Nebenjob mal anders

Die Szenografie-Studentin Sandra Swienty veranstaltet Designmärkte in Dortmund und Bochum. Bei dieser zeitaufwendigen Arbeit treibt sie vor allem eins an: Leidenschaft.

Das rosa Neontape begrenzt die einzelnen Stände. Fotos: Laura Möllemann, Teaserbild: Clare Devlin.

Das rosa Neontape begrenzt die einzelnen Stände. Fotos: Laura Möllemann, Teaserbild: Clare Devlin.

Noch wenige Minuten, dann beginnt der erste „Own.“-Lifestylemarkt im Dortmunder U. Während die 31 Aussteller ihren Ständen den letzten Schliff verleihen und geduldig auf die Besucher warten, beginnt für Sandra Swienty der aufregendste Teil des Abends.

Nach monatelanger Organisation und tagelanger Vorbereitung der Location zeigt sich heute, ob sich ihre Arbeit gelohnt hat und den Besuchern des Markts die Auswahl der Aussteller samt ihrer Produkte gefallen. Auch, wenn Sandra ihre Designmärkte nun schon seit zwei Jahren organisiert, spannend ist es jedes Mal aufs Neue.

Angefangen hat alles mit der Idee, einen Designmarkt in Bochum auf die Beine zu stellen. Andreas Kellner, der Geschäftsführer der Bochumer Rotunde, kam auf Sandra zu und fragte sie, ob sie nicht Lust hätte, diese Aufgabe zu übernehmen. Sie sagte zu.

Mittlerweile gibt es nicht mehr nur den „Yard“-Designmarkt in Bochum, sondern auch den „Own.“-Lifestylemarkt in Dortmund. Während der Yard bereits zweimal im Jahr, einmal im Sommer und einmal im Winter, ein Wochenende lang an den Start geht, findet der „Own.“-Markt zurzeit einmal im Jahr statt.

Auf einen Standplatz auf einem der beiden Märkte kann sich jeder bewerben, der Lust hat, dabei ist es egal, ob man professioneller Designer oder leidenschaftlicher Hobbybastler ist. Die Endauswahl trifft Sandra dann selbst, hierbei achtet sie vor allem auf eine ausgewogene Mischung der Produkte.

Das Logo des "Own."-Lifestylemarkts.

Das Logo des "Own."-Lifestylemarkts.

Auch heute auf dem „Own.“- Lifestylemarkt reicht das Angebot der Aussteller von Schmuck, über Taschen bis hin zu selbst designtem Geschirr oder Kinderkleidung. Langsam füllt sich die Ausstellerfläche im Dortmunder U mit Menschen und die Besucher bummeln gemütlich von Stand zu Stand. Manche bleiben sogar mehrere Stunden und genießen die besondere Atmosphäre.

Entwickelt hat Sandra die Marktkonzepte während ihres Studiums. An der FH in Dortmund macht sie zurzeit ihren Master in Szenografie, den Bachelor schloss sie in Objekt und Raum Design ab. Die Märkte sind da natürlich ein sehr kraft- und zeitaufwendiger Nebenjob, trotzdem macht Sandra ihre Arbeit glücklich. „Es macht total Spaß, mit den Designern in Verbindung zu kommen und man lernt viele interessante Leute kennen“, sagt Sandra Swienty. „Ich kann es auch irgendwie gar nicht mehr lassen.“

Job und Uni unter einen Hut zu bringen war für Sandra bisher kein Problem. „Ich glaube, das liegt aber auch daran, dass ich bereits am Ende meines Studiums bin“, fügt sie hinzu. Trotzdem braucht die Vorbereitung für die Designmärkte viel Zeit. Die Aussteller müssen ausgesucht und die Location hergerichtet werden, da wird die Zeit auch mal knapp.

„Das ist manchmal schon alles ein bisschen viel, aber da ist der Ansporn größer als das man sagt, ich pack das nicht. Und wenn dann alles fertig ist, ist man total zufrieden, das treibt einen immer so voran“, beschreibt Sandra ihre Gefühle.

Da das Organisieren und Planen einen Großteil der Arbeit einnimmt, schafft Sandra sich einen Ausgleich, indem sie sich kreativ in die Gestaltung der Märkte mit einbringt. Jeder Markt bekommt ein eigenes individuelles Raumdesign, in das auch die Stände der einzelnen Aussteller mit einbezogen werden.

Besucher und Aussteller kommen auf dem Markt ins Gespräch.

Besucher und Aussteller kommen auf dem Markt ins Gespräch.

Für den Dortmunder Markt hat sie die verschiedenen Stände mit buntem Tapeband begrenzt und den Namen des jeweiligen Labels oder Designer auf den Boden geplottet. „Da die Stände an sich alle anders aussehen, wollte ich durch das Neon-Tape allen Ausstellern einen Rahmen geben und ein einheitliches Bild schaffen“, erklärt Sandra.

Außerdem hat Sandra auf jedem ihrer Märkte ihr „WirZwei“-Café dabei, in dem sie Kaffee, Kuchen und neu aufgearbeitete Möbel verkauft. Die Tische und Stühle im Café hat sie auf Flohmärkten zusammen gesucht und umgestaltet. Genau wegen diesem Ausgleich zwischen Kreativität und Organisation, möchte Sandra die Märkte später zu ihrem Hauptberuf machen. „Ich kann mir nicht so wirklich vorstellen, nur in einem Büro zu arbeiten und immer nur ein Shop-Design oder eine Raumgestaltung zu machen. Das es so vielseitig ist, ist grade das Schöne an dem was ich machen darf“, begründet Sandra ihren Wunsch.

Auf lange Sicht plant sie die Designmärkte auch außerhalb von Bochum und Dortmund zu veranstalten. Sandra Swienty kann sich sogar vorstellen sie irgendwann in ganz Deutschland anzubieten. Bevor diese Pläne in Angriff genommen werden können, steht erst einmal der Master-Abschluss an.

Für Heute ist zumindest schon mal ein Ziel erreicht: die Leute sind begeistert. Und während die Besucher im Verlaufe des Abends kommen und gehen, steht Sandra glücklich lächelnd in ihrem Café und weiß, dass sich die ganze Arbeit auch diesmal wieder gelohnt hat.