Weiterhin Baustellen statt neuer Hörsäle

Nichts geht mehr auf den Großbaustellen der TU Dortmund. Grund dafür: Die Pleiten von gleich zwei verschiedenen Baufirmen. Betroffen von den unvorhergesehenen Bauverzögerungen sind das zukünftige Physik- und Chemiegebäude auf dem Campus Nord sowie eine Container-Anlage und das zukünftige Seminargebäude der TU am Campus Süd.

Nach dem Richtfest für das Seminargebäude setzte die Insolvenzen-Welle an der TU ein. Foto: TU Dortmund.

Nach dem Richtfest für das Seminargebäude setzte die Pechsträhne an den TU-Baustellen ein. Foto: TU Dortmund.

Noch im Februar feierte die TU-Rektorin Ursula Gather gemeinsam mit Dortmunds Bürgermeister Manfred Sauer und weiteren Gästen das Richtfest für das Seminargebäude am Friedrich-Wöhler-Weg. Damals schien die Bau-Welt noch in Ordnung: Man gratulierte sich gegenseitig zum Fortschritt des rund 15 Millionen teuren Baus und dankte der Firma Nuha GmbH für die Fertigstellung des vierstöckigen Rohbaus. Keine drei Monate später gibt es aber nun Probleme am Bau – der angepeilte Termin zur Fertigstellung wird wohl überschritten. Kein Grund zur Panik, findet Bauherr Helmut Heitkamp. Der Niederlassungsleiter des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) sagt, dass das Seminargebäude „weitgehend im Terminplan“ sei und möglicherweise noch rechtzeitig zum Beginn des kommenden Wintersemester fertig wird. Angelika Mikus, Pressesprecherin der TU Dortmund teilt seine Einschätzung gegenüber der Pflichtlektüre: „Das Seminargebäude wird ab September bezugsfertig sein“, garantiert sie.

Neubauten als Reaktion auf Studentenansturm

Gerade wegen dem doppelten Abiturjahrgang, der dann an der TU erwartet wird, ist das notwendig und wünschenswert: Im Herbst rechnet die TU mit ungewöhnlich vielen neuen Studenten. Darauf wurde unter anderem mit dem Bau des Seminargebäudes reagiert. Auf rund 8.000 Quadratmetern Fläche soll den Studenten dort mit einem großen Hörsaal, Seminarräumen, Büros und studentischen Arbeitsräumen mehr Platz als bisher zur Verfügung stehen.

TU-Pressesprecherin Angelika Mikus ist optimistisch, dass die Restarbeiten zeitnah fertiggestellt werden. Foto: TU Dortmund.

TU-Pressesprecherin Angelika Mikus ist optimistisch, dass die Restarbeiten zeitnah fertiggestellt werden. Foto: TU Dortmund.

Zusätzlichen Platz soll auch der Neubau des Physik- und Chemiegebäudes gewährleisten. Aber bei dem 60 Millionen-Euro-Bau sieht es nicht besser aus als am Seminargebäude. Im Gegenteil: Nachdem die zuständige Rohbaufirma „Gutehoffnungshütte“ Insolvenz angemeldet hat, ist hier erstmal Baustopp angesagt. Deshalb und auch wegen weiterer Probleme, verzögere sich die Fertigstellung nach jetziger Planung bis zum Januar 2013, sagt Helmut Heitkamp. Entstehende Mehrkosten versuche der BLB aber der insolventen Firma in Rechnung zu stellen. Momentan gibt es dafür Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter. Ursprünglich war geplant, den Neubau im Juni 2012 einzuweihen.

Hoffnung auf zügige Fertigstellung trotz Insolvenzen

Bauschutt statt neuem Physik-Gebäude. Foto: Jonas Strohschein.

Bauschutt statt neuem Physik-Gebäude. Foto: Jonas Strohschein.

Zwei Baustellen, zwei Problemfälle  – soviel Pech gibt es gar nicht? Doch. Und es kommt noch schlimmer für die TU: Auch am Campus Süd wird gebaut. Die Geschossbauten IV und V sollen bis Anfang 2014 durch neue Bauten ersetzt werden. Als Ausweichquartier dient während der Bauarbeiten ein Containerdorf. Zumindest in der Theorie. Angelika Mikus weiß es aber besser: „Die Containeranlage am Campus Süd ist von einer Insolvenz betroffen. Die Verzögerungen können aktuell nicht genau benannt werden.“ Man sei aber zuversichtlich, dass die geringen, noch ausstehenden Restarbeiten zeitnah erledigt werden können, sagt Mikus. „Mehrkosten entstehen aber aktuell nicht.“ Trotzdem: Vorerst ruht auch hier der Hammer.

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