Im Kampf gegen den Faschismus

Antifaschistische Gruppen haben oft mit einer linksextremistischen Kategorisierung zu kämpfen, die ihnen in großen Teilen der Gesellschaft ein negatives Image eingebracht hat. pflichtlektuere.com stellt euch drei sehr verschiedene Dortmunder Antifa-Bündnisse vor. Sie alle verfolgen dasselbe Ziel, gehen mit den Vorurteilen aber auf sehr unterschiedliche Weise um.

Die Antifaschisten setzen für Gleichbehandlung und gegen Ausbeutung ein. Teaserbild und Foto: Flickr

Die Antifaschisten setzen sich gegen Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Ausbeutung ein. Teaserbild und Fotos: Flickr

Antifaschistische Union Dortmund

„Ich würde uns eher als linksradikal denn als extrem bezeichnen, weil wir ganz deutliche Kritik an der Gesellschaft üben, aus der die Faschisten und Neonazis hervorgehen“ meint Niklas von der Antifaschistischen Union Dortmund. Der 24-jährige ist seit vier Jahren dabei, war aber bereits vorher in anderen antifaschistischen Gruppen aktiv. Er sieht sich einer Gefahr ausgesetzt, sofern die große Dortmunder Neonazi-Szene Genaueres über seine Person erfährt, weshalb Niklas auch nicht mit vollem Namen genannt werden möchte.

Den Extremismusbegriff lehnt er ab: „Da werden fälschlicherweise Neonazis gleichgestellt mit Linken. Die Mehrheit der politischen Mitte erscheint so als das Beste, dabei ist auch die nicht unbedingt frei von Antisemitismus. Aus diesen Gründen ist der Begriff in der Wissenschaft im Grunde auch gar nicht etabliert.“

Feindbild sind nicht nur die Nazis

Ziel der 2005 gegründeten Union ist es, „Nazistrukturen“ zu bekämpfen: sie wollen ihnen durch Blockaden und Gegendemonstrationen den öffentlichen Raum nehmen, veranstalten Infostände bei Konzerten, recherchieren über die Szene und ihre Aktionen und produzieren regelmäßig Texte, darunter umfangreiche Dossiers über die rechte Szene in Dortmund. „Die Nazis sind nicht unsere einzigen Feinde, wir bekämpfen auch Rassismus und stellen uns gegen die Hetze gegen Sinti und Roma sowie die Abschaffung legaler Prostitution“, ergänzt Niklas die Ziele seiner Gruppe.

Wenn Antfaschisten und Neonazis aufeinander treffen, ist immer auch ein großes Polizeiaufgebot dabei.

Wenn Antfaschisten und Neonazis aufeinander treffen, ist immer auch ein großes Polizeiaufgebot dabei.

Die Antifaschistische Union ist nicht hierarchisch aufgebaut, die Aufgaben richten sich nach den Fähigkeiten der verschiedenen Mitglieder: die Technikaffinen kümmern sich um die Homepage, andere um die Texte und Pressemitteilungen oder die Organisation und Mobilisierung vor Veranstaltungen.

Anonymität als Selbstschutz

Ein wichtiger Konsens innerhalb der Gruppe ist die Wahrung von Anonymität: „ Wir schützen uns so vor Übergriffen von Neonazis und bleiben auch unerkannt für den Verfassungsschutz, der schon mehrmals Leute von uns werben wollte“, sagt Niklas. Um weder Gesichter noch Namen nach außen zu tragen, greift die Gruppe zu verschärften Maßnahmen: Zu den Treffen dürfen keine Handys mitgebracht werden, damit die Mitglieder nicht geortet werden können. Generell werden nur verschlüsselte Nachrichten versendet und auf öffentlichen Anti-Nazi-Veranstaltungen sind alle schwarz gekleidet und die Gesichter werden vermummt.

„Unser äußeres Erscheinungsbild führt natürlich häufig dazu, uns als Barrikadenkämpfer anzusehen, die mit militanten Aktionen vorgehen. Wir sind aber keine Krawalltouristen. Wir befriedigen keinen Wunsch nach Randale“, klärt der 24-Jährige auf.
Die Antifaschistische Union akzeptiere generell nur Gewalt zum Selbstschutz und gegen Sachen, sofern es dem Zweck dienlich sei.

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