Stammzellen in Schlaganfall-Therapie

Auch 72 Stunden nach einem Schlaganfall ist eine Stammzell-Therapie noch wirksam. Das haben Neurologen am Universitäts-Klinikum der Universität Duisburg-Essen (UDE) in einer Kooperation mit dem Ospedale San Raphaele in Mailand heraus gefunden. Jeder Schlaganfall ist ein Notfall – das Gehirn wird nicht mehr genug durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Damit die Nervenzellen überleben, müssen Medikamente nach einem Schlaganfall normalerweise innerhalb von ein bis drei Stunden verabreicht werden. „Wir konnten in unserer Studie erstmals nachweisen, dass eine zellbasierte Therapie beim Schlaganfall das Überleben von Nervenzellen ermöglicht, wenn die Therapie in der Klinik  erst 72 Stunden nach dem Schlaganfall erfolgt“, erklärt Professor Dirk Hermann vom Lehrstuhl für vaskuläre Neurologie und Demenz.

Hermanns Team hat die Wirkung neuraler Stammzellen von erwachsenen Mäusen beim Schlaganfall erforscht. Mit ihrer Arbeit konnten die Ärzte auch zeigen, dass Stammzellen im Gehirn eines Schlaganfallpatienten viele Funktionen übernehmen: Sie hemmen Entzündungen im Hirngewebe und blockieren den programmierten Zelltod. Zudem verhindern sie, dass sich eine Narbe am Rand des Infarkts bildet, und regen die Neuordnung von Nervenzellverbindungen an. Die Arbeitsgruppe wird die Prozesse im Gehirn weiter unter die Lupe nehmen.

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