Finanzierung von eldoradio* gesichert

Nach der Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) scheint die Finanzierung von eldoradio* vorerst sichergestellt. Wie sich herausstellte, beruhte die ganze Aufregung rund um den Antrag des StuPas, die Einzahlung in den Förderverein von eldoradio* einzustellen, auf einem Kommunikationsproblem.

Nachdem das StuPa der TU Dortmund in seiner Sitzung am 16. April seinen Anteil an der Finanzierung des Campusradios der TU hinterfragte, überschlugen sich die Ereignisse. Im Protokoll der Sitzung, das im StudiWiki zu finden ist, werden folgende Gründe für die Überprüfung genannt: Die Reichweite sei zu gering und ausschließlich Journalistik-Studenten könnten hier Credit Points erwerben. Das StuPa finanziere also eine Ausbildungsmaßnahme des Instituts für Journalistik.

Tisch eldoradio Foto: Florian Hückelheim

Das eldoradio*-Team bei der Arbeit. Foto: Florian Hückelheim.

Derzeit zahlt jeder Student 25 Cent seiner Studiengebühren ein in den Trägerverein von eldoradio*. Das sind jährlich insgesamt 14.500€. Von dem Geld wird der Sendebetrieb finanziert. Neben den Studenten der TU zahlt die TU selbst, ebenso wie die Fachhochschule Dortmund, die Studierenden der Fachhochschule und die WAM in den Trägerverein ein. Die Studentenschaft der TU übernimmt damit aber mit Abstand den größten Teil in diesem Topf.

Gerade erst Sendelizenz verlängert

Der Antrag des Stupa traf die eldoradio*-Redaktion. Die Existenz von eldoradio* schien gefährdet. Gerade erst war die Sendelizenz von der Landesanstalt für Medien um vier Jahre verlängert worden. Auf Basis der aktuellen Finanzierung. Änderte sich an ihr etwas, wäre die Lizenz hinfällig und eldoradio* dürfte vorerst nicht senden. „Natürlich war ich schockiert, vor allem weil der Antrag auf falschen Informationen seitens des StuPa beruhte“, sagte Tina Trelle, Mitglied der Chefredaktion von eldoradio*.

In einer Stellungnahme bemühte sich die Chefredaktion um Richtigstellung, signalisierte Gesprächsbereitschaft und rief zur Unterstützung auf: „Ohne die Zahlungen der Studenten, unserer Hörer, stünde eines der erfolgreichsten Campusradios in Deutschland vor dem Aus. (…) Wir würden uns freuen, wenn ihr uns unterstützen und dem StuPa berichten würdet, was eldoradio* für euch bedeutet.“

„Beschämende Hörerschaft“

Diesem Aufruf folgten zahlreiche Hörer – zum Teil nicht sachgemäß. Nils Raulf, eines der Mitglieder des StuPa, sprach von einem Shitstorm, Hassparolen gegen das AStA und bezeichnete die Hörerschaftft von eldoradio* als „beschämend“. Mit seiner Meinung über die Hörerschaft stand er im StuPa allerdings alleine da.

Auch derwesten.de berichtete und bezog Stellung, was einigen Mitglieder des StuPa übel aufstieß.

Marc Hövermann, Vorsitzender Asta, Foto: Christopher Ophoven

Marc Hövermann, der Vorsitzende des AStA, Foto: Christopher Ophoven.

Doch war all das nötig? Was in der eldo*-Redaktion Existenzängste weckte, sei eigentlich nur ein standardmäßiges Verfahren, wie Marc Hövermann pflichtlektüre online erklärte. „Jeder Topf steht mal auf dem Prüfstand. Das kann im Endeffekt auch dazu führen, dass Töpfe aufgestockt werden.“

eldoradio* demonstrierte Geschlossenheit

Ganz so harmlos verlief die Sitzung des StuPa aber nicht. Rund 30 eldoradio*-Mitarbeiter und -Sympathisanten begleiteten Tina Trelle, Tim Scheidereit, Chefredakteur Wort, den Techniker von eldoradio*, Christoph Cech und die Musik-Chefin, Natalie Klinger, die sich den Fragen des StuPas stellten.

