Ein Besuch in Oberstaufen

Blühende Wiesen, hohe Berge und stilechte Papiercontainer in der Innenstadt: Das ist Oberstaufen im Allgäu, wie es sich im Netz darstellt. Google Street View war im August 2010 dort und hat das Dorf aufgenommen. Jetzt stand es als eines der ersten Flecken in Deutschland online. Die Pflichtlektüre hat sich selbst ein Bild gemacht.

Hier beginnt die digitale Reise durch Oberstaufen: Auf der grünen Wiese neben der Bürgermeister-Hertlein-Straße. (Quelle: Google)

Hier beginnt die Reise durch Oberstaufen: Auf der grünen Wiese im Sonnenschein. (Bild: Google)

Die Ankunft

Zunächst ein bisschen orientierungslos kommen wir an. Die Bürgermeister-Hertlein-Straße bietet ein Alpenpanorama der besonderen Art. Zwei Merkmale der Marktgemeinde Oberstaufen im Allgäu fallen sofort auf: Der immer währende blaue Himmel und die saftigen grünen Wiesen. Idylle pur. Noch weit entfernt ist der winterliche Ski-Rummel. Im Hintergrund ein paar Häuser im lokalen Baustil: weiß gekalkt mit holzverbrämtem Obergeschoss.

Auf geht’s in die Innenstadt. Doch wo ist die? Es ist nur schwer eine Kirche in der Ferne auszumachen, kein Straßenschild weist uns den Weg. Wir folgen der Bürgermeister-Hertlein-Straße nach rechts. Dort zoomen wir uns hinter einer hübschen Hecke ins schwarze Nichts. Gerne hätten wir uns den Sonnenschirm des großen Hauses näher angeschaut. Ein dunkler Bildschirm erscheint. Die Datenbank soll bald aktualisiert werden. Ein anderes Mal also. Hierhin lohnt es sich zurückzukehren.

Wer vom Weg abkommt, der kann nur beten: Kapelle in Oberstaufen. (Quelle: Google)

Wer vom Weg abkommt, der kann nur beten: Kapelle in Oberstaufen. (Bild: Google)

Endlich eine Sehenswürdigkeit

In der anderen Richtung sieht es schon besser aus. Die Bürgermeister-Hertlein Straße wird zur Bürgermeister-Wucherer-Straße und als wir einen kleinen Gang in die Immenstädter Straße machen entdecken wir ein niedliches Kappellchen. Leider ist die Inschrift nicht zu lesen. Allerdings hat die Kapelle einen wunderschön geschwungenen Handlauf und das ortstypische rauhverputzte Mauerwerk ist hier besonders gut zu betrachten.

Der Ortskern ist nicht fern

Ein Hauch von Exotik: Fremdartige Recycling-Container in Oberstaufen. (Quelle: Google)

Ein Hauch von Exotik: Recycling-Container in Oberstaufen. (Bild: Google)

Die Innenstadt haben wir immer noch nicht gefunden. Glücklicherweise gibt es die Kartenfunktion. Wir stellen sie ein, unser Avatar erscheint am Rande von Oberstaufen und wir lassen ihn durch den Ortskern hüpfen. Besonders sehenswert: Das Bahnhofs-Bäck direkt am Hauptbahnhof, in dem wir in nettem Straßenambiente besondere Backwaren verzehren könnten, wenn wir nicht in Dortmund vor dem Computer säßen.  Auf der Kalzhofer Straße die ortstypischen Recycling-Container. In ihrer rund-kompakten Bauart und von einem lokalen Künstler mit seinem Emblem verziert, setzen sie ein Zeichen für die örtliche Recycling-Wirtschaft.

Auf der Schloßstraße sind wir im Kern der 7000 Seelen-Gemeinde. Hier gibt es Kerzen, Edelsteine und Elektrogeräte zu kaufen. Mit seiner verschwommenen, kaum zu durchblickenden Auslage, ist das örtliche Elektrofachgeschäft ein Muss für alle Rätselfüchse, die sich auf Suchspiele spezialisiert haben. Die Kirche findet sich übrigens auch hier nicht. Kein Wunder: Google-Street View hat noch einiges ausgespart von Oberstaufen.  Also raus aus der Enge.

Rein in die Berge

Ganzjährig blau ist der Himmel im digitalen Oberstaufen. (Quelle: Google)

Ganzjährig blau ist der Himmel im digitalen Oberstaufen. (Bild: Google)

Zwei Straßen führen aus dem Dorf hinaus in die Berge. Eine führt nach Weißach. Die nehmen wir und schauen zunächst auf Wald und dann auf saftige grüne Wiesen und den immer währenden blauen Himmel.  Wir stellen fest: Die schwärmerische Einöde von Oberstaufen engt uns mehr ein, als jede überfüllte Vorlesung im heimischen Ruhrgebiet. Gut, dass wir in Dortmund vor dem Computer sitzen und nicht in diese Einsamkeit rausmüssen. Das nächste Mal geht’s dann nach Mallorca. Dort wird Geselligkeit ja bekanntlich groß geschrieben.