Unwetter: Decke in der Emil-Figge 50 eingestürzt

Dortmund. Auf dem Campus der TU Dortmund ist an diesem Donnerstag gegen 12:30 Uhr im Gebäude der Emil-Figge-Straße 50 ein Rohr geplatzt und eine Zwischendecke eingestürzt. Der Keller im Lehrgebäude der Kultur- und Gesellschaftswissenschaften (EF50) stand deshalb unter Wasser. Das Gebäude wurde komplett evakuiert. Feuerwehr und Polizei waren mit mehreren Einsatzwagen vor Ort. Es wurde niemand verletzt.

„Als wir rauskamen war schon alles abgesperrt und die Feuerwehr stand vor der Tür“, berichtet die Seniorenstudentin Gabriele Faber mit Regenjacke und Rucksack vor dem Haupteingang der EF50. „Ich saß im Hörsaalbegäude 1 als alles passiert ist. Plötzlich kamen alarmierte Studenten aus dem Nebenhöraal hereingestürmt und haben uns vor einer Überschwemmung gewarnt. Da sah mein Psychologieprofessor, Herr Lasogga, das Wasser schon die Treppenstufen herunterlaufen. Kurz darauf ertönte der Feueralarm. Das war um 11.45 Uhr“, sagte Faber.

Die Überschwemmung breitet sich über das Treppenhaus aus. Foto und Teaserbild: Anna Doernemann

Die Überschwemmung breitet sich über das Treppenhaus aus. Foto: Anna Doernemann

Grund für den Rohrbruch war der starke Regenfall, den das plötzlich aufziehende Gewitter mit sich gebracht hatte. Der Baudezernent Thomas Quill erklärt: „Eine Regenablaufleitung konnte dem hohen Wasserdruck nicht standhalten. Das Abflussrohr leitet angestautes Wasser vom Dach nach unten. Die einzelnen Stücke des Rohrs werden von Metallmanschetten zusammengehalten.“ Diese Manschetten hätten sich durch den hohen Wasserdruck gelöst; Flüssigkeit sei zwischen das tragende Element der Decke und die Verkleidung geflossen. Resultat: Die Deckenverkleidung ist herabgestürzt. In Zukunft solle deshalb mit größerer Vorsicht auf die Belastbarkeit der Wasserrohre geachtet werden.

Heruntergestürztes Zwischendach im Erdgeschoss vor der Technikausleihe ITMC. Foto: Anna Doernemann

Heruntergestürztes Zwischendach im Erdgeschoss vor der Technikausleihe ITMC. Foto: Anna Doernemann

Vier Einsatzwagen der Feuerwehr waren mehrere Stunden damit beschäftigt, das Wasser aus dem Keller zu pumpen.
Die Räumungsarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen. Wann das komplette Gebäude wieder uneingeschränkt nutzbar ist, steht jetzt noch nicht fest. Laut einer Pressemitteilung der TU Dortmund sind noch Teile im Untergeschoss sowie die Gebäudetrakte B und C beeinträchtigt.
Währenddessen war die Hilfsbereitschaft unter Studenten und Lehrenden hoch. Die Studentin Vivien sah zum Beispiel, wie ein Rollstuhlfahrer die Treppenstufen aus der dritten Etage hinunter getragen wurde. Denn bei Feueralarm dürfen die Aufzüge nicht benutzt werden.

Das Wasser wird derzeit aus dem Gebäude gepumpt. Foto: Anne Schwedt

Das Wasser wird aus dem Gebäude gepumpt. Foto und Teaserbild: Anne Schwedt

Schlimmer: Im Keller lagerten mehrere Instrumente und Material der Lernwerkstatt. „Darunter befinden sich circa 20 Steinway-Klaviere im Wert von je etwa 20.000 Euro“, sagte Björn Woll, Vertretungsprofessor im Fach Musikjournalismus. Ob diese Instrumente beschädigt wurden, steht zur Zeit noch nicht fest. Der Gesamtschaden ist ebenfalls noch unbekannt.

Alle Veranstaltungen, die gestern in der EF50 stattfinden sollten, wurden abgesagt. Auch die Nacht der Beratung (pflichtlektuere kündigte an) musste ausfallen. Das Gebäude ist ab diesem Freitag wieder freigegeben.


Fotos Vuvox: Anne Schwedt und Marie Denecke

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