Wissenswert: Die Geschichte der Schminke

In wenigen Tagen bricht die heiße Phase der fünften Jahreszeit an. Neben einem fantasievollen Kostüm gehört die Schminke im Gesicht für fast alle Jecken zwingend dazu. Doch Menschen schminken sich nicht erst, seit sie sich an Karneval Bonbons um die Ohren pfeffern: Die Geschichte des Anmalens und Aufhübschens ist mehrere 10.000 Jahre alt.

Das Verzieren des eigenen Körpers mit Farben und Mustern ist so alt wie die Menschheit selbst. Überall auf der Welt haben Wissenschaftler Höhlenzeichnungen gefunden, auf denen mit Mustern verzierte Menschen zu sehen sind. Dabei handelt es sich um Tätowierungen, mit Farben aus Erde und Gesteinspulvern oder um Schmucknarben, mit denen vor allem Menschen in südlichen und äquatornahen Kulturkreisen ihre Körper zierten.

Moorleichen und auch die Gletschermumie „Ötzi“ zieren diese frühen Formen der Schminke. Die ältesten derartigen Funde sind fast 50.000 Jahre alt und deuten darauf hin, dass sich bereits die Neandertaler schminkten. Wissenschaftler sind sich aber sicher, dass die Schminke, anders als heute, nicht der Kosmetik diente, sondern oft Bestandteil kultureller Rituale war.

Bunt und nicht immer gesund

Aber auch die kosmetische Schminke hat eine belebte Geschichte hinter sich. Seit mindestens etwa 5.000 Jahren tragen Frauen und Männer auf, um den sich wandelnden Schönheitsidealen nachzukommen. Ob im alten Ägypten, im antiken Rom, im Mittelalter oder der Neuzeit: Einfallsreichtum war in der Geschichte immer wieder insbesondere bei der Herstellung der verschiedenen Kosmetika gefragt. Das zeigt auch die folgende Grafik.

Von Bleiweiß und anderen toxische Substanzen bleiben geschminkte Gesichter der heutigen Zeit weitesgehend verschont. Die Funktion der Schminke ist aber erhalten geblieben. Wimperntusche, Lippenstift und Make-up zählen zum Repertoire der kosmetischen Schminke. Sie dient der Annäherung an Schönheitsideale sowie der Ausbesserung vermeintlicher Schönheitsfehler. So ähnlich wird Schminke auch in der Medizin eingesetzt. Hier sollen Verfärbungen der Haut, Brandnarben und Wunden kaschiert werden.

Auch ihre ursprünglichste Bedeutung hat die Schminke nicht verloren, denn in vielen Teilen der Erde ist sie weiterhin Ausdruck kultureller Zugehörigkeit oder eben Bestandteil kulturelle Feste und Rituale – so wie beim Karneval.

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