noch zwei Klausuren und danach die Thesis vor mir. Im letzten Semester spürt man auf jeden Fall viel Druck vor den Prüfungen. Wenn ich nur eine Prüfung nicht schaffe, muss ich direkt ein Semester länger studieren. Außerdem bin ich in einem Fach schon einmal durchgefallen und muss jetzt den zweiten Versuch schaffen. Für mich heißt das momentan jeden Tag sechs bis sieben Stunden lernen. Zu irgendeiner Prüfungsberatung zu gehen, kam für mich aber nie in Frage. Ich arbeite lieber selbstständig.“

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Karin Kösling (21) studiert im 3. Semester die Fächer Mathematik und katholische Religion für das Haupt- und Realschul-Lehramt.

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„Prüfungsstress? Habe ich nicht! Ich bereite mich schon das ganze Semester gut auf die Prüfungen vor. In diesem Semester sind es drei Klausuren und zwei Hausarbeiten. Langfristige Planung ist dabei alles für mich – vor allem bei den Klausuren. Nach den Vorlesungen fasse ich mir regelmäßig die Themen zusammen, damit das am Ende nicht alles zu viel auf einmal wird. Damit der Stress am Ende nicht zu groß wird, kann ich allen nur raten: Immer am Ball bleiben!“

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Fabian Alfes (20) studiert seit dem Wintersemester 2011/12 Informatik.

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„Bis jetzt hält sich der Prüfungsstress bei mir noch in Grenzen. Ich sollte aber langsam garantiert einmal anfangen, mich mehr auf meine Prüfungen vorzubereiten. Ich schreibe ab Februar insgesamt drei Klausuren. Im Gegensatz zur Schule ist das Lernpensum an der Uni aber viel größer. Bedenken, dass ich das alles nicht packen werden, habe ich aber keine.“

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Svenja Harde (25) studiert im 3. Mastersemster Grundschullehramt.

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„Momentan habe ich zum Glück nur noch eine Hausarbeit vor mir. Ich kann mich aber noch gut an die Zeit im Bachelor erinnern. Das war da mit den Prüfungen oft alles viel zu viel. Wir haben teilweise drei Klausuren an einem Tag schreiben müssen. Da war das Stresslevel schon enorm hoch. Das Meiste, an das ich mich erinnern kann, waren glaube ich elf Klasuren, die wir alle innerhalb von nur einer Woche schreiben mussten. Da hilft manchmal nur auf Lücke zu lernen.“

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