Absolventen der Ruhr-Unis haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Für die Teilnahme an Vorlesungen und Seminaren mussten sich die Schüler teilweise vorab anmelden.

Jahrelang in der Vorlesung gesessen, am Schreibtisch gebüffelt, dann: Uniabschluss. Und nun? Sorgen um eine feste Anstellung müssen sich zumindest die Absolvent*innen der Ruhr-Unis Duisburg, Essen und Dortmund nicht machen. Sie haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Laut der kürzlich vom International Centre for Higher Education Research (INCHER) herausgegeben Studie „Studium und Beruf in Nordrhein-Westfalen“ sind junge Menschen, die ihren Abschluss an einer Hochschule im Ruhrgebiet absolviert haben, bei potentiellen Arbeitgeber*innen in der Region äußerst gefragt. Bereits nach dem Ablegen der letzten Prüfung stehen einem Sprung ins Berufsleben, häufig auch in führenden NRW-Unternehmen, kaum Hürden entgegen. Die Wenigsten bräuchten bei einer Jobsuche länger als ein halbes Jahr, 75 Prozent der Absolvent*innen seien bereits in der Lage, innerhalb einer Zeitspanne von lediglich drei Monaten eine passende Stelle zu ergattern.

Die jungen Akademiker*innen bringen die Wirtschaft des Ruhrgebiets auf ihre eigene Weise in Schwung: Ein Großteil der Hochschulabsolvent*innen entschließt sich nach dem Abschluss ihres Studiums einfach in der Gegend zu bleiben. Auf diese Weise sind bis zu drei Viertel der Menschen mit regelmäßigem Einkommen in der Lage, einen Job in NRW  zu ergattern. Gut 33 Prozent sogar in ihrer ehemaligen Universitätsstadt. Somit ist auch die Arbeitslosenquote unter den Absolvent*innen der Ruhr-Unis niedrig: Mit einem Wert von unter drei Prozent ist sie so niedrig wie noch niemals zuvor.

Ruhr-Unis sind Leistungsträger

Vor allem Kandidat*innen mit Abschlüssen aus wirtschafts- und naturwissenschaftlichen Fachbereichen haben gute Karten: ErfolgreicherBewerber*innen mit Masterabschluss können sich auf ein Bruttogehalt freuen, das über 3100 Euro beträgt, nach einer Promotion kann sich diese Summe auf bis zu 4000 Euro erhöhen. Doch müssen sich Studierenden, die lediglich einen Bachelorabschluss anstreben, keine wirklichen Sorgen machen, denn auch ihnen winkt ein Gehalt von über 2300 Euro.

Eine beträchtliche Anzahl an Bewerber*innen kann spielend leicht in die Wirtschaft integriert werden. Ökonom*innen haben hierbei das Phänomen der „Vollbeschäftigung“ bemerkt. Dies hat zu bedeuten, dass es möglich ist, allen arbeitsfähigen Personen einen Beschäftigungsplatz zuzuweisen.

Eine solche Entwicklung ist zum großen Teil der Leistungsfähigkeit der Universitäten in Dortmund, Bochum und Duisburg-Essen zu verdanken. Bis zu 61 Prozent der Masterabsolvent*innen der RUB finden  sofort in privaten Firmen eine Einstellung.

Masterabsolvent*innen der TU Dortmund gut gerüstet

Ähnliche Verhältnisse herrschen an der TU Dortmund. „Master-Absolvent*innen verfügen in aller Regel bereits über Praxiserfahrung in Form von Praktika und suchen nach verantwortungsvollen Positionen, die ihnen dennoch die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung, zum Beispiel in Form von Auslandsaufenthalten oder Weiterbildungen einräumen“, erklärt Jessica Donato, Fakultätsmanagerin Studium und Lehre an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät an der TU Dortmund. Die Tätigkeitsfelder erstreckten sich vom Controlling, über das Marketing, den Personalbereich, die Wirtschaftsprüfung, die Steuerberatung und das Rechnungswesen bis hin zum Projektmanagement sowie Aufgaben in Einkauf und Vertrieb. Auch im Finanzbereich, bei Unternehmensberatungen und in der IT von Unternehmen würden WiSo-Absolvent*innen anspruchsvolle Beschäftigungsmöglichkeiten finden.

Es muss nicht gleich ein Master sein

Genau wie in Bochum besteht jedoch auch hier eine nicht unbeträchtliche Anzahl an Karriereperspektiven für Abgänger*innen, die nur ein Bachelorzeugnis in der Tasche haben: „Verdienstmöglichkeiten sind von vielen unterschiedlichen Faktoren, wie zum Beispiel der Branche, dem Tätigkeitsbereich, der Vorerfahrung , wie zum Beispiel der Ausbildung oder Praktika und weiteren Punkten wie der Auslandserfahrung abhängig“, so Donato.

So haben Menschen mit Masterabschluss in der Tasche meistens vor Berufsantritt mehrere Praktika hinter sich und können dann das auf dem jeweiligen Fachgebiet erworbene Wissen verstärkt im Berufsleben anwenden. Bachelorabsolvent*innen, die sich zunächst gegen die Möglichkeit entscheiden, sofort einen Master dranzuhängen, kommen jedoch auch nicht zu kurz: Dank einer weiten Auswahl an Fortbildungsoptionen können sie diese Zeit nutzen, um ihr Können zu optimieren.

Eine Lücke im Lebenslauf braucht also niemand zu befürchten. Im Gegenteil: Studierenden können diese Pause nutzen, um auszuprobieren, wie sie das während des Studiums erworbene theoretische Wissen in die Praxis umwandeln können. Meistens geschieht dies in Form von Praktika. Auslandsaufenthalte sind ebenfalls äußerst beliebt. Vor allem wünschen sich vor allem einen umfassenden Praxiseinblick und entsprechende Informationen zu beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten. „Master-Absolvent*innen verfügen in aller Regel bereits über Praxiserfahrung in Form von Praktika und suchen nach verantwortungsvollen Positionen, die ihnen dennoch die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung, zum Beispiel in Form von Auslandsaufenthalten oder Weiterbildungen einräumen“, erklärt Donato.

Auch Duisburg kann punkten

Die Universität Duisburg-Essen kann ebenfalls nicht klagen. In vielen Bereichen schneidet ihr Bildungsangebot außergewöhnlich gut ab: Bis zu 90 Prozent der Besitzer*innen einer Master-Urkunde finden eine Stellen der Wirtschaft. Auch hier können sich die Studenten auf ein Gehalt freuen, das über 3000 Euro brutto monatlich ausfällt.

 

Teaser-/Beitragsbild: Lara Eckstein