Lach-Yoga doch mal!

Gackern wie ein Huhn, Lachen im Stern und Trommeln wie Tarzan: Wer beim Lach-Yoga entspannen will, muss albern sein können. Fürs Lustig sein gibt es allerdings ernste Regeln. Doch wer es einmal raushat, dem kann Lachen helfen.

Der Lach-Stern. Foto: Michaela Schäffner

Was bitte ist Lach-Yoga? Diese Frage hat sich pflichtlektüre online-Autorin Caroline Nagorski schon lange gestellt. Foto: Michaela Schäffner

Den Begriff Lach-Yoga hat man vielleicht schon mal irgendwo aufgeschnappt, aber ich will wissen, was genau dahinter steckt. Lachen und sich dabei die Arme und Beine verrenken? Entspannen und gleichzeitig die Bauchmuskeln strapazieren? Geht das überhaupt? Ich mach mich auf dem Weg nach Köln. Während der Zugfahrt denke ich darüber nach, was mich dort wohl erwartet. Kopfkino. Meine Gedanken spielen verrückt und schon habe ich ein Dauergrinsen im Gesicht. Am Seminartreffpunkt der Villa Dietrich in Köln angekommen, werde ich von Michaela Schäffner, der Seminarleiterin, freundlich und selbstverständlich mit einem Lächeln im Gesicht empfangen. Michaela Schäffner ist Diplom-Biologin und ausgebildete Lach-Yoga-Therapeutin. Sie bietet zahlreiche Lach-Yoga-Seminare an.

Erste Übung: Begrüßungslachen

Bei Kaffee und frischen Brötchen lerne ich die anderen neun Teilnehmer kennen. Von jung bis alt, klein und groß ist alles dabei. Um 10 Uhr geht’s los. Die erste Lach-Yoga-Übung: „Begrüßungslachen“. Mit ausgestreckter Hand gehen wir von einem Teilnehmer zum anderen und schütteln uns lauthals lachend die Hand. Wichtig: Der Blickkontakt muss gehalten werden. Erstaunlich, wie schnell wir schon bei einer so simplen Übung zum echten Lachen angeregt werden

Ernste Regeln für freies Lachen

Michaela Schäffner erklärt die obersten Regeln des Lach-Yogas: „Ich lache niemanden aus, lediglich an! Albern sein ist hier sogar Pflicht!“ Ihre sonst sehr lebhaft und fröhlich klingende Stimme wird für einen kurzen Augenblick sehr streng. Intensiver Blickkontakt unter den Teilnehmern und plötzliche Stille im Raum. Niemand traut sich etwas zu sagen oder gar zu lachen. „Lachen ohne Grund“, so lautet das Geheimnis, das uns Michaela Schäffner verrät. „Man geht zunächst vom absichtlichen Lachen zum echten Lachen über. Fake it, until You make it. Der Blickkontakt zu euren Mit-Lachern ist hierbei ebenfalls sehr wichtig. Ihr stellt nicht nur eine soziale Nähe her, sondern nutzt den Blickkontakt als zusätzlichen Auslöser für euer Lachen. Probiert es doch einfach aus.“

Über sich selbst lachen ist streng erlaubt

Lach-Yoga Therapeutin Michaela Schäffner

Lach-Yoga Therapeutin Michaela Schäffner. Foto: privat

Nichtsahnend durchbricht Michaela Schäffner den Kreis, den wir Teilnehmer gebildet haben, und kommt mit ausgestrecktem Zeigefinger auf mich zu. Was hab ich getan? Habe ich etwa eine der Regeln gebrochen? Ihr ernstes Gesicht lässt mich darauf schließen. Auf einmal bleibt sie dicht vor mir stehen. Sie biegt ihren Zeigefinger nach innen, so dass er auf sie gerichtet ist, und lacht sich plötzlich selbst aus. Die Stille ist gebrochen. Alle machen mit und lachen über sich selbst. Nach dem kleinen Schock imitiere ich die Übung ebenfalls. Denn über sich selbst lachen, das ist erlaubt.

Die Wurzeln des Lach-Yogas

Entwickelt wurde die Kombination aus Yoga und Lachen 1995 von dem indischen Arzt Dr. Madan Kataria aus Mumbai. Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme an einem Lach-Seminar ist die Bereitschaft zum Lachen. Hört sich einfach an, doch manchen Menschen fällt das Lachen im Alltag sehr schwer. Zwischen Prüfungsstress und Abgabefristen der nur schleppend laufenden Hausarbeiten ist einem meistens nicht zum Lachen zumute.

Was ein Psychologe zu dem ungewöhnlichen Yoga sagt: Weiter auf der nächsten Seite

1 Comment

  • Hermi.Jansen sagt:

    Schönen gutenTag,
    bitte schicken sie mir Informationen über die Möglichkeiten von Seminare- Ausbildungen über Lach-yoga.
    Vielen Dank und einen schönen Tag mit viel Lachen .Hermi.Jansen

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