Polo ohne Pferd

Viele Studierende füllen ihre Freizeit mit Kino, lesen, Freunde treffen oder – Sport! Joggen, Rad fahren, Fußball oder der Gang zum Fitnessstudio sind dabei noch die gängigsten Sportaktivitäten. Das Zwillingspaar Adi (Astrid) und Alex (Alexander) Gonska (23) spielt Polo. Zu dekadent für zwei Studierende? Von wegen.

Adi und Alex spielen Polo auf Segways. Teaserbild und Fotos: Mary Hense

Adi und Alex spielen Polo auf Segways. Teaserbild und Fotos: Mary Hense

Adi und Alex spielen nicht das „klassische Polo mit Pferd“. Wenn das Zwillingspaar einmal in der Woche trainiert, schwingen sie sich nicht auf einen Gaul, sondern setzen ihre Füße auf ein Segway, um Polo zu spielen. Ein Segway? Das ist ein Elektroroller für eine Person, der aus Amerika kommt. Der Fahrer stellt sich auf eine kleine Plattform, die sich zwischen zwei nebeneinander angeordneten Rädern befindet und hält sich an einer Lenkstange fest. Das Gerät balanciert den Fahrer mithilfe einer elektronischen Antriebsregelung automatisch und individuell aus. Das Ein-Person-Transportmittel darf auch im Straßenverkehr benutzt werden.

Der Segway Polo-Verein "Hemer Butterflies"

Der Segway Polo-Verein "Hemer Butterflies"

Polo auf Segways

Adi spielt seit August 2012 Segway Polo bei den „Hemer Butterflies“. Ihr Bruder Alex ist schon seit etwa Mitte 2010 mit von der Partie. „Ein Bekannter hat mich auf Segway Polo aufmerksam gemacht“, erzählt Alex, „Dann hat er mich mal zum Training mitgenommen. Ich habe mich zunächst nur für das Gerät interessiert, doch schließlich auch für den Sport an sich und seitdem bin ich mit dabei.“

So wie anderen Sportarten, gibt es auch beim Segway Polo Europa- und Weltmeisterschaften. Der Dachverband dieses Sports ist die International Segway Polo Association (ISPA), die in Amerika ansässig ist. Die erste Segway Polo-Europameisterschaft fand 2010 in Hemer statt.

Da hat Alex aber erst einmal nur zugeschaut. Seine ersten Spiele waren Nikolausturniere und Freundschaftsspiele. „Segway Polo kann man theoretisch ganzjährig spielen. An einem Turnierplatz war der Rasen total nass, aber wir haben trotzdem gespielt“, erinnert sich Adi. Das Spiel ist normalerweise kontaktlos. Zusammenstöße sind nicht die Regel. Die Verletzungsgefahr ist nicht hoch, aber vorhanden. „Aufgrund einer Bodenwelle bin ich einmal mit dem Segway umgekippt und auf die Schulter gefallen. Das tat schon ziemlich weh“, so Alex.

Während Alex als Stürmer auf dem Platz sein Bestes gab, hat ihn seine Schwester Adi anfangs erst einmal fleißig angefeuert. Im August 2012 entschloss sie sich dann selber mitzumischen. Nun spielt Adi als Verteidigerin der „Hemer Butterflies“. „Es dauert nur Sekunden bis man ein Segway steuern kann und vielleicht nur ein paar Stunden bis man sich richtig sicher fühlt“, meint Adi. Ein besonderes Erlbenis für Adi war auf einem Turnier, als sie „Alex eine Torvorlage liefern konnte.“

In Deutschland gibt es bisher nicht viele Vereine, sodass sich bei Turnieren meistens alle untereinander kennen. Da gibt es noch die Blade Pirates aus Solingen, die Funky Move Turtles aus Lohmar-Wahlscheid und die Balver Mammuts und Balver Caveman aus Balve. „Die Segway Polo-Vereine gehen freundschaftlich miteinander um. Wir können auch mal mit den gegnerischen Spielern nach den Turnieren zusammensitzen und etwas trinken“, erzählen Adi und Alex.

Sport und Studium unter einem Hut

Segway Polo und Studium kriegen die Zwillinge ganz gut unter einen Hut.

Adi und Alex trainieren einmal in der Woche, vor Turnieren öfter.

Adi und Alex trainieren einmal in der Woche, vor Turnieren öfter.

Adi Studiert BWL an der Universität Siegen und Alex ist angehender Wirtschaftsingenieur an der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen. Da wir nur einmal in der Woche trainieren, kollidieren Studium und Sport nicht häufig zusammen“, so Adi. Turniere seien meistens am Wochenende. Vor großen Turnieren trainiere die Mannschaft öfter. „Der Sport ist ein guter Ausgleich zu Studium und Alltag“, finden Adi und Alex.

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