Ranking: Deutsche Unis holen qualitativ auf

TU-Dortmund

Die TU Dortmund gehört zu den besten 350 Universitäten der Welt – das hat das „Times Higher Education World University Ranking“ in der vergangenen Woche veröffentlicht. Auf Platz eins des einflussreichen Rankings ist das California Institute for Technology aus den USA. Im internationalen Vergleich haben die deutschen Universitäten aufgeholt: 20 deutsche Unis haben es unter die TOP 200 geschafft, vier unter die besten 53.

Insgesamt wird das Hochschulranking für 2016 des britischen Fachmagazins Times Higher Education (THE) weiterhin von Universitäten aus den USA und Großbritannien dominiert. Unter den ersten 25 Plätzen ist mit der ETH Zürich nur eine nicht-angelsächsische Universität. Für die Schweizer ist ihr Ergebnis ein großer Erfolg. In diesem Jahrzehnt ist die ETH die erste Universität in den TOP 10, die die außerhalb der USA und Großbritannien liegt.

TOP 10 Universitäten weltweit

1  California Institute of Technology (USA)
2  University of Oxford (GB)
3  Stanford University (USA)
4  University of Cambridge (GB)
5  Massachusetts Institute of Technology (USA)
6  Harvard University (USA)
7  Princeton University (USA)
8  Imperial College London (GB)
9  Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (CH)
10 University of Chicago (USA)

Die beste deutsche Universität ist laut dem THE-Ranking die LMU München auf Platz 29. Auf dem 37. Rang folgt die Uni Heidelberg. Die Homboldt-Universität Berlin ist auf Platz 49 gelandet. In dem Ranking der 800 weltbesten Unis werden 37 aus Deutschland gelistet – die viert meisten im internationalen Vergleich. Zu den besten 200 Universitäten zählen 20 aus Deutschland – acht mehr als im Ranking für 2015.

TOP 10 Universitäten deutschlandweit

29 Ludwig-Maximilians-Universität München
37 Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
49 Humboldt-Universität Berlin
53 TU München
72 Freie Universität Berlin
78 Eberhard Karls Universität Tübingen
84 Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
94 Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
99 Georg-August-Universität Göttingen
106 Universität Mannheim

Die TU Dortmund hat es erstmals wieder in das Ranking geschafft. Die Technische Universität belegt den Platz 301-350, da unterhalb der 200 besten Universitäten vom THE keine genauen Ränge vergeben werden. In den vergangenen Jahren war die Dortmunder Uni nicht im Ranking vertreten. Unter anderem, weil vorher nur die ersten vierhundert Plätze vergeben wurden.

Die Qualität der Universitäten bewertet das britische Fachmagazin THE in fünf Kategorien anhand von 13 Kriterien. Alleine 32 Prozent des Ergebnisses basieren auf dem Ruf von Lehre und Forschung einer Uni.

Zusammensetzung des Rankings

30% Lehre
15% Ruf der Lehre
4.5% Verhältnis von akademischen Mitarbeitern zu Studenten
2.25% Verhältnis von Doktoranden zu Bachelorabschlüssen
6% Verhältnis der ausgezeichneten Mitarbeiter zu den Mitarbeitern
2.25% Finanzen des Instituts

30% Forschung
18% Ruf der Forschung
6% Finanzen der Forschung
6% Produktivität der Forschung

30% Zitation/Wie oft werden Arbeiten der Uni zitiert?

7.5% Internationalisierung
2.5% Verhältnis von ausländischen zu inländischen Studenten
2.5% Verhältnis von ausländischen zu inländischen Mitarbeitern
2.5% Internationale Zusammenarbeit

2.5% Wissenstransfer in die Wirtschaft

Ihren besten Wert hat die TU Dortmund mit 55,3 Punkten bei der Zitation in der Fachliteratur erzielt. Mittelmäßig bewertete das THE den Wissenstransfer der Universität in die Wirtschaft mit 48,6 sowie die Internationalität mit 40,8 Punkten. Die niedrigsten Werte erzielte die TU bei Lehre (34,2 Punkte) und Forschung (29,8 Punkte). Die Ruhr-Universität Bochum ist auf Platz 251-300 und damit vor Dortmund gerankt. Beim Wissenstransfer in die Wirtschaft zählt die RUB laut THE zu den besten 20 Prozent der Welt.

Phil Baty, Herausgeber des Fachmagazins THE, vermutet hinter der Verbesserung der deutschen Universitäten die Exzellenzinitiative. Dabei fördern Bund und Länder Eliteuniversitäten in Deutschland mit 2,7 Milliarden Euro von 2012 bis 2017. Dadurch soll die Spitzenforschung sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden. Andererseits gibt Baty auch zu, dass deutsche Universitäten besser darin geworden sind, die für das Ranking wichtigen Daten zur Verfügung zu stellen. Dazu hat das Außenministerium bereits vor zwei Jahren das Forschungsprojekt zur „Verbesserung internationaler Rankingergebnisse deutscher Universitäten […]“ gestartet. Aufgrund der Erkenntnisse konnte die Uni Tübingen beispielsweise ihr Ergebnis in 2015 um über 100 Plätze gegenüber 2014 verbessern.

Im Zuge der Veröffentlichung von Hochschulrankings wird auch Kritik an den Kriterien und Rankings generell laut. Daher wurden drei Studenten befragt, wie sehr sie sich mit den Rankings befasst haben und wie es die Wahl ihrer Universität beeinflusst hat.

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Teaserbild: Tuxyso/Wikimedia Commons

Portraitbilder: Tobias Schulte

 

 

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