Metropole Ruhr: Schichten einer Region

Das Ruhrgebiet – als Metropole vergleichbar mit Paris oder Los Angeles? Was unterscheidet den Ruhrpott von anderen Metropolen und was macht ihn besonders? Diese Fragen wollen Raumplaner der TU Dortmund mit der Ausstellung “Schichten einer Region” im Dortmunder U beantworten. Riesige Karten visualisieren die Besonderheiten des Ruhrgebiets und zeigen Chancen und Perspektiven auf.

Verwebung von Siedlungsfläche und Landschaft. Foto: Schichten einer Region 2011, Datengrundlage: RVR 2009

Verwebung von Siedlungsfläche und Landschaft. Foto: Schichten einer Region 2011, Datengrundlage: RVR 2009

Das Ruhrgebiet ist auf vielerlei Ebenen eine ganz besondere Region. Früher war es ein Ballungsraum für Schwerindustrie, heute ist es ein Standort für Dienstleistungen und Technologie. Der Strukturwandel hat Spuren hinterlassen: Im Bereich der sozialen und kulturellen Entwicklung aber auch in der Infrastruktur. Genau das soll auf großformatigen Karten im Dortmunder U gezeigt werden.

Ruhrgebiet als kreatives Labor

Pendlerverhalten im Ruhrgebiet. Foto: Schichten einer Region, Spiekermann und Wegener 2011

Pendlerverhalten im Ruhrgebiet. Foto: Schichten einer Region, Spiekermann und Wegener 2011

“Das Ruhrgebiet ist ein kreatives Labor, an dem man arbeiten muss”, sagt Projektleiterin Christa Reicher. Die Ausstellung sei ins Leben gerufen worden, um das Früher und das Heute des Ruhrgebiets in Verbindung zu bringen und die Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft aufzuzeigen.

Das Ruhrgebiet ist keine klassische Metropole. Es gibt keinen zentralen Kern, wie in Metropolen wie Paris. Im Ruhrgebiet gibt es viele einzelne Städte, die gemeinsam eine Metropole bilden. Durch Verbände wie den Regionalverband Ruhr oder auch die Allianz der Ruhr-Universitäten entsteht eine Verbundenheit, die über Stadt- und Verwaltungsgrenzen hinausgeht. Dazu kommt ein dichtes Verkehrsnetz, das ein Pendeln zwischen Ruhrgebietsstädten vereinfacht.

Besondere soziale Struktur

Leif von Nethen hat als Hiwi am Aufbau der Ausstellung mitgearbeitet. Foto: Birte Möller

Leif von Nethen hat als Hiwi am Aufbau der Ausstellung mitgearbeitet. Foto: Birte Möller

Leif von Nethen studiert Raumplanung und hat als studentische Hilfskraft beim Aufbau der Ausstellung mitgeholfen. “Ich finde besonders interessant, dass in der Ausstellung sowohl die Geschichte, als auch die Gegenwart und die mögliche Zukunft in Verbindung gebracht werden”, erklärt er. Auf die Frage, was für ihn das Besondere am Ruhrgebiet darstellt, sagt er: “Die Menschen und ihre Mentalität, das findet man in der Form nur hier.”

Kulturelle und ethnische Vielfalt im Ruhrgebiet

In der Tat unterscheidet sich die Region von anderen Gebieten: Im Ruhrgebiet leben viele Immigranten. Mitte des 20. Jahrhunderts kam eine Vielzahl ausländischer Arbeiter ins Ruhrgebiet, um den Industriesektor zu verstärken. Durch die Jahrzehnte hinweg bis heute, im Zeitalter des Dienstleistungssektors, tragen die ehemaligen und neu dazu gekommenen Immigranten zur kulturellen und sozialen Struktur des Ruhrgebiets bei. Dank türkischer Cafés und Gemüseläden gibt es beispielsweise eine Nahversorgung, die in anderen Regionen durch Einkaufszentren so gut wie ausgestorben ist.

Zukunftsvisionen – Bildung und Nachhaltigkeit

Hochschul- und Universitätslandschaft des Ruhrgebiets. Foto: Schichten einer Region

Hochschul- und Universitätslandschaft des Ruhrgebiets. Foto: Schichten einer Region

In der Ausstellung werden auch die Chancen der Region aufgezeigt: Die Zukunft des Ruhrgebiets liegt in der Bildung und der Nachhaltigkeit. Im Zuge des Strukturwandels seit den 1960er Jahren, wurden im Ruhrgebiet erstmals Universitäten und Hochschulen gegründet. Das Ruhrgebiet ist eine Wissensregion, die es gilt weiter auszubauen. Beim Thema Nachhaltigkeit werden der Ausbau und die Optimierung der Landschaft genannt. Zum Beispiel der Ausbau der Emscher und der Ruhr.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 30. Juni in der neu eröffneten Hochschuletage im ersten Stock des Dortmunder Us. Jeden Samstag um 15 Uhr werden Führungen durch die Ausstellung angeboten.

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