Online-Marktplatz für Studierende

Das Bücherregal platzt aus allen Nähten, im Keller rostet Omas altes Fahrrad unbenutzt vor sich hin und der ausrangierte Fernseher steht jetzt auch schon seit Wochen im Flur herum. Spätestens bei einem Umzug wird deutlich, wie viel Kram sich im Laufe der Zeit so ansammelt.

(Teaserbild: Unirecycling.com) Auf der Startseite von "Unirecycling" kann zwischen den Kategorien "Bücher", "Wohnen", "Elektronik" und "Fahrräder" gewählt werden. (Foto: Teresa Bechtold)

Auf der Startseite von "Unirecycling" kann zwischen den Kategorien "Bücher", "Wohnen", "Elektronik" und "Fahrräder" gewählt werden. Teaserbild: Unirecycling.de / Foto: Teresa Bechtold

Gerade Bücher nehmen viel Platz weg, dabei liest man die wenigsten von ihnen ein zweites Mal. Aussortieren fällt oft schwer, denn es wäre ja viel zu schade, die guten Stücke einfach wegzuwerfen. Doch wem soll man sie andrehen? Ein Stand auf dem Flohmarkt wäre eine Möglichkeit, doch das muss erst einmal organisiert werden – dann müsste man früh aufstehen, die Sachen dorthin transportieren, aufbauen, den ganzen Tag dort verbringen und, und, und.

Weil viele Menschen vor diesem Problem stehen, sind sogenannte Marktplätze im Internet in den letzten Jahren zum Trend geworden. Auf Kleiderkreisel.de können gebrauchte Kleidungstücke gekauft, getauscht oder verkauft werden, Booklooker.de bietet eine Plattform für gebrauchte Bücher, Filme und Musik. Und auf Foodsharing.de können sogar nicht mehr benötigte Nahrungsmittel weitergegeben werden. Anbieter und Interessent einigen sich online auf einen Preis beziehungsweise Tausch, dann wird der Gegenstand vom Anbieter verschickt oder der Interessent holt ihn selber ab.

Unirecycling funktioniert überall

Daniel Granado hilft dabei, Unirecycling in Deutschland bekannt zu machen. (Foto: Privat)

Daniel Granado hilft dabei, Unirecycling in Deutschland bekannt zu machen. (Foto: Daniel Granado)

Für Dortmunder Studenten gibt es seit dem Sommersemester 2013 die Möglichkeit, auf Unirecycling.com gebrauchte Gegenstände entweder loszuwerden oder selbst das ein oder andere Schnäppchen zu ergattern. Die Plattform, die ursprünglich von Studenten in der Schweiz gegründet wurde, unterteilt sich in die Kategorien „Bücher“, „Wohnen“, „Elektronik“ und „Fahrräder“.

Daniel Granado hilft dabei, Unirecycling in Deutschland aufzubauen. Er sieht den Mehrwert der Seite vor allem darin, dass sie von Studierenden für Studierende gemacht wird: „Unirecycling soll eine Ergänzung zum klassischen schwarzen Brett sein, mit der viel mehr Interessenten erreicht werden können. Die Übergabe der Gegenstände kann dann oft ganz einfach auf dem Campus stattfinden“, sagt er.

Der Biologie-Student aus Münster ist zurzeit vor allem damit beschäftigt, Unirecycling in den verschiedenen Unistädten in Deutschland bekannt zu machen. Nachdem die Plattform 2011 in der Schweiz gut angelaufen war, wollten die Betreiber sie auf Deutschland ausweiten. Im vergangenen Wintersemester startete Unirecycling dann in Münster, Göttingen, Hamburg und Berlin. Wer sich auf der Startseite für eine der Kategorien entschieden hat, kann im nächsten Schritt eine Stadt auswählen, in der er nach Gegenständen suchen möchte. „Unirecycling funktioniert im Prinzip überall. Es ist nur wichtig, dass es gut beworben wird. Denn nur wer die Plattform kennt, kann dort logischerweise kaufen und verkaufen“, sagt Granado.

Preisvergleich mit Amazon

Mittlerweile gibt es Unirecycling in fast jeder deutschen Stadt. Allerdings ist die Auswahl an Anzeigen noch nicht für jeden Ort besonders groß. In Bochum und Duisburg beispielsweise gibt es bisher so gut wie keine Angebote, in Dortmund sind es für jede Kategorie immerhin ein paar.

Florian Nelsen bietet auf Unirecycling ein Buch zum Verkauf an. Der Dortmunder Student hat über die Facebook-Gruppe der TU Dortmund von der Plattform erfahren. „Ich finde es gut, dass man sich für die Übergabe einfach auf dem Campus treffen kann“, sagt er. Das sei bei der ansonsten ähnlichen Plattform eBay Kleinanzeigen etwas stressig, da man sich dort beim Verkauf von Büchern um den Versand kümmern müsse. Außerdem gefällt Nelsen, dass Unirecycling die Suche nach Büchern über die ISBN-Nummer anbietet und bei jedem Buch der Amazon-Preis zum Vergleich angezeigt wird.

Bisher hat sich noch niemand auf seine Bücher-Anzeige gemeldet. Das liege aber daran, dass es sich um ein Buch handele, das man eher zum Wintersemester benötige, glaubt er. Insgesamt ist er mit Unirecycling zufrieden. „Ich würde Unirecycling weiterempfehlen und auch in Zukunft nutzen.“

3 Comments

  • Teresa Bechtold sagt:

    Liebe Svenja,
    vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Es freut mich, dass dir der Artikel weitergeholfen hat. Liebe Grüße, Teresa

  • Svenja sagt:

    Hey,

    durch den Beitrag bin ich gerade auf Unirecycling aufmerksam geworden. An sich ist die Idee echt super. In Bezug auf Bücher ist man ja doch hin und wieder gezwungen, sich die ein oder andere Fachliteratur privat zu kaufen, solange man nicht alles in der Bibo findet. Aber auch hier sind die Bestände ja meist begrenzt. Es ist ja auch oft so, dass man Bücher nach dem Studium oder nach den Prüfungen, nicht mehr in dem Umfang braucht, wie währenddessen. Von daher ist es sinnvoll, diese für einen fairen Preis weiterzugeben. So haben alle Seiten etwas davon. 😉

    Der Preisvergleich mit amazon und der Gedanke das auf den jeweiligen Campus zu fokussieren um sich zum Austausch zu treffen, ist echt praktisch. So spart man sich umständliches Versenden und kann die Ware vor dem Kauf zumindest einmal ansehen.

    Aber nicht nur Bücher sondern auch alle anderen Kategorien, wie Wohnen, Elektronik und Fahrräder können gerade für Neu-Hinzugezogene oder Wegziehende Studenten sehr nützlich sein. Insgesamt ist es auf jeden Fall eine auf Studenten ausgerichtete Alternative zu bereits bestehenden Tausch- und Verkaufsportalen. Ich bin gespannt, ob der Bekanntheitsgrad in Zukunft noch wächst. Ich schau mir das auf jeden Fall weiterhin an. 🙂

    LG Svenja

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