„Piano“ ist dieses Duo nicht

Zwei talentierte Pianistinnen, zwei Konzertflügel – und schon ist super Unterhaltung garantiert. Die „Queenz of Piano“, ein Musiker-Duo aus München und Freiburg, sind bekannt für ihre außergewöhnliche Bühnenshow.  Aber dazu brauchen Anne Folger und Jennifer Rüth nicht viel – sie setzen einfach auf ihre Ausstrahlung. Bei ihrem Konzert im Hansa-Theater in Dortmund-Hörde begeisterten sie vor ausverkauften Rängen mit einem Mix aus Klassik und Kabarett.

Die QUEENZ, wie sie heute oft genannt werden, haben auch schon eine eigene CD auf den Markt gebracht, damals unter dem Namen "Die Funtasten". Foto: Mareike Fangmann / Teaserbild: Birgit H. / pixelio.de.

Die QUEENZ, wie sie heute oft genannt werden, haben auch schon eine eigene CD auf den Markt gebracht, damals unter dem Namen "Die Funtasten". Foto: Mareike Fangmann / Teaserbild: Birgit H. / pixelio.de.

„Seit drei Jahren stehen wir nun gemeinsam auf der Bühne“, erzählt Teil eins des Duos, Anne Folger. „Wir experimentieren einfach sehr gerne gemeinsam und da hat sich dann diese Bühnenshow entwickelt. Sowas kommt eben bei zwei guten Freundinnen, die gerne Witze machen, dabei raus“, sagt die Blondine weiter. Kennengelernt haben sie sich durch die Liebe – nicht die Liebe zueinander, sondern die Liebe zum Klavier: „Ich habe damals per Zeitungsannonce eine Piano-Partnerin gesucht und Anne hat sich gemeldet“, denkt Jenny Rüth an die Anfänge zurück. Seither touren sie zu zweit durch Deutschland, aktuell mit ihrer „Tasta Tour“. Und dass die überzeugen kann, beweist die Show am Freitag, dem 7. Dezember im Hansa-Theater.

Eine Show der Multitalente

Dort hieß es Abwechslung pur – trotz fehlender Requisiten. Denn die Musikerinnen benötigen nur eines: ihre Persönlichkeit. So sorgten sie mit ihrer humorvollen Kabarett-Show für tolle Stimmung im Saal. Neben witzigen Sprüchen, Vorlese-Einlagen und Schauspielerei zeigten die beiden Frauen auch ihr körperliches Geschick. Sie duellierten sich darin, auf dem Klavier die athletischste Pose einzunehmen. Während die eine mit den Beinen aufs Klavier gelehnt spielte, übertrumpfte sie ihr Gegenüber, indem sie rückwärts liegend in die Tasten haute. Echte QUEENZ auf dem Piano eben. Und das musikalische Können bewiesen sie natürlich auch.

Auf viel Schnickschnack verzichten Jenny (l.) und Anne. Stattdessen konzentrieren sie sich auf ihr musikalisches Können und ihren sympathischen Humor. Foto: Felix Groteloh / ursart.de.

Jenny (l.) und Anne verzichten auf Schnickschnack. Stattdessen konzentrieren sie sich auf ihr musikalisches Können. Foto: Felix Groteloh / ursart.de.

Geschickt glitten die Finger über die Tasten, kein falscher Ton war zu hören. Eingeleitet wurde der Abend mit Michael Jacksons „Thriller“ – gruselig sollte es aber nicht werden. Stattdessen gab es für das Publikum von jedem Stil etwas zu hören. Vor allem schnelle Rhythmen lassen Anne und Jenny gerne ertönen – und das international. Es ging von Argentinien nach Griechenland und am Ende ganz heimatlich nach Bayern. Ruhige Töne standen zwischendurch auch mal auf dem Programm.  Dabei entzückten die hübschen Multi-Talente nicht nur die Ohren. Auch visuell sorgten sie für gute Unterhaltung. Von einem Flügel ging es zum anderen oder es wurde zu zweit an einem gespielt.

Mitmachen erwünscht

Und weil die zwei humorvollen Damen viel Wert auf die Nähe zu ihren Fans legen, wurden die natürlich in die Show einbezogen. Neben taktvollem Klatschen, haben sich die „Queenz of Piano“ aber auch noch kleine Aufgaben ausgedacht: Zum Einen hieß es „mit raten“ beim Krimi-Ratespiel. In einer kleinen Mord-Story wurden die Verdächtigen gesucht. Mit kleinen Passagen aus bekannten Songs mussten die Besucher den Interpreten – beziehungsweise potentiellen Mörder – herausfinden. Dabei kamen unter anderem Amy Winehouse, die Ärzte, Bach oder auch Verdi in Frage.

Eine andere Aktion forderte zwei Freiwillige aus dem Publikum. „Wie damals in der Schule“, vergleicht Jenny ihre kleine Aufgabe. Am Ende fanden sich dann zwei – mehr oder wenig freiwillige –  Besucher, die zu Protagonisten für eine kurze James Bond-Szene wurden und plötzlich als Liebespaar agieren mussten. Unterhaltsam war es allemal.

Langeweile? Fehlanzeige!

Nach etwa zwei Stunden voller Spaß, Abwechslung und hoher Klavier-Kunst war Schluss. Und das Publikum komplett überwältigt von so viel Kreativität und Professionalität. „Ich war nicht eine Sekunde lang gelangweilt. Einfach toll, was die zwei gezeigt haben!“, sagt eine Besucherin begeistert. „Das werde ich auf jeden Fall weiterempfehlen.“ Denn die QUEENZ kommen 2013 für zwei Termine noch einmal ins Hansa-Theater und versprechen eine genauso unterhaltsame und leichthändige wie am Freitagabend.