„So voll war das Studierendenparlament schon lange nicht mehr“, sagte Jasper König, Mitglied des Präsidiums. „Ihr seid viele, sehr viele. Das beeindruckt uns.“ Die rund 30 eldoradio*-Mitarbeiter und –Sympathisanten standen gut 20 von insgesamt 50 Parlamentariern gegenüber. „Aufgrund des Champions-League Spiels ist die Sitzung von Dienstag auf Montag verschoben worden“, erklärte ein Mitglied des StuPa. Deswegen seien nur so wenige anwesend.

Keine studentische Ausbildung gesponsert

Nils Raulf bemängelte in der Sitzung abermals die geringe Reichweite – wer hinter dem Mathetower wohne, empfange eldoradio* nur online. Er kritisierte auch, dass Studierende der Journalistik auf Kosten der Studentenschaft ihre Ausbildung genössen. Zudem sei der letzte Finanzbericht, den eldoradio* dem Parlament zukommen ließ, von 2010. Einladungen zu den Sitzungen des Fördervereins – an dem das StuPa nicht unwesentlich finanziell beteiligt ist – hätten das StuPa nie erreicht. „Wir haben drei Jahre von euch nichts gehört – außer Radio“, sagte Raulf.

Ann-Kathrin Buderus nutzt den Girl's Day, um erste Radioerfahrungen zu bekommen. Foto: Jonas Strohschein

Damit eldoradio* auch weiterhin berichten kann, sind die 25 Cent unabdingbar. Foto: Jonas Strohschein.

Christoph Cech erläuterte, dass keine studentische Ausbildung gesponsert würde, „Ihr finanziert euren Campus-Sender.“ Für die 25 Cent bekämen die Studenten ein Campusradio, das Kontrolle und Partizipation böte. „Jeder kann mitmachen.“ Die einzige Sendung, die explizit der journalistischen Ausbildung diene, sei „der Toaster“. Die Sendung laufe jeden Morgen während des Semesters von 8 Uhr bis 10 Uhr. „Dafür bekommt eldoradio* vom Institut der Journalistik die Räumlichkeiten bezahlt, die Telefonrechnung, das Internet, Strom, ITMC-Server“ – Dinge, von denen alle Studierenden profitierten.

Von 160 Mitarbeitern seien lediglich 40 Journalistik-Studenten.  Sendungen wie Vitamin E, Zeilenreich oder Teamgeist seien der Verdienst von Studenten der verschiedensten Fachrichtungen. „Jeder kann bei Vitamin E mitarbeiten, Aufnahme- und Schnitttechnik lernen, On-Air gehen und Beiträge bauen“, erklärte Trelle. Dabei würde er betreut.

Es war lediglich ein Kommunikationsproblem

Dass das StuPa zu den Sitzungen des Fördervereins nicht eingeladen war, beruhte auf einem Missverständnis. Die Einladungs-Mail ging an jemanden, der dafür nicht zuständig war. Es war lediglich ein Kommunikationsproblem.

Wie – im Nachhinein betrachtet – die ganze Misere. Jasper König sagte nach der Sitzung: „So wie sich das heute dargestellt hat, ist der Sender eldoradio* mitnichten eine reine Ausbildungsmaßnahme für Journalistikstudenten, sondern ein eigener echter Radiosender und arbeitet lediglich in einigen Teilbereichen mit der Fakultät für Journalistik, die ja auch Mitstifter des Trägervereins ist. Es wird nur die Infrastruktur gemeinsam genutzt. Das war einfach ein Missverständnis.“

Trelle sagte: „Ich denke gerade heute in der Sitzung ist deutlich geworden, dass der Antrag tatsächlich auf einem Kommunikationsproblem beruhte. Jetzt wurden hoffentlich alle Fragen der Parlamentarier geklärt und wir werden in Zukunft besser und häufiger kommunizieren. Dadurch sollen solche Fragen seitens des StuPa gar nicht mehr aufkommen.“

Der nächste Schritt sei es, die Zusammenarbeit und Kommunikation mit StuPa und AStA zu intensivieren und die fehlenden Informationen aus der Vergangenheit, vor allem in finanzieller Hinsicht, im Gespräch mit dem AStA aufzuklärenen, so Trelle.

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