TRANSPORTANZ: Das steckt dahinter

Vor dem Mensagebäude: Die Gruppe Transportanz. Foto: Transportanz (Facebook)

Vor dem Mensagebäude: Die Gruppe Transportanz. Foto: Transportanz (Facebook)

Ich muss zugeben, dass ich ziemlich verwirrt war, als ich Dienstagmittag aus dem Mensafenster schaute. Eine Gruppe Studentinnen tanzte in langsamen Schritten über den Campus, in der Hand von zweien ein Banner mit der Aufschrift „RANSPORTANZ“. „Was soll das denn heißen?“, fragte eine Freundin neben mir.

Ich war ratlos. Ein mitessender Freund nach einer Weile: „Vielleicht ist es eine Zusammensetzung aus Randsport und Akzeptanz?“ Klang für uns irgendwie logisch. Vielleicht hatte es mit Olympia und der Absage in Hamburg zu tun, vielleicht hing es mit eventuell wegfallenden Randsportarten zusammen, kam uns in den Sinn. Doch: Falsch. Das weiß ich seit Mittwochmittag. Die Gruppe tanzte wieder über den Campus, ich lief dieses Mal daran vorbei und blieb stehen.

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Schließlich fragte ich eine Bannerhalterin: „Was ist denn Ransportanz?“. Sie antwortete: „Also wir sind Rehapädagogik-Studenten, die das Projekt gemeinsam mit der Tanztheatergruppe Windspiel machen. Deshalb steckt in dem Wort Sport und Tanz. Außerdem „Port“, also Englisch für Hafen, weil so gerade ein Stück der Gruppe heißt.“ Dann drückte sie mir grinsend einen Flyer in die Hand. Scheinbar war ich nicht die einzige, die sich über die Aktion wunderte.

Der Flyer führt zur Antwort

IMG_4107Auf dem Stück Papier stand als Überschrift: „TRANSPORTANZ – Bewusstsein gestalten durch kulturelle Vielfalt“. Und darunter als Information: „Wir unterstützen die Tanztheatergruppe Windspiel und starten eine Crowdfunding-Aktion. Werdet ein Teil des Ganzen und gestaltet mit“ – dann ein QR-Code zu ihrer Facebook-Seite. „Merkwürdig – hatten sie auf dem Banner ein „T“ vergessen?“, fragte ich mich. Dann dämmerte es mir: Die Bannerhalter formten mit ihrem Körper das T.

Nachdem der Code gescannt war, ploppte die Seite im Smartphone-Fenster auf. Der erste Post vom 29. November verriet das Programm der Gruppe auf dem Campus:

„Wir möchten nicht nur mit euch in unser Projekt starten, sondern auch in die Adventszeit. Unser Programm steht fest…

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„Bewegte Adventszeit“ heißt das Programm, von 12 bis 14 Uhr geht es an ausgewählten Tagen. Kein Wunder also, dass ich die Gruppe immer um die Mittagszeit gesehen hatte. Das nächste Mal Freitagmittag. Der Infokasten der Facebook-Seite fügte hinzu: „Ein Projekt von Studierenden der TU Dortmund in Kooperation mit „TanzRäume Unterwegs e.V.“

Die Langfassung der Beschreibung gab dann den Aufschluss: „Wir sind eine Gruppe von elf Studentinnen der Technischen Universität Dortmund. Im Rahmen des 5. Fachsemesters im Bachelor-Studiengang „Rehabilitationspädagogik“ haben wir das Team „Transportanz“ ins Leben gerufen, welches in Zusammenarbeit mit dem inklusiven Tanztheater „Windspiel“ aus Witten unter dem Leitgedanken „Tanzräume unterwegs – Ein inklusives Tanz und Bewegungstheater auf Tournee“ zusammenarbeitet.“

Die Tanztheatergruppe Windspiel

IMG_4108Auf der Rückseite des Flyers gab es einen zweiten QR-Code, dieses Mal führte er zur Homepage der TanzRäume Unterwegs e.V. und dort zur Beschreibung der Tanztheatergruppe Windspiel. Der erste Satz: „Im Jahre 2006 gründeten die TanzRäume Unterwegs im Rahmen eines Freizeitangebotes für seelenpflegebedürftige Menschen in der  Wohn- und Lebensgemeinschaft des Christopherus-Hofes in Witten ihr Erstes Ensemble.“

Außerdem schreibt die Gruppe dort folgendes: „In der kontinuierlichen Entwicklung einer Tanz- und Bewegungsimprovisation für Menschen mit Assistenzbedarf war es Motivation und Ziel, die TeilnehmerInnen zu begeistern für die Freude an der Bewegung und am Ausdruck. Die geduldige und gewissenhafte Arbeit aller Beteiligten trägt ihre Früchte. Die anfangs lose Gruppe von musisch vorgebildeten BewohnerInnen der Lebensgemeinschaft wuchs zusammen zu dem, was wir heute eine Kompanie nennen dürfen.“

Ziel der Gruppe Transportanz

So sei es das Ziel der Gruppe „Transportanz“ – so beschreibt sie es auf Facebook – „den eher theoretisch geprägten Gedanken der Inklusion, welcher sich durch die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen im Jahr 2009 als Menschenrecht manifestiert hat, kreativ und praktisch zu realisieren.“

Hinzu komme neben dem Programm „Bewegte Adventszeit“ ein Crowdfunding-Aktion Ende Dezember stattfinden, um Werkschauen in Sizilien Mitte Februar 2016 umzusetzen. Außerdem: „Getreu dem Motto „TanzRäume unterwegs“ werden allerdings auch Möglichkeiten für Gastauftritte in Deutschland gesucht, in welchen die Lebenswirklichkeiten aller beteiligten Darsteller reflektiert werden.“

Mehr Infos: transportanz.fk13@tu-dortmund.de.

 

2 Comments

  • Darkreaver sagt:

    Ich kann mich Teresa nur anschließen… einfach nur lächerlich, was da abgezogen wird. Für dieses Projektstudium muss man sich also nur durch die Gegend hopsend vor laufender Kamera zum Vollhorst machen?
    Gut, dass ich nicht in dieser Projektgruppe gelandet bin sondern das Projektstudium schon lange hinter mir habe!
    So ein Affenzirkus soll dann auch noch repräsentativ sein? Lächerlich!

  • Teresa sagt:

    Mitlerweile schäme ich mich wirklich dafür dieses Studium zu studieren. Das ist oberpeinlich meiner Meinung nach. Aber die leisten sich ja ein Ding nach dem Anderen. Kein Wunder, dass potentielle Arbeitgeber einen nicht ernstnehmen oder verarschen…
    Ich kanns mitlerweile verstehen. Rehabilitationspädagogik ist kein ernst zu nehmendes Studium mehr, sondern ein reiner Zirkus!

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