GEZ-Gebühren für alle

„Einfach. Für Alle.“ Das ist der Slogan für die neuen Rundfunkbeiträge für die öffentlich-rechtlichen TV- und Hörfunksender. Dahinter steckt die Idee, dass seit dem 1. Januar 2013 nicht mehr jeder einzelne Verbraucher zahlen muss, sondern pro Haushalt gezahlt wird. Ab sofort sind pro Haushalt 17,98 Euro fällig. Für eine Dreier-WG bedeutet das eine Nebenkostenerhöhung von rund sechs Euro pro Person.

Indra wird sich den Rundfunkbeitrag mit ihrem Mitbewohner teilen. Quelle: Indra Pass

Indra wird sich den Rundfunkbeitrag mit ihrem Mitbewohner teilen. Teaserbild: Karsten Kaminski / Foto: Indra Pass.

Wenn also in einer WG alle Mitbewohner Bafög beziehen, müssen auch keine Gebühren bezahlt werden. Aber eine Person in der Wohnung muss mindestens angemeldet sein. Das kann folgende Auswirkungen haben: Wenn in einer Dreier-WG ein berufstätiger Mitbewohner und zwei Bafög beziehende Studenten leben, muss trotzdem gezahlt werden. Die Befreiung gilt nur für alle Bewohner eines Haushaltes, wenn die Personen verheiratet sind.

Kommt bei den WGs in Dortmund nun Frust auf? Eigentlich nicht. Indra Paas, 20, Auszubildende zur Kinder-, Kranken- und Gesundheitspflegerin wohnt in einer Zweier-WG. Ihr Mitbewohner ist Student. Die neuen Gebühren werden natürlich geteilt: „Das sind ja nur rund 20 Euro, die kann man gut durch zwei teilen. Wir hatten zwar vorher nichts angemeldet, aber wenn der neue Bescheid im Briefkasten ist, melden wir das an. Mein Mitbewohner ist Student, aber er bezieht kein Bafög. Auch wenn er in Zukunft Bafög beziehen würde, der Beitrag wird dann natürlich auch geteilt. Das wäre ja nur fair, schließlich nutzt jeder in der WG seinen Laptop oder das Radio in der Küche.“

Mit der neuen Regelung werden auch gleichzeitig das private Auto und alle einzelnen Geräte im Haushalt abgedeckt. Das geht Julian, 29, Raumplaner-Student, noch nicht weit genug: „Wenn man sich die Gebühren in der WG teilt, finde ich den Beitrag nicht viel. Vor allem finde ich es gut, dass Bafög-Empfänger nichts zahlen müssen. Nur geht mir die Regelung nicht weit genug. Wieso muss ein Millionär genau so viel zahlen, wie ein Student, der wirklich nur knapp über die Runden kommt? Das ist unfair. Ich weiß, es wäre wieder ein furchtbar komplizierter bürokratischer Aufwand, wenn man die Rundfunkabgabe vom Einkommen abhängig macht, aber nur dann wäre die Regelung wirklich fair.“

So sieht das Anschreiben der neuen Beitragszentrale aus. Foto: Karsten Kaminski

So sieht das Anschreiben der neuen Beitragszentrale aus. Foto: Karsten Kaminski

Die Briefe für den neuen Rundfunkbeitrag werden in den nächsten Tagen verschickt. Wichtig ist, dass man die alte GEZ-Bezahlung abmeldet und sich in der WG darauf einigt auf welchen Namen der neue Antrag laufen soll. Die alte Seite www.gez.de existiert nicht mehr. Alle Formulare für die Änderungen und Anmeldungen sind online auszufüllen auf der neuen Internetseite www.rundfunktbeitrag.de.  Wer Bafög bezieht und sich befreien lassen will, sollte sich vorher beim Bafög-Amt einen Bescheid ausdrucken lassen oder seine Bafög-Bestätigung kopieren.

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