DFB-Museum: „Ballfahrtsort“ für Fußball-Fans

Der Deutsche Fußballbund hat eine große Baustelle. Und er ist stolz darauf. Gegenüber von dem Hauptbahnhof Dortmund entsteht das DFB-Fußballmuseum. Vom kommenden Jahr an wird dort der WM-Pokal ebenso zu sehen sein wie Franz Beckenbauers Goldmedaille von 1990, Gerd Müllers Torjäger-Schuh von 1974 und der Ball des Wunders von Bern 1954. Am Freitag war Richtfest. Und mit dabei: die gesamte Spitze des DFB.

So viel sportliche Prominenz ist sonst nur bei Spielen des BVB zugegen: Neben DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, NRW-Sportministerin Ute Schäfer und Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau nahm der gesamte Führungstross der Nationalmannschaft an der feierlichen Zeremonie teil – allen voran Joachim Löw und Oliver Bierhoff. Der Manager hatte sogleich auch ein besonderes Erinnerungsstück dabei: jene Schuhe, mit denen er im EM-Finale 1996 das „Golden Goal“ erzielt hatte. Es ist eines von mehreren hundert Exponaten, die im DFB-Museum ausgestellt werden. Gemeinsam mit Löw versprach Bierhoff, sein Bestmögliches zu geben, damit das Museum nach der WM im Sommer in Brasilien um ein weiteres Erinnerungsstück bereichert wird.

Auch ehemalige Spieler- und Trainer-Größen wie Klaus Fischer, Jens Nowotny und Otto Rehhagel waren dabei, als der Richtkranz symbolisch nach oben gezogen wurde. DFB-Chef Niersbach sprach von einem „historischen Meilenstein“. Er lobte vor allem die Handwerker, „die es mit ihrem Engagement ermöglichen, unsere Idee von einem Heimatort für deutsche Fußballgeschichte zu verwirklichen“. NRW-Sportministerin Ute Schäfer bezeichnete das Museum als „ein Aushängeschild für Dortmund, aber auch eine Werbung für den Fußball und das Museumsland Nordrhein-Westfalen“. Dortmunds Oberbürgermeister Sierau lobte vor allem den Standort: „Das Gebäude fügt sich wunderbar in unsere Kunst- und Kulturmeile ein.“

Mehr als 200.000 Besucher jährlich

36 Millionen Euro investieren die Macher in das Projekt. 18,5 Millionen davon zahlt das Land Nordrhein-Westfalen, den Rest übernehmen der Deutsche Fußball-Bund und Sponsoren wie Adidas und Mercedes Benz. Der Verband profitiert bei der Finanzierung vor allem von den Überschüssen der WM 2006. Bauherrin ist die gemeinnützige DFB-Stiftung Deutsches Fußballmuseum, deren Gesellschafter zu gleichen Teilen der DFB und die Stadt Dortmund sind. Letztere stellt das Grundstück am Königswall zur Verfügung. Die Stiftung rechnet jährlich mit mehr als 200.000 Besuchern. „Das Museum ist für die Stadt Dortmund wie ein Sechser im Lotto und wird die Stadt beleben“, sagte Gründungsdirektor Manuel Neukirchner. Denn auch andere Bereiche wie die Hotelerie und Gastronomie würden von der neuen Attraktion profitieren. 

14 Städte wollten das Prestige-Projekt realisieren. Dortmund erhielt beim DFB-Bundestag 2009 den Zuschlag. Knapp geschlagen: Gelsenkirchen. Seit September 2012 wurden 4000 Kubikmeter Beton und 800 Tonnen Stahl verbaut. Bis Jahresende sollen die Dach- und Fassadenarbeiten abgeschlossen sein, parallel der Innenausbau und die technische Gebäudeausrüstung beginnen.

WM-Pokal steht in der Schatzkammer

Zu Beginn des kommenden Jahres soll das Innere mit Leben gefüllt werden. „Wir sind Fußball“, ist deren Konzept überschrieben, das mit einer erlebnisorientierten und multimedialen Dauerausstellung nationale und internationale Fußball-Erinnerungen erlebbar machen sollen. Zu den Höhepunkten gehört die so genannte Schatzkammer mit den wertvollsten Pokalen der Nationalmannschaft und des Clubfußballs.

Daneben soll es Galas und Empfänge, Preisverleihungen und Pressekonferenzen, Lesungen und TV-Produktionen in einem separaten Bereich geben. Gründungsdirektor Neukirchner sprach am Freitag von einem „neuen Format für die Fußballkultur“. Spätestens zur Jahresmitte 2015 sollen die Fans das Ergebnis begutachten können.

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