Wissenswert: Hirnfrost

Foto: flickr.com/Karen Roe, Rafael Robles L, Lars Kasper, NASA Goddard Photo and Video; Montage: Marc Patzwald, Teaserfoto: flickr.com/poniblog

Foto: flickr.com/Karen Roe, Rafael Robles L, Lars Kasper, NASA Goddard Photo and Video; Montage: Marc Patzwald, Teaserfoto: flickr.com/poniblog

Ein stechender Schmerz schießt durch Mias Kopf, beinahe so, als ob ihr Gehirn einfriere. Hätte die Prinzessin von Genovien sich im Film „Plötzlich Prinzessin“ doch bloß nicht so schnell einen Löffel Sorbet in den Mund geschoben. Jetzt erhält sie die Quittung: Kältekopfschmerzen! Dieser stechende Schmerz, auch Hirnfrost oder brain freeze genannt, ist Schätzungen zufolge einem Drittel aller Eisesser bekannt. Doch wie entsteht der Schmerz?

Eis kann Kältekopfschmerzen verursachen Foto: Ute Pelz  / pixelio.de

Eis kann Kältekopfschmerzen verursachen. Foto: Ute Pelz / pixelio.de

Hirnforst ist ein Schutzmechanismus unseres Gehirns, sagt Angelika Jacobsen, Fachärztin für Anästhesiologie im Ärztezentrum der Techniker-Krankenkasse (TK). Hier beantworten Ärzte den Versicherten alle Fragen zum Thema Gesundheit. Durch den Verzehr von kalten Speisen wie Sorbet oder Eis wird die Kälte an das Gehirn übertragen: „Das Gehirn ist sehr kälteempfindlich und sollte möglichst eine konstante Temperatur haben“, erklärt die Ärztin. Damit die Temperatur des Organs nicht zu stark schwankt und das Gehirn nicht abkühlt, wenn kalte Speisen zu schnell gegessen werden, weiten sich die Blutgefäße: „So kann warmes Blut ins Gehirn gepumpt werden“, sagt Angelika Jacobsen.

Schuld am Schmerz: mehr Blut im Kopf

Durch die zusätzliche Menge Blut im Kopf entsteht dann der stechende Schmerz. Das fand ein internationales Forscherteam rund um den Wissenschaftler Jorge Serrador von der Harvard Medical School heraus. Sobald sich die Blutgefäße wieder verengen, lässt der Druck und somit der Schmerz nach. 2012 stellte das Team seine Ergebnisse zum Kältekopfschmerz auf dem Kongress Experimental Biology in San Diego, USA, vor.

Zuvor hatten die Forscher 13 Versuchspersonen untersucht. Diese tranken Eiswasser mit einem Strohhalm und ließen es gegen den Gaumen laufen. Per Handzeichen signalisierten sie das Einsetzen und Nachlassen des Schmerzes. Eine Kontrollgruppe trank normal temperiertes Wasser. Besonders anfällig für den Kältekopfschmerz sollen übrigens Migränepatienten sein.

Kältekopfschmerz ist ungefährlich

Hirnfrost geht auch ohne die Einnahme von Tabletten schnell wieder weg. Foto:RainerSturm  / pixelio.de

Hirnfrost geht auch ohne die Einnahme von Tabletten schnell wieder weg. Foto:RainerSturm / pixelio.de

Aber keine Sorge: Der Schmerz mag zwar unangenehm sein, ist jedoch nicht gefährlich. Bei der Mehrheit der Betroffenen ließe der Schmerz innerhalb von zehn Sekunden nach, sagt Dr. Martin Wolz von den Jungen Neurologen im Interview mit der Zeitschrift „Unicum“. Sollte der Schmerz doch länger andauern,  könne er durch das Pressen der Zunge gegen den Gaumen gelindert werden: So erwärmt sich der Gaumen wieder, und der Schmerz lässt nach. Auch lauwarmes Wasser soll diese Funktion erfüllen.

Wer den stechenden Schmerz gar nicht erst erleben möchte, sollte die Tipps von Angelika Jacobsen beachten: „Es hilft, das Eis langsam zu essen. Das heißt, man sollte das Eis zuerst auf der Zunge zergehen lassen und es dann langsam schlucken.“ Außerdem sei es ratsam, das Eis vor dem Schlucken nicht gegen den Gaumen zu pressen, denn der Mundraum ist vom Gehirn nur durch eine dünne Gewebeschicht getrennt. Deswegen wird Kälte sehr schnell übertragen.

Wer alle diese Ratschläge beherzigt, kann sein geliebtes Eis im Sommer in Zukunft ohne Angst vor Kopfschmerzen genießen. Na dann, guten Appetit!

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