Die Zukunft des FZW

Seit Anfang des Jahres ist das Freizeitzentrum West in Privatbesitz. Neuer Geschäftsführer ist Till Hoppe, der zusammen mit Michael Lohrmann, Herausgeber der Musikzeitschrift VISIONS und Volker May, dem bisherigen Booker, das Programm des Clubs gestalten wird. Mit einem ehrgeizigen Ziel: Das FZW soll einer der besten Clubs ganz Deutschlands werden. Im Interview sagen uns Till Hoppe und Michael Lohrmann, was Neues kommt und was bleiben wird.

Till Hoppe, Geschäftsführer FZW; Foto: Anna Hückelheim

Till Hoppe ist als Gastronom und Geschäftsführer der panUrama GmbH auch im "U" vertreten. Foto: Anna Hückelheim

Till, wieso hast du dich dazu entschieden, neuer Betreiber des FZW zu werden?

Till Hoppe: Erstens wegen der Wertigkeit des Programms, das im letzten Jahr tatsächlich hier gewesen ist, und wegen des Wunsches, dieses auch weiter fortzuführen. Zweitens habe ich aber auch das Ziel, in Kombination mit dem „Dortmunder U“ ein Gelände zu schaffen, das ein neuer Hot Spot in Dortmund werden kann und soll. Da soll es Synergien geben, auch wenn die Konzepte unterschiedlich sind. Geplant ist zum Beispiel ein großer Beach-Biergarten, der zwischen dem FZW und dem „Dortmunder U“ entstehen soll.

Michael, du bist Herausgeber der Musikzeitschrift VISIONS – wie wirst du deine Erfahrungen bei der Gestaltung des Programms im FZW einbringen?

Michael Lohrmann: Ich glaube, VISIONS kann Einfluss auf das Programm des FZW ausüben. Wir haben recht gute Verbindungen in die Musikindustrie – sowohl zu Plattenfirmen als auch zu Konzertveranstaltern. Das ist ein Teil meiner Arbeit, die ich tagtäglich mache. Ich glaube, dass das Synergien sind, die gewinnbringend für das FZW eingebracht werden können. Von daher wähne ich das als Bereicherung für den Laden.

Es gab in den letzten Wochen viele Gerüchte rund um den Verkauf. Viele haben befürchtet, dass das FZW sich stark verändert, zum Techno- oder House-Club wird. Wie sieht euer Plan aus? Wird es Änderungen am Musikstil des FZW geben?

Michael Lohrmann, FZW, VISIONS-Herausgeber; Foto: Anna Hückelheim

Michael Lohrmann sieht die Zukunft des FZW positiv. Foto: Anna Hückelheim

Michael Lohrmann: Nein, nicht zwingend. Das FZW steht ja für eine gewisse Art von Musik und die ist in erster Instanz sicherlich sehr gitarrenlastig. Das ist das Gesicht vom FZW und das wird sicherlich auch beibehalten werden. Das heißt aber nicht, dass andere jugendkulturelle Strömungen, die wichtig sind, im FZW keinen Platz hätten. Ganz im Gegenteil: Es gibt auch Segmente, wie jetzt aus dem elektronischen Bereich oder Hip-Hop, die auch im FZW stattfinden sollen.

Was heißt das konkret, also was können die Besucher in nächster Zeit erwarten?

Till Hoppe: Eines dieser neuen Formate wird die „Rabenschwarze Nacht“ sein, die musikmäßig eher in die Richtung Gothic, EBM, Wave geht. Das ist wirklich etwas für die schwarze Szene. Das ist aber nur eins von mehreren Formaten und natürlich wird es auch kommerziellere geben – jetzt nicht diese typische 80er Parties, sondern Veranstaltungen, die eine gewisse Bandbreite aus dem Bereich Rock haben oder Disco Classics, Funk und Soul beinhalten.

Das FZW ist nicht nur für Parties, sondern auch für Konzerte bekannt. Könnt ihr uns verraten, was es in diesem Bereich in den nächsten Monaten geben wird?

Club Sabotage, FZW, VISIONS; Foto: Anna Hückelheim

"Club Sabotage" wird auch weiterhin zum Programm des FZW gehören. Foto: Anna Hückelheim

Till Hoppe: Dadurch, dass wir erst recht spät den Zuschlag für das FZW bekommen haben, konnten wir verschiedene Konzerte leider nicht buchen, denn verschiedene Bookings müssen mit einem großen Vorlauf gemacht werden. Daher besteht gerade jetzt am Anfang das Problem, dem vorhandenen Anspruch gerecht zu werden. In den nächsten Wochen finden deshalb nur Parties statt, die jeder auch schon kennt: „Firestarter“, „Club Sabotage“, „Too Old To Die Young“ und die „FZW Clubnight“. Das sind auch die Formate, die weiterhin bestehen werden neben „Lauscher“ und „Rockstage“.

Wie sehen eure Ziele für die Zukunft des FZW aus?

FZW, Till Hoppe, Michael Lohrmann; Foto: Anna Hückelheim

Till und Michael wollen gemeinsam mit Volker May in den nächsten Monaten weitere neue Partykonzepte entwickeln. Foto: Anna Hückelheim

Michael Lohrmann: Wir haben ganz klar den Anspruch, dass wir ab Herbst dieses Jahres einen Laden haben werden, der zu den Top Drei der Clubs in Deutschland gehören wird. Sowohl inhaltlich, als auch was die Infrastruktur betrifft – sprich Licht, Sound, Bühnenmöglichkeiten. All das, was einen Club ausmacht, existiert bereits. Jetzt geht es darum, das Ganze mit Leben zu füllen und da wollen wir definitiv eine der drei großen Adressen in Deutschland sein.

Vielen Dank für das Gespräch!