Macht und Millionen für das StuPa – ein Kommentar zur Wahl

Die Qual der Wahl: Bei der StuPa-Wahl wissen viele Studenten gar nicht genau, wofür die Listen stehen, die sie wählen können.

Hochschulpolitik – das schreit für mich nach gähnender Langeweile.  Aber warum bloß? Ist das nicht Politik, die von Studierenden für Studierende gemacht wird? Sollte es mich nicht interessieren? Ein Kommentar zur StuPa-Wahl 2016. 

262,57 Euro – so viel Geld muss jeder Studierende der TU Dortmund zu Beginn eines neuen Semesters an die Universität überweisen. Der größte Anteil gehört zum NRW-Semesterticket, aber auch der Uni-Sport und die Theater-Flat werden vom Semesterbeitrag mitfinanziert. Doch an wen geht der Rest? Die Antwort lautet: An die Studierendenschaft selbst – und zwar in Gestalt des Studierendenparlaments (StuPa).

Schaut man sich die Wahlbeteiligung bei den StuPa-Wahlen an, wird klar: Hochschulpolitik interessiert nur wenige. 26 Prozent der Studierenden gingen im vergangenen Jahr zur Wahl- und das war bereits ein Höchstwert. Bei einem Blick auf die Finanzen zeigt sich aber: Hochschulpolitik sollte interessieren. Rechnet man die Beiträge aller Studierenden zusammen, dann verfügt das StuPa über insgesamt 13 Millionen Euro. Über diese Summe kann es frei verfügen: Einzelne Gremien wie der Uni-Filmclub oder der AStA reichen Entwürfe ein, trotzdem entscheidet letztendlich das StuPa darüber, welche Summe welchem Gremium zusteht. 

Hochschulpolitik geht uns was an

Macht und Millionen für das StuPa – und trotzdem ist es kein Thema auf dem Campus? Wie kann das sein? Ich bin mir sicher, dass die Studierenden sehr wohl mitbestimmen wollen, wofür ihr Geld ausgegeben wird. Nur wissen viele leider nicht, dass das Studierendenparlament diese Aufgabe übernimmt. Denn wenn ich mich an der Uni darüber aufrege, dass es wieder keine freien Lernplätze gibt oder dass die H-Bahn nur unter der Woche fährt, denke ich eben nicht direkt an das StuPa. Aber das wäre der richtige Ansprechpartner, um etwas an der Situation zu verändern: Das Studierendenparlament kann solche Fragen mitdiskutieren und Dinge umsetzen.

Deshalb gehe auch ich in diesem Jahr wählen. Ich möchte mich nicht mehr nur beschweren, sondern aktiv werden und an meiner Universität mitbestimmen. Hochschulpolitik findet vor meiner Tür statt. Hochschulpolitik beeinflusst meinen Uni-Alltag. 

Das StuPa muss transparenter sein

Trotzdem glaube ich nicht, dass die Wahlbeteiligung in diesem Jahr höher ausfällt. Natürlich müssten auch die Studierenden sich mehr über die Hochschulpolitik informieren und sich selbst beteiligen. Aber nicht nur sie sind an der geringen Wahlbeteiligung Schuld, sondern auch das Studierendenparlament. Jeder muss bemerken, dass das StuPa etwas bewegen kann. Deshalb muss es sich in Zukunft besser nach außen präsentieren und seine Politik transparenter machen. Und da reichen eben keine Plakate, Flugblätter und verstaubte Internetprotokolle.

Das Studierendenparlament muss im gesamten Semester auf dem Campus präsent sein – nicht nur während der Wahlwoche. Dafür müssen sich die Mitglieder des StuPa nicht mal einen Masterplan überlegen. Den Studierenden persönlich die Entwicklungen auf dem Campus präsentieren, mit ihnen ins Gespräch kommen, von ihren Wünschen erfahren  – das alles geht auch bei einem gemütlichen, offenen Treff.

 

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