In Dortmunder Bussen wird elektronisch kontrolliert

Der Bus fährt nah an den Bordstein heran. Am Haltestellen-Schild drängeln sich schon die Fahrgäste. Als die Tür aufgeht, steigen sie hastig ein – und stürmen in den Bus. Doch seit heute geht es gemächlicher zu beim Einsteigen in Dortmunder Busse. Neben dem Fahrer befindet sich ein kleiner Automat, an den die Passagiere ihre Chipkarten halten. Immer schön der Reihe nach, einer nach dem anderen. Nur wenn das Gerät „piep“ macht und es grün aufleuchtet, darf man mitfahren.

Foto: DSW 21

Seit Montag, 08. August 2011, werden die Tickets in Dortmunder Bussen elektronisch kontrolliert. Foto / Teaserfoto: DSW21

Bei dem Automaten handelt es sich um das neue elektronische Kartenlesegerät, das andere Verkehrsunternehmen schon länger eingeführt haben. In Duisburg, Essen und Düsseldorf fährt das Gerät bislang schon mit. Von heute an kontrolliert auch bei der DSW 21 in Dortmund nicht mehr der Busfahrer jeden Fahrgast selbst auf ein Ticket, sondern er bekommt Unterstützung vom Lesegerät.

In den Osterferien erfolgte in ausgewählten Bussen in Dortmund bereits ein Testlauf für die elektronische Ticketkontrolle, bei dem auch Schwachstellen bereinigt wurden. Nun sind sämtliche Fahrzeuge aller Linien mit einem Lesegerät ausgestattet und im gesamten Raum Dortmund werden die Chipkarten elektronisch überprüft.

Die neuen Lesegeräte befinden sich im Eingangsbereich der Busse neben dem Zahltisch. Der Fahrgast soll von nun an beim Einstieg in das Fahrzeug sein Ticket parat halten und es im Bus dann an das Lesegerät halten. Innerhalb weniger Sekunden ertönt dann ein Signal, das dem Fahrer und dem Fahrgast die Gültigkeit des Tickets bestätigt. Ist das Ticket ungültig, gesperrt oder nicht lesbar, erscheint ein rotes Symbol auf dem Display und der Fahrgast wird aufgefordert, sich an den Fahrer zu wenden.

Sichtkontrolle fällt weg

Somit muss der Fahrer nicht jedes einzelne Ticket selbst per Sichtkontrolle prüfen. Durch das Scannen soll der Einstiegsvorgang nicht länger dauern, als bisher. Das neue System soll nicht nur die Kontrolle der Tickets erleichtern, sondern auch dem Fahrgast zugute kommen. Denn als gestohlen oder vermisst gemeldete Tickets können nun leichter vom Verkehrsbetrieb gesperrt werden und bei missbräuchlicher Verwendung in den Fahrzeugen eingezogen werden.

Elektronische Ticketkontrolle in Dortmunder Bussen

Ticket an den Scanner halten, statt dem Busfahrer zeigen: Das elektronische Verfahren soll die Fahrscheinkontrolle in Dortmunder Bussen erleichtern. Foto: DSW21

„Sowohl in der Testphase, als auch jetzt bei der netzweiten Einführung der elektronischen Kontrolle haben wir uns ganz bewusst für die Ferienzeit entschieden“, sagt Reiner Holub, Leiter Fahrbetrieb Bus bei DSW 21. Um keine Verspätungen einzufahren, gelte trotzdem „Fahrplan geht vor Kontrolle“. Die hinteren Türen würden bei großem Andrang zum Einstieg freigeben.

Ein Manko hat das System aber bisher noch: Die Geräte kontrollieren nur die Chipkarten von Abonnenten und keine Papiertickets. Mit einzeln am Automaten gelösten Tickets und auch dem NRW-Ticket der Dortmunder Studenten kann der Scanner nichts anfangen. Und da momentan auch keine Einführung von elektronischen Uni-Tickets in Sicht ist, bleibt für Studenten im Bus wohl noch länger alles beim Alten.

5 Comments

  • Schlaumie sagt:

    Ich finde das neue System reine Schikane. Als Berufspendler mit mehrmaligem Umsteigen, jedes mal Kontrolliert zu werden, nervt einfach. Zudem geht das Einsteigen dadurch eindeutig nicht schneller. Statt das die Karte nur 1-2 Sekunden braucht um gelesen zu werden, steht das Ergebniss der Prüfung erst nach 4-5 Sekunden am Kundenterminal. Außerdem muß die Karte Waagerecht genau in der Mitte gehalten werden. Rumrutschen mt der Karte auf dem Scanner nützt gar nichts. Warum keine Funkchips verwendet wurden um Automatisch beim Einstieg das Ticket zu Scannen ist mir ein Rätsel.

  • Carola Westermeier sagt:

    Hallo Ingo,

    danke für diese Zusatzinformation. Im Moment ist es in Dortmund tatsächlich so, dass das NRW-Ticket nicht gescannt werden kann. Ob es in Zukunft Änderungen gibt (z.B. auch beim NRW-Ticket selbst) ist offen.

    Für die Redaktion, Carola Westermeier

  • Ingo sagt:

    „auch dem NRW-Ticket der Dortmunder Studenten kann der Scanner nichts anfangen“

    Dass muss nicht zwangsweise richtig sein bzw. so bleiben.
    In Hagen gibt es das System schon länger, jedoch können die Hagener Scanner auch die NRW-Tickets lesen. Die Busfahrer verzichten nur i.d.R. drauf, da das Lämpchen des Hagener Scanners dann gelb aufleuchtet und der Fahrer nach dem Perso fragen muss, um die persönlichen Daten, die ihm angezeigt werden, zu kontrollieren.

  • Carola Westermeier sagt:

    Hallo Guido,

    laut Pressesprecher der DSW21 werden die Tickets in den Bussen zwar gescannt, die Daten aber nicht gespeichert und ausgewertet. Demnach werden also keine Bewegungsprofile der ÖPNV-Kunden erstellt. Begründet hat dies die Pressestelle übrigens mit der großen Menge an Daten, die so gespeichert werden müsste. Das sei nicht möglich, so der Pressesprecher.

    Für die pflichtlektuere-Redaktion, Carola Westermeier

  • Guido sagt:

    Wie ist wohl die Problematik des Datenschutzes behandelt worden? Letztlich kann ein Bewegungsprofil jedes Ticktet-2000/1000-Besitzers erstellt werden. Wer weiß mehr dazu?

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