Charlie Hebdo veröffentlicht Sonderausgabe zum Jahrestag

Zum ersten Jahrestag der Anschläge auf seine Redaktion hat das französische Satire-Magazin eine Sonderausgabe veröffentlicht. Im Heft erinnern die Autoren, die die Anschläge am 7. Januar 2015 überlebt haben, noch einmal umfassend an die Tat und holen gleichzeitig zum Rundumschlag gegen den „religiösen Totalitarismus“ aus.

Schon das Titelblatt der mit 32 Seiten doppelt so langen Ausgabe wie üblich zeigt, dass sich die Macher von Charlie Hebdo auch ein Jahr nach den Anschläge auf ihre Redaktion nicht beugen: Das Cover bildet eine Zeichnung, auf der ein eindeutig christlicher Gott blutverschmiert, mit weit aufgerissenen Augen und einer Kalaschnikow bewaffnet auf der Flucht ist – Gott als Terrorist. Der Titel: „Ein Jahr danach – Der Mörder läuft noch immer frei umher.“ Damit setzt Zeichner Laurent „Riss“ Sourisseua, der das Attentat schwer verletzt überlebt hatte ein deutliches Zeichen: Alle Religionen, nicht nur der Islam, sorgen für Unruhe.

Im Leitartikel der Sonderausgabe schreibt Riss, dass nicht nur „die vom Koran abgestumpften Fanatiker“ dem Magazin nach dem Attentat den Tod gewünscht hätten, sondern auch „die Frömmler anderer Religionen.“ Auf den folgenden Seiten schildern die Autoren die Tat, bei der zwölf Menschen erschossen wurden und erinnern an die Arbeiten ihrer ermordeten Kollegen. Auch der Deutsche Ralf König füllt eine Doppelseite. Die Sonderausgabe erscheint in einer Auflage von einer Million, 50.000 Exemplare gingen nach Deutschland.

Im Zeichen der Erinnerung steht auch der Tag in Paris: Staatspräsident Francois Hollande hält am Jahrestag des Attentats eine Rede, eine offizielle Gedenkzeremonie folgt am Sonntag auf dem Pariser Place de la Republique.

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