Prozess um Anschlag in Boston beginnt

Das Verfahren gegen den mutmaßlichen Attentäter des Anschlags auf den Boston-Marathon hat heute begonnen. Dem Angeklagten droht die Todesstrafe. Seine Verteidiger zweifeln an der Unvoreingenommenheit der Jury.

Bei dem Anschlag auf den Marathon 2013 wurden 3 Menschen getötet, 260 wurden verletzt. Der Angeklagte Dschochar Zarnajew und sein älterer Bruder sollen Sprengladungen in Rucksäcken in der Nähe der Zielgeraden abgelegt haben. Nach dem Attentat flüchteten die Brüder vier Tage lang vor der Polizei und sollen dabei einen Polizisten erschossen haben. Der Bruder wurde bei der Verfolgung getötet, Zarnajew schließlich gefasst. 

Zarnajew erklärt sich für nicht schuldig, aber die Beweise sprechen gegen ihn: Überwachungsvideos zeigen die Brüder, wie sie die Sprengsätze deponieren. Wie der Spiegel berichtet, streitet sogar die Verteidigung die Beteiligung des 21-Jährigen nicht ab. Einen fairen Prozess bezweifelt diese dennoch: Die Geschworenen-Jury, die aus 12 Bostoner Bürgern bestehen wird, sei nicht unvoreingenommen, da alle Bostoner von dem Attentat betroffen seien. Nach amerikanischen Gesetz ist die Unvoreingenommenheit aber Vorraussetzung für eine Geschworenen-Jury. Alle Anträge der Verteidigung, den Prozess deswegen zu verlegen, wurden abgelehnt. Die Auswahl der Geschworenen aus 1200 Kandidaten wird die nächsten Wochen dauern.  

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