Tag 3: Der Magen rebelliert

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Selbstversuch, Tag 3: 1888 komponierte Edvard Grieg das liebliche Stück „Morgenstimmung“ für Streicher, Oboen und Querflöten. Meinem Magen war nach zwei Tagen nicht einmal halb so lieblich zumute, wie es mir das Stück weismachen will, während es aus meinem MP3-Player schallt. Wie gerne würde ich mir jetzt ein ordentliches Brötchen mit daumendick Mett zwischen die Kiemen schieben. Doch es bleibt bei dem Gemisch von Erfinder Joey van Koningsbruggen.

 

Meine Stimmung nimmt langsam aber sicher die Form der vier apokalyptischen Reiter an. Immer noch hallt der Satz von Ernährungsexperte Dr. Jörn Heinze durch meinen Kopf: „2.200 Kilokalorien werden für einen jungen Erwachsenen, der sportlich aktiv ist, nicht reichen.“ Prompt unterstreicht mein knurrender Magen diese These. Es ist die Zeit zwischen den Mahlzeiten, in der ich jede halbe Stunde dagegen ankämpfen muss, nicht den nächsten Schnellimbiss auszurauben.

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Zur Abwechslung trinke ich das Pulver auch mit Milch. Es macht mich ein bisschen mehr satt. Foto: Kai Steinecke

Das Zeug ist einfach nicht dafür gemacht, stressige Stunden zu überstehen. Schneller als sonst falle ich in ein Zuckerloch, das ich normalerweise mit einer Limo, Süßkram oder einem Döner ausbessern würde. Deshalb trinke ich seit kurzem unheimlich viel Wasser; zumindest kommt es mir so vor, wenn ich mir den wachsenden Berg an Pfandflaschen in meiner Wohnung angucke. Damit lässt sich ein einfordernder Magen einfach besser ertragen.

Das Highlight des Tages

Obwohl das Joylent-Getränk nicht von einem Sternekoch gezaubert und in einem goldenen Becher serviert wird, entwickelt es sich immer mehr zum Highlight meines Tages. Schließlich ist es mein einziges „Essen“, auf das ich nach diesem Experiment viel mehr achten werde. Aufgrund der Abstinenz habe ich mir schon mehrere Gerichte überlegt, die ich dann zwar nicht selber kochen werde, aber mir von meiner Oma zubereiten lasse – sie freut sich bestimmt drauf. „Junge, was bist du wieder dünn geworden. Ich mach dir erst mal was zu essen.“ Der Lieblingssatz aller Omas, dessen Folgen ich dann auskoste.

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Mein Gewicht bleibt unverändert. Foto: Kai Steinecke

Momentan hält es sich mit dem Abnehmen aber noch in Grenzen. Ich habe mich ein zweites Mal gewogen und liege immer noch bei knapp 74 Kilo – keine große Veränderung zum ersten Wiegen. Also hält mich das Zeug essenstechnisch an der kurzen Leine. Ich nehme nicht mal davon ab. „Ganz große Klasse“, stänkert meine innere Stimme.

Heute Nachmittag steht noch Sport auf dem Programm: Basketball. Selbst in normaler Verfassung bin ich nicht gerade Michael Jordan auf dem Parkett, aber jetzt – wo soll das nur enden?

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Beitragsbild und Video: Kai Steinecke

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