Kein freier BVB-Vorverkauf mehr in dieser Saison

Ein Beitrag von Lara Enste

Bei Borussia Dortmund wird es in dieser Saison keinen freien Ticketverkauf mehr geben. Nach den Tumulten beim Derby-Vorverkauf am Montagmorgen vor der BVB-Geschäftsstelle an der B1 reagierte der Verein: Tickets für das Auswärtsspiel gegen Kaiserslautern gibt es über die Hotline. In dem Gedränge waren zwei Frauen verletzt worden, die Bereitschaftspolizei bildete Ketten, um das Gedränge zu entschärfen.

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Einige BVB-Fans warteten Stunden in der Schlange und hatten sogar Stühle und Decken mitgebracht. Fotos: Lara Enste

Es ging um die letzten 1000 Tickets für das Revierderby gegen Schalke 04 am 14.April: Schon seit Sonntagmittag hatten die ersten Fans vor der Geschäftsstelle an der B1 gewartet. Bis zum Abend war die Warteschlange über den Parkplatz hinaus gewachsen. In Campingstühlen harrten sie nachts aus, bis es morgens um Sieben zu ersten Rangeleien kam: Neuankömmlinge drängten vorne in die Warteschlange. Daraufhin stürmten plötzlich alle Fans los und ließen ihre Sachen auf dem Parkplatz zurück. Die Polizei beruhigte die Situation zunächst. Mit Öffnung der Türen des Ticketcenters um 8.30 Uhr ging das Gedränge dann allerdings erst richtig los. Immer in Kleingruppen von etwa 10 Leuten wurden die Fans hineingelassen, draußen regelte nur ein BVB-Ordner das Gedränge. Bald darauf traf die Polizei mit zunächst drei Streifenwagen ein.

Zwei Frauen im Gedränge verletzt

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Die Polizei war mit insgesamt 24 Beamten im Einsatz, um das Gedränge vor der BVB-Geschäftsstelle zu entschärfen.

Dennoch: Die etwa 400 wartenden Fans drängten wieder und wieder zu den Türen, sodass einige sich eingequetscht fühlten. Zwei Frauen mussten mit Kreislaufproblemen aus dem Gedränge geholt werden, immer wieder erteilte die Polizei Dränglern Platzverweise. Die Bereitschaftspolizei verstärkte schließlich die Streifenpolizisten und mit Absperrbändern und Polizeiketten beruhigten sie die Situation. Ab 11 Uhr gibt es für die Fans nur noch eine Karte pro Person zu ergattern. Am Ende gehen trotzdem etwa 150 Fans leer aus – um 11.30 Uhr waren alle Karten verkauft.

BVB überdenkt Vorverkauf

Bis zu 24 Polizisten waren bis dahin insgesamt im Einsatz gewesen, berichtete Polizeisprecher Kai-Christian Becker. Borussia Dortmund zieht aus dem Vorfall daher jetzt Konsequenzen: Für das letzte Auswärtsspiel der laufenden Saison, gegen Kaiserslautern, wird es keinen freien Vorverkauf geben. Die Tickets gibt es nur im Mitgliederverkauf oder über die Hotline. Für das letzte Heimspiel gegen Freiburg und das DFB-Pokalfinale in Berlin sind Tickets sowieso nur über ein Online-Losverfahren erhältlich. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte: „Aus den Vorkommnissen werden wir unsere Lehren ziehen und nach intensiver interner Diskussion entscheiden, ob und in welcher Form wir künftig den freien Verkauf von Karten durchführen können.“
Der BVB sah das Problem vor allem darin, dass sich „etliche Schwarzmarkthändler“ vorgedrängelt hatten und dadurch Streit entstanden war. Die Fans vor Ort beschwerten sich allerdings vor allem vehement über fehlende Absperrungen und Ordner – der BVB habe organisatorisch viel nachzuholen.

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