UDE: Stellungnahme zu Protest-Aktion

Essen. Nachdem eine muslimische Studentin mit ihrem Protest gegen islamkritische Comic-Poster einen Eklat auslöste, nimmt nun die Universitätsleitung Stellung zu den Ereignissen. In einer Pressemitteilung vom 3. Juli fordert sie, „offen miteinander zu reden.“ Gleichzeitig behält sich die Universität jedoch rechtliche Schritte gegen die Studentin vor.

Die Ausstellung in der Uni-Bibliothek war von Studenten aus der Anglistik auf die Beine gestellt worden. In Form von Collage-Postern hatten sie Erzählstrukturen von zwölf Graphic Novels dargestellt. Dafür nutzen sie Texte und Worte aus Büchern wie Craig Thompsons „Habibi“ und Rutu Modans „Exit Wounds“. Die Kombination einer Sexszene und religiöser Begriffe provozierte die Studentin offensichtlich. Aus Protest hatte sie an kurz aufeinander folgenden Tagen eines der Werke abgehangen und ein anderes schwer beschädigt.

Mit ihren Taten zensiere die Studentin die Ausstellung, so die Bibliotheksleitung. Die Universität reagierte mit der Schließung der Ausstellung in ihren Räumen. „Eine teilzensierte Ausstellung hätte als Eingeständnis der Schuld gewertet werden können, was auf jeden Fall vermieden werden sollte“, betonten sämtliche Lehrenden des Instituts für Anglophone Studien.

Währenddessen rief die Universität zu einem vernünftigen Umgang mit Protest und anderen Meinungen auf. „An einer Universität darf es keine Denkverbote geben“, erklärt Rektor Radtke. Eine Universität sei ein Ort der Toleranz und Wissenschaftsfreiheit und dementsprechend sei es wichtig für Studierende, zu lernen, auch andere Standpunkte auszuhalten. Trotzdessen sei ein Islamwissenschaftler mit der Prüfung der Werke beauftragt worden, um sicher zu stellen, inwieweit die Plakate religiöse Gefühle verletzt haben könnten.

Gleichzeitig betonte die Universität ihr Unverständnis für die Aktion der Studentin. Man behalte sich juristische Schritte gegen sie vor. Um die Ereignisse objektiv aufzuarbeiten, wolle man die Grundfrage „Hochschule und Meinungsfreiheit“ in einem wissenschaftlichen Kolloqium kritisch diskutieren.

2 Comments

  • Timm Giesbers sagt:

    Lieber Fabian Wehler,

    natürlich soll der Bericht keine antisemitischen Aktionen schützen. Auch wird mir aus Ihrer Argumentation gar nicht klar, wie sie dazu kommen, die Studentin als Antisemitin zu bezeichnen. Treten Sie bitte gern an uns heran, um Ihre Position zu klären.
    Darüberhinaus ist in den Quellen klar aufgeführt, welche Inhalte die Poster/Plakate/Comics hatten. Die zerstörten bzw. abgehängten Werke hatten, zumindest nach unserer Information und wir berufen uns auf den Bericht des Tagesspiegel und auf die Stellungsnahme der Hochschule, Sexszenen mit religiösen Zitaten verknüpft. Aus der weithin als eher konservativ bekannnten Sexualmoral des Islam, ergibt sich die Religionskritik der Werke.
    Vielleicht ist nun klar, weshalb die Poster als „islamkritisch“ zu bezeichnen sind. Dass die Poster „islamische Inhalte“ haben, wie sie schreiben, wurde hingegen im gesamten Artikel nicht behauptet.

  • fabian wehler sagt:

    das stimmt doch gar nicht.
    das zerschnittene poster hatte keine islamischen inhalte.
    warum schützen sie eine antisemitin??

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