Der Hörsaal ruft zum Sommersemester

Kein Sitzplatz in der Mensa, die Parkplätze überfüllt, eine lange Schlange vorm Kaffeeautomaten – das Sommersemester an der TU Dortmund hat begonnen. Die studentische Begeisterung darüber scheint sich erwartungsgemäß in Grenzen zu halten. Doch für manch einen war der Montag ein besonderer Tag. 
Tobias Billen hat zum Sommersemester sein Informatikstudium aufgenommen. Foto: Henrik Veldhoen

Tobias Billen hat zum Sommersemester sein Informatikstudium aufgenommen. Foto: Henrik Veldhoen

Zum Beispiel für Tobias Billen. Für ihn geht die Uni jetzt richtig los. Nein, er hat nicht im Wintersemester zu viel verpasst und will sich nun bessern. Tobias war bis vergangene Woche bei der Bundeswehr. Erst heute hat er sein Informatik-Studium begonnen. Neben den Masterstudiengängen ist das seit diesem Jahr das einzige Fach, das auch zum Sommersemester neu einsetzt.

„Es ist eine Reaktion auf die aktuellen politischen Entwicklungen“, sagt Hans Decker vom Dekanat Informatik. „Mit dem Wegfall von Wehr- und Zivildienst sowie dem doppelten Abiturjahrgang erwarten wir einen großen Ansturm auf unser Fach.“ Um den ein wenig zu entzerren, ermöglichte die Fakultät den Studienbeginn zum Sommersemester.“

Doch den Studiengang neu zu strukturieren, sei nicht leicht gewesen. „Einige Fächer bauen aufeinander auf“, erklärt Decker. „Aber wir haben es mit wenig Mehraufwand geschafft, das Studium machbar zu gestalten.“ Nach der Zustimmung des Rektorats im Januar schrieben sich gleich 51 Studenten, davon 11 Studentinnen, ein. „Für die kurzfristige Planung eine hervorragende Zahl.“

Studienstarter noch nicht erfasst

In den ersten Tagen an der Uni ist ein guter Orientierungssinn gefragt.

In den ersten Tagen an der Uni ist ein guter Orientierungssinn gefragt.

Wie viele Neu-TU’ler es insgesamt gibt, ist statistisch noch nicht erfasst. Im vergangenen Sommersemester gab es rund 500 Einschreibungen. Ein Großteil davon startete aufgrund vorab anerkannter Leistungen gleich ins zweite oder vierte Semester. Zum Vergleich: Mehr als zehnmal so viele Studenten kamen zum Wintersemester 2010/11 neu an die Uni Dortmund.

Dass Tobias Billen in seinem Studiengang den Anschluss verpassen könnte, darüber macht er sich keine Gedanken. „Bis Donnerstag war ich noch Soldat, deshalb habe ich gleich die Orientierungstage verpasst“, sagt er. „Aber hier sind alle so freundlich und hilfsbereit, da ist das kein Problem.“

Apropos hilfsbereit: Auch die AStA-Zentrale ist zum Semesterbeginn wie immer gut besucht. Erstsemester seien ihm allerdings kaum aufgefallen, erzählt Hagen Dorgathen. „Die meisten Ersti-Anfragen kommen erfahrungsgemäß auch nicht am ersten Tag.“ Für die nächsten Wochen sei er aber auf alles gefasst und versuche, alle Fragen zu beantworten.

„Erstsemester erkenne ich sofort.“

Ab jetzt kommt also auch Tobias Billen tagtäglich zur TU Dortmund. Seinen ersten Tag an der Uni hatte er sich aber sicher anders vorgestellt: Morgens zwei Veranstaltungen verpasst, in der Mittagspause nachgearbeitet, nicht einmal Zeit zum Essen gehabt. In der Mensa war Tobias also noch nicht.

Doch auch dort ließen sich zum Semesterauftakt einige Neulinge blicken, wie Betriebsleiter Winfried Koepke verrät. Mit seinen 25 Jahren Berufserfahrung habe er dafür mittlerweile einen geschulten Blick: „Die meisten Studenten sind sehr zielstrebig bei der Essenswahl. Nur Erstsemester erkenne ich sofort. Sie schauen sich ständig um, was es überhaupt gibt.“ Vorausgesetzt, sie müssen in ihrer Mittagspause nichts nacharbeiten.

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