RUB: Medikamentenstudie Multiple Sklerose

In einer groß angelegten Studien haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum die Wirksamkeit eines neuen Medikamentes gegen schubförmige Multiple Sklerose getestet. Die bisherigen Ergebnisse des Forscherteams um Prof. Dr. Ralf Gold scheinen vielversprechend. Das Medikament senkte bei den Studienteilnehmern die Wahrscheinlichkeit eines Multiple-Sklesrose-Schubes um über 50 Prozent. Auch das Risiko für bleibende Einschränkungen sank rund um die Hälfte.

In der Zulassungsstudie wurde die Wirkung von einer pharmakologisch modifizierten Form von Daclizumab auf den Verlauf von Multipler Sklerose getestet. Bisher wurde der Wirkstoff gegen Abstoßreaktionen nach Nierentransplantationen verwendet.

Unter der Studienleitung der Neurologie des RUB-Klinikums St. Josef Hospitals testeten Forscher in 76 Zentren in ganz Europa und Indien den Wirkstoff an über 600 Patienten.  Diese wurden zufällig auf etwa drei gleich große Gruppen verteilt. Über ein Jahr hinweg erhielten die Testpersonen alle vier Wochen ein Präperat. Einer Gruppe wurde je 150 mg Daclizumab verabreicht, einer weiteren je 300 mg Daclizumab und die dritte Gruppe erhielt ein Placebopräperat. Dabei handelte es sich um eine sogenannte Doppelblind-Studie: Weder Patienten noch medizinisches Personal wussten, welches Präperat ein Patient erhielt.

Gemessen wurden an erster Stelle die Anzahl der Multiplen-Sklerose-Schübe während der Behandlungszeit. Für detailliertere Informationen untersuchten die Mediziner die Anzahl der Entzündungsherde in Hirn und Rückenmark der Patienten. Zusätzlich bewerteten sie den körperlichen und psychischen Zustand sowie die Lebensqualität der Patienten mit verschiedenen Testverfahren. Zur Sicherheit der Studienteilnehmer wurden durchgehend Blutuntersuchungen durchgeführt.