„Grüne“ Studentenheime

Noch kann man die frische Farbe in den Fluren riechen und Bauarbeiter im Außenbereich beim Pflastern beobachten, aber einige Mieter sind bereits eingezogen. Am 1. Mai gab das Studentenwerk Essen-Duisburg ihre renovierten Wohnheime in der Duisburger Kammerstraße und der Essener Veledastraße für die ersten Mieter zum Bezug frei. Das besondere an der Renovierung: die energetischen Sanierungsmaßnahmen zur Umweltschonung.

Studentenwohnheim Veledastraße Essen mit Photovoltaikanlage an der Fassade

Die Fassade des Wohnheims Essen Veledastraße wurde mit einer Photovoltaikanlage verkleidet. Foto: Studentenwerk Duisburg-Essen

Mit 15 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II wurden die beiden Studentenwohnheime in eineinhalb Jahren renoviert. Nun gibt es in den Häusern modernste Technik,  eine bessere Wärmedämmung und Lüftung, Wassertanks zur Nutzung des Regenwassers und eine Photovoltaikanlage. In Duisburg ist sie auf dem Dach installiert, in Essen ist die gesamte Südfassade damit verkleidet.

Der Herr im Haus an der Essener Veledastraße ist Dirk Schapmann. Der freundliche Hausmeister zeigt auf einem Rundgang, was die Renovierung dem Wohnheim für Neuerungen gebracht hat. Beim Betreten der Flure geht automatisch die Beleuchtung an. „Alle Lichter im Haus sind an Bewegungsmelder angeschlossen. Die Technik ist computergesteuert“, sagt Schapmann.

Badarmaturen, die Wasser sparen helfen

Auf den vollmöblierten Zimmern ist modernste Heiz- und Lüftungstechnik installiert, die Armaturen im Bad sparen Wasser – sie schalten sich nach gewisser Zeit selbständig ab. Als Einzelappartments, 2er-WGs und 4er-WGs sind die Zimmer aufgeteilt. Die 4er-WGs sind sogar luxuriös mit zwei Vollbädern ausgestattet. „So was hat mancher normale Vier-Personen-Haushalt nicht“, sagt der Hausmeister und lacht.

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Die Zimmer sind vollmöbliert, mit moderner Technik ausgestattet und verfügen über dunkle Holzfussböden. Foto: Studentenwerk Duisburg-Essen

Rund 30 Mieter sind bereits eingezogen, bis zum Wintersemester soll das Wohnheim mit 147 Personen voll belegt sein. „Wir wollten nicht gleich zu Beginn alle Mieter einziehen lassen. Falls es einzelne Probleme mit der Technik geben sollte, kann man dann schneller reagieren,“ sagt Petra Karst, die Pressesprecherin des Studentenwerks Essen-Duisburg. Vor dem Einzug nach der Renovierung stand 2009 erst einmal der große Auszug. Die Studenten mussten ausquartiert werden: Auslaufende Mietverträge wurden nicht verlängert, Mieter mit bestehenden Verträgen konnten in andere Wohnheime ziehen oder wurden an Wohnungsgenossenschaften vermittelt. „Das hat alles reibungslos geklappt.“

„Großes Energiesparpotenzial“

Die Renovierung des Hochhauses Veledastraße 5 war die erste Komplettsanierung seit Fertigstellung des Wohnheims 1977.  Die Mieten wurden zum Neueinzug leicht angehoben, ab 265 Euro kann man nun ein Zimmer dort bekommen. Die hohen Investitionen werden dadurch noch nicht gedeckt: „Die werden sich erst in 30 Jahren amortisiert haben. Aber das große Energieeinsparungspotenzial macht sich ab sofort bemerkbar, wir schonen damit auch die Ressourcen der Natur“, sagt Petra Karst. Abgesehen von Nebenkosten und Internet ist in der Miete auch ein weiter Blick über Essen inklusive.

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Vijaykumar Chauhan und seine Freunde fühlen sich im neu renovierten Wohnheim wohl. Foto: Marc Miertzschke

Diesen Blick kann auch Vijaykumar Chauhan (23) genießen. Er ist einer von vier indischen Studenten, die am 2. Mai eingezogen sind. Im vierten Stock teilt er sich mit einem Freund die WG, die beiden Kollegen wohnen direkt gegenüber. Zwei Jahre werden sie voraussichtlich bleiben. Das Wohnheim und seine Räume gefallen Vijaykumar: „Die Zimmer mit den dunklen Holzfußböden sind sehr schön. Alles ist automatisch, das Licht und das Wasser, und das Haus ist sehr sicher.“ Die Zeiten des Haustürschlüssels sind vorbei, denn als Mieter kommt man nur mit einer elektronischen Zugangskarte ins Haus. Besucher können mit einer Gegensprechanlage um Einlass bitten.

Der Bereich vor dem Eingang wird noch bepflanzt, hinter dem Haus ein Grillplatz eingerichtet, das bestehende Parkhaus mit einem orangenen Farbanstrich verschönert. Die Farbe Orange dominiert auch im Partyraum der Studenten. Hier hat die Sanierung ebenfalls für eine Verbesserung gesorgt. Hausmeister Schapmann öffnet eins der extra dicken und gut gedämmten Fenster: „Da können die Studenten auch mal ein bisschen lauter feiern.“

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