RUB- Professor und bedeutender Historiker verstorben

Bochum. Prof. Dr. Klaus Tenfelde, bedeutender Historiker der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und emeritierter Professor an der Ruhruniversität, ist vergangenen Freitag verstorben.

Klaus Tenfelde hat bis vor kurzem das Institut für soziale Bewegungen und die Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets geleitet, die im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets untergebracht sind.

Als Historiker der Arbeiterbewegung und des Ruhrgebiets hat er die deutsche Sozialgeschichte und die Vermittlung von Geschichte besonders geprägt, sagt die RUB in ihrem Nachruf.

Erst vor wenigen Wochen war der Professor am Lehrstuhl für Sozialgeschichte und soziale Bewegungen der Ruhr-Universität in den Ruhestand gegangen.

Der gebürtige Ruhrgebietler hat zahlreiche Schriften zu Region, Bergbau und zur Arbeiterbewegung veröffentlicht. Eine seiner Visionen war die einer Ruhrstadt, die er als unabwendbar für die Zukunft der Region hielt.

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  • Klaus Tenfelde war auch insofern ein großartiger Mann, als er sich Zeit seines Lebens für den historischen Nachwuchs interessierte und ihn förderte. Dabei schloss er Themenfelder nicht aus, zu denen er persönlich keinen eigenen Zugang hatte, – ich meine die Religions-, Christentums- und Kirchengeschichte. Hier waren ihm Berührungsängste völlig fremd, im Gegenteil: Er suchte und fand die Kooperation: etwa im Bochumer DFG-Projekt ‚Transformation der Religion in der Moderne‘, das er mit betreute und mit eigenen Unterprojekten bereicherte.
    Als Angehöriger der 68er Generation mit eigenen berufsbezogenen Erfahrungen hielt er auch Kontakt zu jenen Professoren, die wie Heinz Gollwitzer oder Heinz Stoob in Münster zum Lager der konservativen ‚Großordinarien‘ zählten. Tenfelde nahm sie gegenüber den manchmal wütenden, an körperliche Übergriffe grenzende Attacken der studentischen ‚Revolutionäre‘ in Schutz, wobei ihm nicht zuletzt seine Erfahrungen als ehemaliger Bundesgrenzschutzbeamter sowie seine hünenhafte Erscheinung von Nutzen waren. Die genannten Professoren blieben ihm – dem ‚Linken‘ – dafür lebenslang dankbar.

    Die Zunft der Historiker verliert mit Klaus Tenfelde ein Vorbild als Wissenschaftler und Mensch, dessen Wirkungen über seinen Lebenskreis weit hinausgehen dürften. Ich verabschiede mich von ihm mit Dankbarkeit und Respekt!

    Jochen-Christoph Kaiser / Marburg

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