Wer bringt die Geschenke?

Russland: Weihnachten auf kommunistisch

Väterchen Frost Foto: Sergeev Pavel/ Wikimedia Commons

Väterchen Frost fährt pünktlich zum Jahreswechsel vor. Foto: Sergeev Pavel/ Wikimedia Commons

An Silvester empfiehlt es sich zunächst, in Russland Halt zu machen. Väterchen Frost, den dortigen Geschenkelieferanten, könnte man mit seinem weißen Rauschebart für eine weitere Abwandlung von Bischof Nikolaus halten. Dabei ist die Geschichte des auf russisch Ded Moros genannten Großväterchens viel komplizierter.  Ursprünglich war der alte Herr eine Personifikation des Winters, die zu Sowjetzeiten problemlos für das neueingeführte Neujahrsfest umfunktioniert werden konnte – religiöse Feste waren schließlich verboten.

Auch wenn das Weihnachtsfest am 7. Januar seit dem Ende des Kommunismus wieder an Bedeutung gewonnen hat, fährt der mit Geschenken beladene Schlitten noch heute pünktlich zum Jahreswechsel vor. Immer im Schlepptau von Väterchen Frost: Das Schneeflöckchen (Snegurotschka), seine offenbar ausnehmend hübsche Enkelin, die mindestens so beliebt ist wie ihr Opa.

Griechenland: Rettungsschirm vom Heiligen Vassilius

Heiliger Vasilius Foto: Wikimedia Comons

Der heilige Vasilius kommt an Silvester. Foto: Wikimedia Comons

Auch in Griechenland findet die Bescherung in der Silvesternacht statt. Hier ist es der Heilige Vassilius, der die Geschenke vor das Bett der Kinder legt. Erzbischof Vassilius galt zu Lebzeiten als großer Wohltäter für die Armen, was sich bis heute in einer kulinarischen Tradition niederschlägt: In das sogenannte Vassiliusbrot wird je eine Goldmünze eingebacken, die ihrem Finder Glück für das kommende Jahr bringen soll. Auf diese Art, so die Legende, soll Vassilius einst auch die Bedürftigen in seiner anatolischen Heimat beschenkt haben.

Zum Weihnachtsfest selbst bekommen die Griechen weniger erfreulichen Besuch: Die Kalikanzari, fiese Gestalten mit Affenarmen, Ziegenbeinen und roten Augen. Eigentlich hocken die haarigen kleinen Kobolde unter der Erde und versuchen erfolglos, den Baum, der die Welt trägt, abzusägen.  Einmal im Jahr lockt der Geruch des Weihnachtsessens sie zu den Menschen, bei denen sie das Kaminfeuer löschen und die Milch sauer werden lassen. Unnötig zu erwähnen, dass die Kalikanzari dabei nicht daran denken, Geschenke für die Hausbewohner mitzubringen. Die Familien versuchen, sich mit dem zwölftägigen Weihnachtsfeuer vor den Eindringlingen zu schützen. Dann doch lieber Besuch von der Troika.

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