Die Fallen der Personaler

Die erste Hürde in Richtung Traumjob ist geschafft: Die Bewerbungsmappe war überzeugend, der Termin fürs Vorstellungsgespräch steht. Aber am Personaler kommt niemand vorbei. Er entscheidet über eine mögliche Zukunft im Unternehmen. Und dafür fühlt er den Bewerbern im Gespräch ordentlich auf den Zahn. Personaler wollen wissen, wie souverän der Kandidat reagiert, wie loyal er ist, ob er Potential hat und sich für die beworbene Stelle auch wirklich eignet. Aber wer versteht, was hinter den Strategien der Personaler steckt, sich gut verkauft und im Vorstellungsgespräch clever reagiert, hat gute Chancen auf den Traumjob. Pflichtlektüre war bei drei Personalern und hat ihnen mal auf den Zahn gefühlt – mit höchst unterschiedlichen Ergebnissen.

Schritt 1, das Anschreiben

Frank Lobert leitet das Personalmanagement der Douglas Holding in Hagen. Foto: Florian Hückelheim.

Frank Lobert leitet das Personalmanagement der Douglas Holding in Hagen. Foto: Florian Hückelheim.

Pflichtlektüre: „Wie sollten Anschreiben und Lebenslauf bestenfalls aussehen und was sollte keinesfalls drinstehen?“

Henning Viehbahn: „Skurril sind bisweilen Details, ich erinnere mich an eine Email-Adresse „superbrain@…“ – die testierten Studienleistungen ließen diesen Schluss nicht unbedingt zu.

Manch einer schießt auch ganz eindeutig über das Ziel hinaus, sich für die ausgeschriebene Stelle interessant zu machen, das wirkt dann unfreiwillig komisch. Man sollte in der Beschreibung der eigenen Kenntnisse und Erfahrungen mit Superlativen sehr sparsam umgehen. Ein ausschweifender, unvollständiger oder unübersichtlicher CV bringt zumindest keine Pluspunkte.

Innerhalb der Bewerbung ist der Lebenslauf das Datenblatt, das heißt die wichtigen und notwendigen Informationen – und nur die! – sollten schnörkellos kurz, klar und eindeutig ablesbar sein. Für mich persönlich ist auch die Vollständigkeit der Zeitachse wichtig. Sollte jemand zum Beispiel ein erstes Studium nach zwei Semestern abgebrochen haben, würde ich immer empfehlen, es mit aufzunehmen und keine „Lücke“ im Lebenslauf darzustellen.“

Henning Viehbahn ist seit 2004 Personalleiter der Rothe Erde GmbH, einem Dortmunder Technologieunternehmen innerhalb der Thyssen Krupp AG.

Frank Lobert: „Das Schlimmste ist es, den Personaler schon im Anschreiben zu langweilen. Man merkt bereits in der Bewerbung, ob ein Kandidat sich damit Mühe gegeben hat, Anschreiben und Lebenslauf sollten einen individuellen Charakter haben.

Versetzten sie sich in die Lage des Personalers: Was sollte er über mich und meinen bisherigen Werdegang wissen, warum bin gerade ICH geeignet für die Stelle? Was unterscheidet mich von anderen? Aus dem Anschreiben muss die Motivation des Bewerbers deutlich werden. Ohne Floskeln!

Keinesfalls sollte der Lebenslauf im Anschreiben wiedergegeben werden. Der CV sollte aktuell und vollständig sein und Fragen beantworten, nicht aufwerfen! Vor allem sollte er kurz sein, kein Geschwafel! Ich schaue auch erst im zweiten Schritt auf die Noten der Bewerber. Es ist wichtig, dass sich im Lebenslauf ein roter Faden erkennen lässt. Erst wenn dort interessante Stationen erkennbar sind lese ich Anschreiben und Zeugnisse genauer.

Eine aufwendig gestaltete Mappe ist bei uns überflüssig – besser sind Online-Bewerbungen, da Mappen eh eingescannt werden. Daher macht es in Unternehmen unserer Größe auch keinen Sinn, die Bewerbung persönlich abzugeben.“

Frank Lobert leitet das Personalmanagement der Douglas Holding in Hagen.

Regine Berker: „Schon in der Stellenausschreibung werden die Kriterien genannt, die für die jeweilige Stelle vorausgesetzt und wünschenswert sind. Werden die erforderlichen Kriterien nicht erfüllt, fällt die Bewerbung direkt raus. Bei den wünschenswerten Kriterien kann der Kandidat in der Position „hochrutschen“.

Keinen besonders guten ersten Eindruck machen beispielsweise Bewerbungen, die nach Zigarettenrauch riechen. Wir legen auch keinen Wert auf zusätzliches Verpackungsmaterial – jedes Blatt in einer Klarsichthülle kommt bei einer Umweltverwaltung nicht gut an. Je weniger Papier, desto besser.

Im Lebenslauf sollte das, was für die erforderliche Stelle wichtig ist, ausführlicher sein als anderes. Schon beim Anschreiben ist Aufrichtigkeit wichtig. Ausschweifungen in unwichtigen Sachen und unkonkrete Angaben können sich in einem späteren Vorstellungsgespräch negativ auswirken. Damit tut man sich selbst keinen Gefallen!

Bei uns geht der gesamte Bewerbungsprozess einen klassischen Weg nach klaren Richtlinien: Es gibt nur offizielle Ausschreibungen, die immer veröffentlicht werden. Daher werden Initiativbewerbungen auch nicht bevorzugt behandelt. Auch Verbindungen von Mama und Papa nützen gar nichts. Entscheidend sind Examensnoten und Qualifikationen. Deswegen sind die in Anschreiben und Lebenslauf das A und O!“

Regine Berker ist Juristin und Leiterin der Abteilung 1, Zentraler Bereich des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV).

Schritt 2, das Vorstellungsgespräch

Schritt 3, die entscheidenden Faktoren