Der Henkelmann

Ich finde es schön, wenn unsere eigene Geschichte des Ruhrgebiets mit kleinen Gesten unsterblich gemacht wird. Damit möchte ich absolut nicht auf das Kulturhauptstadtjahr anspielen, oder größere Veranstaltungen im Pott beschreiben, die nach der Duisburger Loveparade hermetisch limitiert wurden, sondern positivere Ereignisse. An der Ruhr-Uni ist dies mit dem Bergbau geschehen: Mit unserer Geschichte des schwarzen Goldes.

Wer in letzter Zeit in einer der größeren Cafeterien war, wird ihn kennen: Den neuen Henkelmann.

Zu Zeiten des Bergbaus war das quasi die Kindergartentasche der Bergleute, in welcher Suppe, Fleisch, Gemüse oder Ähnliches zur Arbeit mitgebracht wurde. Sie waren aus Metall und hatten einen Henkel. Und da ein Bergmann ihn häufig nutzte, setzte sich der Name Henkelmann fest, selbst wenn andere (zugegebenermaßen in dieser Region kleinere) Berufsgruppen ihn auch nutzten.

Aufgrund seiner Hitzebeständigkeit konnte man den Henkelmann problemlos auf damaligen Öfen erhitzen. Ja sogar auf diesen riesigen Koksöfen. Mit dem an der Ruhr-Uni eingeführten Henkelmann ist dies natürlich nicht möglich. Seine Form erinnert mich eher an das chinesische Essen, was in Hollywoodfilmen geliefert wird. Weiße Pappe mit roten oder grünen Verzierungen zusammengehalten durch einen schwachen Metallbügel.

Aber auch wenn das leicht instabil klingt, finde ich die Idee, die Symbiose und die Ausführung super, denn meine Arbeits- und Vorlesungszeiten kollidieren zuhauf mit der Mensaöffnungszeit. Da hilft so ein warmes Essen aus dem Henkelmann gegen 15:30Uhr in der Cafeteria ungemein!

Sogar die Portion ist für mich im Gegensatz zu den Portionen der Nudeltheke angenehm bemessen. Nach einem Henkelmann verfalle ich nur selten in ein Fresskoma, in welchem ich dann in einer späteren Vorlesung nicht mehr unterscheiden kann, ob ein Professor ein Klopfen am Ende überhaupt für seine Vorstellung überhaupt verdient hat… aber das meine lieben Leser, ist eine andere Geschichte.

1 Comment

  • Eva sagt:

    Hallo Anne,

    ich bin überrascht: Diese Kolumne ist ja mal ganz okay. Da du in letzter Zeit viel Kritik einstecken musstest, wollte ich dich hiermit auch mal loben. Im Gegensatz zu dem Mist, den du mehrheitlich schreibst, ist das hier interessant, hat eine Relevanz und sprachlich erinnert die Kolumne nicht an lose einander gefügte Wörter ohne jeglichen Zusammenhang.

    MFG
    Eva

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