Im Kampf gegen den Faschismus

Dortmund Nazifrei

Entschiedener gegen Gewalt spricht sich das Bündnis „Dortmund Nazifrei“ aus. „Wir nehmen für uns in Anspruch völlig gewaltlos, aber dennoch effektiv gegen Nazis vorzugehen“, erzählt Dilara Malkoc. Das Bündnis hat sich 2011 gegründet und setzt sich aus vielen Untergruppen, Parteien, Gewerkschaften, Jugendorganisationen und Einzelpersonen aller Altersgruppen zusammen.
Auch namenhafte Politiker, wie der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Ullrich Sierau, oder Guntram Schneider, NRW-Minister für Arbeit, Soziales und Integration, sind Unterstützer der Antifaschisten. Die Idee des Bündnisses ist es, eine antifaschistische Alternative für diejenigen zu schaffen, die Krawall ablehnen, aber dennoch etwas tun wollen.

Kreativität statt Gewalt

„Ich war früher selbst frustriert und dachte, Nazibekämpfung geht entweder mit Gewalt oder gar nicht“, gesteht die 20-Jährige ein. Sie ist gleichzeitig Mitglieder der Alevitischen Jugend und gehört seit der Gründung dem Organisationsteam von „Dortmund Nazifrei“ an. Da das Bündnis so breit gefächert ist, ist ein solches Team notwendig, um Detailfragen zu klären, die grundlegenden Dinge entscheiden jedoch alle Mitglieder gemeinsam.

Dortmund Nazifrei solidarisiert sich mit Tim, einem langjährigen Aktivisten, der für mehrere Monate ins Gefängnis muss. Die Begründungen seien jedoch nur fadenscheinig. Foto: Dortmund Nazifrei

Dortmund Nazifrei solidarisiert sich mit Tim, einem langjährigen Aktivisten, der für mehrere Monate ins Gefängnis muss. Die Begründungen dafür seien nur fadenscheinig. Foto: Dortmund Nazifrei

Das Bündnis reagiert im Wesentlichen auf Aktionen der Neonazis – auf kreative Art und Weise. „Wir haben zum Beispiel mal Umzugskartons von Bürgern bunt bemalen lassen, haben sie vor einem bekannten Nazi-Treffpunkt an der Rheinischen Straße platziert und dann ein Pressefoto gemacht. Das hat die schon ganz schön verärgert“ erzählt Dilara Malkoc.

Offener Protest

Der erste Mai und der Anti-Kriegstag sind die Haupttage für Neonazi-Aufmärsche und somit auch wichtige Tage für den Gegenprotest. Die Routen werden oft frühzeitig abgesperrt, weshalb das Bündnis auch hier einfallsreiche Ideen braucht: „Beim Antikriegstag vor zwei Jahren haben wir uns schon Tage vor der Demo Übernachtungsmöglichkeiten auf der Route gesucht. So konnten wir eine Sitzblockade veranstalten und erreichen, dass die Nazis umgeleitet werden. An der erfolgreichen Blockade beteiligte sich ein breites Spektrum, selbst Geschäftsleute in Anzügen.“
„Dortmund Nazifrei“ verzichtet dabei auf Anonymität. „Wir wollen Gesicht zeigen und Leute offen ansprechen, sich unserem Protest anzuschließen. In einem demokratischen Staat sollte man sich nicht verstecken müssen, weil man sich gegen Nazis engagiert“, findet sie.

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